Diejenigen, die drinnen sind, können sich ja manchmal gar nicht vorstellen, was man von draußen so sieht und was man für Fragen hat.
Deswegen hier mal ein paar Eindrücke von meiner Mitgliedswerdung:
- Du gehst auf www.spd.de und findest gleich auf der Startseite einen Button Mitglied werden. Schön.
- Du klickst drauf und folgst ein paar weiteren Links. Dann willst du wieder zurück und klickst in der Navigationsleiste oben auf Mitmachen. Jetzt kommst du aber auf eine andere Seite als vorhin. Verwirrend.
- Na gut. Eigentlich möchtest du ja auch erst mal wissen, was man denn als Mitglied so machen kann, außer Beitrag zahlen, wie die SPD funktioniert usw. Wo ist denn hier der FAQ-Link? Leider nirgends.
- Also klickst du auf der Mitmachen-Seite nochmal auf den Button Mitglied werden. Nichts passiert. Ätsch, der Button ist nämlich gar keiner, sondern nur eine Grafik, die so aussieht. Aber die Überschrift Dabei sein in der sozialdemokratischen Familie ist ein Link. Sieht man doch. Und wenn du da drauf klickst, kommst du wieder auf die Seite Mitglied werden.
- Ah ja, hier gibts ja noch einen Link mit Fragen zur Mitgliedschaft. Dort findest du zunächst den Hinweis
Wer Mitglied der SPD werden möchte, füllt eine Beitrittserklärung aus (online oder offline) und sendet diese an seine zuständige örtliche Parteigeschäftsstelle. Die Adresse findet man im Telefonbuch.
- Ist ja toll. Mein letztes Telefonbuch habe ich vor 8 Jahren ins Altpapier gegeben. Kleiner Vorgriff: Am Ende des Anmeldevorgangs kam eine Bestätigung „Deine Anmeldung wurde an die zuständige Geschäftsstelle (…genaue Adresse…) weitergeleitet”. Geht ja anscheinend doch ohne Telefonbuch! Also, für die, die sich lieber offline anmelden wollen, hier bitte ein kleines Feld einbauen, in dem man die Postleitzahl eingibt und dann die Adresse seiner zuständigen Geschäftsstelle herausbekommt.
- Mitgliedsbeitrag:
Jedes Mitglied stuft sich im Rahmen einer Beitragstabelle selbst ein. Die Beitragstabelle befindet sich auf der Beitrittserklärung.
- Dann macht doch bitte aus Beitrittserklärung gleich einen Hyperlink. Und im Online Formular kommt diese Info erst im Schritt 2. Du musst also quasi den Bestellvorgang schon zur Hälfte durchführen, ehe du erfährst, was die Ware überhaupt kostet. Gar nicht gut.
- Du füllst in drei Schritten alles aus und bekommst eine Email mit einem Bestätigungslink. Den Link musst du anklicken, um die Anmeldung abzuschließen.
- Du klickst auf den Link und landest auf einer Begrüßungsseite. Wenn du diesen Text später nochmal nachlesen willst, hast du leider Pech gehabt, denn dieser Link funktioniert genau einmal. Ganz schlecht!
- Diesen Begrüßungstext hätte ich auch gerne noch kommentiert, das kann ich also nun nur so vage aus der Erinnerung tun. Da stand dann so ungefähr:
Wir begrüßen Sie in der SPD mit ihren 570 000 Mitgliedern in xxxx Ortsvereinen. Genossen duzen sich, und deswegen verwenden wir im folgenden die vertrauliche Anrede.
- Ja, Tach auch, ich bin der Harald. Ortsvereine? Hmm, ich hatte ja zwischenzeitlich schon mal auf SPD vor Ort geklickt und war dann auf dieser Seite von der SPD Hamburg gelandet. Da ist aber nur von Kreisen und Distrikten die Rede. Heißt der gute alte Ortsverein jetzt also Distrikt? Fragen über Fragen…
- Und die Mitglieder? Klick mal auf Partei -> Organisation -> Mitgliederzahlen: 510000. Wann haben die denn den Begrüßungstext zum letzten Mal aktualisiert? Aber weiter im Text:
Da viele Arbeiten in der SPD ehrenamtlich ausgeführt werden, kann die Bearbeitung deines Aufnahmeantrages durch den Vorstand bis zu vier Wochen dauern.
- Donnerwetter, die sind ja gründlich. Wahrscheinlich müssen die jetzt erstmal bei der Birthler-Behörde nachfragen, ob du mal bei der Stasi warst, dann dein Formular ausdrucken und nach Hamburg faxen. So was dauert natürlich… Wenn du nach vier Wochen noch nichts von deinem Ortsverein gehört hast, dann darfst du mal bei deiner Geschäftsstelle nachfragen.
Soweit so gut. Ich warte also. Hat ja auch alles ohne Probleme funktioniert. Dennoch finde ich das ganze Prozedere verbesserungsbedürftig und zuwenig vom „Kunden” aus gedacht. Bitte macht doch mal eine Rubrik für Interessenten oder einen Button Ich will mehr wissen.
