„Unorthodoxer” Vorschlag

„Unorthodoxer” Vorschlag eines „Bissigen Liberalen” in der Nacktscanner-Debatte:

Wie wäre es denn mal mit einer Positivliste: Da kommt man nur drauf, wenn man glaub­haft machen kann, daß man wegen Herkunft, Weltanschauung, Lebenslauf etc. mit Terrorismus bestimmt nichts zu tun hat.
Und dann gibt es eben Flüge reser­viert nur für Leute, die auf dieser Liste stehen. Ohne Sicherheitskontrollen, einfach nur einche­cken und losflie­gen.

Entweder verdammt gute Satire. Oder alles, aber nicht liberal.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „„Unorthodoxer” Vorschlag“

  1. Zuallererst ist es ein provo­zie­ren­der Denkanstoß. Blogeinträge und erst recht Kommentare sind ja zum Glück keine in Gremien erar­bei­tete öffent­li­chen Verlautbarungen, sondern eine Gelegenheit, mal Thesen zur Diskussion zu stellen, um sie von verschie­de­nen Seiten her beleuch­ten zu lassen. Auf sowas hin immer gleich Etiketten zu vertei­len, halte ich für unan­ge­bracht.

    Kleine Randbemerkung über unseren ehema­li­gen Blogtroll: Es ist wirk­lich faszi­nie­rend. „Liberal” scheint die einzige poli­ti­sche Positionsbestimmung zu sein, die über­wie­gend positiv besetzt ist, so dass selbst die Feinde der Freiheit Anspruch erheben, dieses Etikett anderen zuzu­tei­len oder abzu­er­ken­nen. Ich habe jeden­falls noch keinen Liberalen gefun­den, der einen Linken damit ange­gan­gen hätte, dass dieser in Wirklichkeit gar nicht „links” sei (das treiben die Linken dann eher unter­ein­an­der ;-)). Und „rechts” ist gera­dezu ein Stigma gewor­den.

  2. Im Provozieren sind die „Bissigen” ja wahre Meister, nur leider nicht im Ertragen von biswei­len vorge­brach­ter Kritik. Da wird dann schnell mal der „Zensurhammer” raus­ge­holt, was zwei­fel­los illi­be­ral ist. Das ist bedau­er­lich, weil die gewählte Selbstbezeichnung „liberal” bei den „Bissigen” eher etwas anderes erwar­ten läßt.

    Warum sollen Linke denn nichts mit Liberalität anzu­fan­gen wissen? Das, was sich bei den partei­po­li­ti­schen Liberalen heute als liberal ausgibt, ist nicht viel mehr als mühsam kaschier­ter Egoismus und Klientelismus. Politisch links hat übri­gens etwas mit sozial, soli­da­risch und gerecht zu tun. Davon sollte es wieder mehr geben als sinn­volle Ergänzung zu indi­vi­dua­lis­ti­scher Selbstgenügsamkeit.

  3. Wusste ich’s doch, dass die heim­li­che Übersetzung von „liberal” für einige Leute ein „mit denen darf man alles machen” ist. So wie Christian & Co. hier als auch wir bei uns schmei­ßen Spam und unqua­li­fi­zier­ten Müll raus — wer das „Zensur” nennt, soll eben sein eigenes Blog aufma­chen. Fundierte Kritik an den Positionen des jewei­li­gen Blogs hinge­gen findet sich sowohl hier als auch bei uns, wie man durch Nachlesen leicht fest­stel­len kann — nur eben Linkspam z.B. nicht.

  4. Wo liegt der Unterschied zwischen Positivliste und Negativliste?
    Einfach, dass (aus Kapazitätsgründen) mehr Leute auf der Liste als nicht-auf-der-Liste sind.
    Egal wie es läuft: es ist eine Diskriminierung von Leuten, die nichts dafür können, dass sie auf einer Liste stehen und es auch nicht ändern können.

  5. @ Rayson

    Hier in diesem gast­li­chen Blog soll nun keine „schmut­zige Wäsche gewa­schen” werden. Aber was du blumig als „mit denen darf man alles machen” bezeich­nest, war nichts anders als die Webseiten von Joachim Jahnke zu verlin­ken. Die kannst du meinet­we­gen „Linkspam” nennen, darfst diese aber nicht löschen. Die „Bissigen Liberalen” sind viel­leicht bissig, aber nicht liberal. Hier übri­gens der Link:

    http://www.jjahnke.net/index.html
    Informationsportal Globalisierung — Standort Deutschland — Neoliberalismus — Falsche Rezepte, Joachim Jahnke

  6. Hier in diesem gast­li­chen Blog soll nun keine „schmut­zige Wäsche gewa­schen“ werden.

    Ach nee.

    war nichts anders als die Webseiten von Joachim Jahnke zu verlin­ken

    Und viele andere mehr. Die Betonung liegt auf „nichts anderes”.

    darfst diese aber nicht löschen.

    Das hättest du wohl gerne. Blogge erstmal selbst, bevor du dich erdreis­test, Bloggern Vorschriften machen zu wollen, was sie auf ihren Blogs zu dulden hätten und was nicht. Aber längere Beiträge zu verfas­sen ist eben mühsa­mer als Phrasen zu dreschen.

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