Je mehr Steuern man zahlt, desto stärker ist offenbar das Gefühl, dass dies auch richtig und angemessen ist.”

7. Januar 2010
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Eine Umfrage der „Tagesschau” erbrachte spannende Ergebnisse:

Nur 44 Prozent der Befragten halten ihre persönliche Steuerbelastung für zu hoch. Genauso viele, genauer 45 Prozent, finden sie angemessen. Das Gefühl, zu viel Steuern bezahlen zu müssen, haben übrigens nicht diejenigen mit hohem Einkommen, die auch entsprechend viel abführen müssen. Sondern die Kleinverdiener, Menschen mit Haushaltseinkommen unter 1.500 € im Monat. Im Großen und Ganzen gilt also: Je mehr Steuern man zahlt, desto stärker ist offenbar das Gefühl, dass dies auch richtig und angemessen ist.


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6 Responses to Je mehr Steuern man zahlt, desto stärker ist offenbar das Gefühl, dass dies auch richtig und angemessen ist.”

  1. Markus on 7. Januar 2010 at 22:37

    Eine hierzulande beinahe unausrottbare Fehleinschätzung, wonach „hohe Steuersätze” und „großer Staatsanteil” per se etwas Schlechtes seien. Die „liberale” Propaganda und die mediale Dauerberieselung lassen wohl keine anderslautende Schlußfolgerung zu. Oder doch, wenn eine „Gegenblende” vollführt wird?

    http://www.gegenblende.de/012010/++co++a9007774-e347-11de-43a9-00093d10fae2
    Gegenblende | Ausgabe 01: Januar/Februar 2010 | Die Entfaltung sozialer Dienstleistungen

  2. Jan on 7. Januar 2010 at 23:32

    Na Moment mal: „44 Prozent der Befragten halten ihre persönliche Steuerbelastung für zu hoch” schreit jawohl geradezu danach, dass die Steuern runter müssen, bedeutet doch immerhin, dass fast jeder zweite sich das wünscht.

    Und na klar: Wer soviel Geld verdient, dass er richtig krass Steuern zahlt, dem kann in der Tat irgendwann wurscht sein, was er denn zahlt, weil der Rest immer noch mehr ist, als er wahrscheinlich auf den Kopf hauen kann.

    Aber so ganz verstehe ich die Intention hinter diesem Artikel nicht so ganz. Würdest du die Umfrage Ernst nehmen, dann müsstest du jawohl Partei für eben diese 44%, was demnach weitgehend Leute sind, die halt 1500 Euro und weniger verdienen und damit sicherlich mal sowas wie SPD-Zielgruppe gewesen sind.

    Immerhin widerspricht das dem üblichen Klischee, dass wer Steuern senken wolle, damit irgendwelchen Millionären etwas „schenken” wollen würde.

    • Christian Soeder on 7. Januar 2010 at 23:36

      Aber so ganz verstehe ich die Intention hinter diesem Artikel nicht so ganz.” Warum, ist doch spannend?

      Die SPD hat übrigens in ihrem Wahlprogramm Steuersenkungen für Klein– und Mittelverdiener gefordert.

      • Jan on 8. Januar 2010 at 16:00

        Davon habe ich im Wahlkampf nichts wahrgenommen. Wahrscheinlich interessiere ich mich zu wenig für Politik aber ich habe von Seiten der SPD immer nur gehört „Steuernsenken ist böse”.

    • Kalle Kappner on 11. Januar 2010 at 20:55

      Eigentlich bestätigt der Artikel eindrucksvoll die Einschätzung der SPD: Die Steuerbelastung in der Mitte und Unten sind zu hoch, weiter Oben aber nimmt dervielbeschworene Steuerdruck immer weiter ab.

      Das Steuerkonzept der FDP dagegen steht für eine Steuersenkung in allen Einkommensklassen, was zumindest nach dieser Umfrage nicht sinnvoll ist (mal davon abgesehen, dass die Gegenfinanzierung fehlt).

      Ich sehne mich schon jetzt wieder nach einer Regierung, die etwas von Wirtschaft versteht.

  3. M. Gentsch on 8. Januar 2010 at 15:51

    Dat mit dem Schenken kommt ja nun darauf an, welchen Steuersatz man senkt, bzw. wie danach die Steuerprogression aussieht.

    Interesting Fact: Die Steuerrprogression war bereits Forderung im Kommunistischen Manifest.

    Übrigens ein netter Artikel aus der „Gegenblende”. Ich finde es aber schwierig, die skandinavischen Wohlfahrtsstaaten als Land in dem Milch und Honig fließen, zu definieren. Die sind zwar dem sozialdemokratischen Ideal näher. Aber dort angelangt sind sie noch lange nicht. Und: Im Gegensatz zu Deutschland haben die teilweise sozialdemokratisch dominierte Parteiensysteme, d.h. mehr Gestaltungsfreiheit. Nicht zu vergessen haben die auch einen viel höheren Organisationsgrad bei den Gewerkschaften.

    Der realpolitisch bessere Weg zur Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme wäre das allemal gewesen. Aber dazu fehlte, bis auf die ersten zwei Jahre Rot-Grün, die Mehrheit im Bundesrat.

    Naja, irgendwann schreibe ich selbst mal was längeres dazu. Ich finde die SPD-internen Standpunkte zu dem Thema recht verworren. Und teilweise schmücken sich da Leute mit Standpunkten, die sie nicht vertreten.

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