Eigentlich hätte ich nämlich gerne erstmal Antworten auf die folgenden Fragen bekommen, bevor ich mich anmelde:
- Welche Funktion hat ein Ortsverein/Distrikt?
- Welcher Ortsverein ist für mich zuständig?
- Kann ich mir auch ein paar andere ansehen und mich dann für einen entscheiden?
- Was machen die denn so? Kann ich erstmal gucken gehen?
Ok, ich klicke auf Termine. Also, in Altona und Bergedorf läuft gar nix. Bei mir ins Eimsbüttel gibt’s nur Vorstandssitzungen. Die einzigen, die ihren Kalender gut zu pflegen scheinen, sind die Billstedter.
Naja, ich kann’s mir ja noch mal überlegen, bei Online-Transaktionen habe ich ja 14 Tage Rücktrittsrecht. Hmm, davon stand da gar nichts. Aber wenn die wirklich vier Wochen brauchen, ist es dann sowieso zu spät ;-)


Hihi, sehr gut. Ich schicke mal Deinen Usability-Test an die spd.de-Kontakt-Adresse. :-D
Gerne. Vielleicht hilft’s ja den nächsten Neumitgliedern…
Schick das mal an die Verantwortlichen ;).
„Ok, ich klicke auf Termine. Also, in Altona und Bergedorf läuft gar nix. Bei mir ins Eimsbüttel gibt’s nur Vorstandssitzungen. Die einzigen, die ihren Kalender gut zu pflegen scheinen, sind die Billstedter.”
Ist’s jetzt „gemein”, wenn ich
zum Vergleich die Termine unseres Kreisverbandes
(ca. 130 Mitglieder) aus der Homepage
reinkopiere?
” * 16.12.2009 — 06.01.2010 Keine Bürostunden im Roten Forum
* 05.01.2010 | 18.00 Kreisvorstandsitzung DIE LINKE.Braunschweig
* 13.01.2010 | 18.00 SOKO 2011 Mitgliederinitiative
* 15.01.2010 | 18.30 Mitgliederversammlung Kreisverband DIE LINKE.BS
* 04.09.2010 — 05.09.2010 | 11.00 Kommunalpolitisches Seminar
” (www.die-linke-bs.de)
Ja, die SPD, die große Mitmach-Partei ;-)
So etwas steht und fällt mit dem Einsatz der Aktiven vor Ort. Völlig richtig…
Es ist immer wieder zum Haare raufen. Die Bearbeitungszeit ist ziemlich volatil. Es soll Parteimitglieder geben die mehrere Monate auf die erste Reaktion des Ortsvereines und ihr Parteibuch warten. Andere sind innerhalb von ein paar Tagen eingebunden und aktiv.
Antworten auf deine Fragen, Harald, gibt es übrigens in einigen Broschüren die Titel tragen wie „Kleines SPD-ABC” — oder jederzeit im Redaktionsverteiler. ;)
Traurig, dass die Antworten nicht online sind. Vielleicht gibt es die Materialien im Büro.
Also, es scheint hier mehr an einer Internet-Kommunikationsstrategie zu mangeln als am Einsatz der Aktiven. Mit etwas Mühe habe ich dann noch diesen Kalender entdeckt:
http://spdeimsbuettelnord.de/kalender/
Ach, und es gibt dann ja auch noch
http://www.spd-hamburg.de
http://www.spdeimsbuettel.de
http://www.spd.de
http://www.meinespd.net
Muss das denn sein?
Wusstet ihr schon, dass eine Webadresse nicht mit www anfangen muss?
hamburg.spd.de
eimsbuettel.spd.de
meine.spd.de
hätte es doch auch getan, oder
http://www.spd.de/was/auch/immer
@harald– Danke für den Link was auch immer ;-)
– so konnte ich sehen, dass die Bundes-SPD (mindestens) für diesen Webserver Linux nutzt, eine der wenigen Entscheidungen, bei denen sie m. E. richtig liegt.
[…] im Selbstversuch: Der erste Monat Anfang des Jahres bin ich in die SPD eingetreten. Über die Tücken der Anmeldung habe ich hier ja schon geschrieben, ebenso über meine Beweggründe. Nach Ablauf der ersten Monats […]
@Harald, deine Kritik ist sicher angebracht, aber du solltest schon zwischen lokalen Gliederungen und Bundes-SPD unterscheiden. Sicher werden lokale SPD-Websites häufig nicht so gepflegt, wie wir es uns wünschen, aber die SPD ist keine Firma, sondern eine Partei mit einer ehrenamtlicher Basis. Da sind Konzepte aus der Geschäftswelt nicht so einfach übertragbar.
Hmmm, in meinem Beitrag ging es eigentlich überhaupt nicht um die lokalen Gliederungen, sondern nur um Seiten der Bundes– bzw. Landes-SPD. Bei letzterer auch nur um den Terminkalender, in dem die Distrikte auch ihre lokalen Termine eintragen können, was aber offensichtlich die wenigsten tun.
Den Satz mit der Firma und dem Ehrenamt habe ich in den letzten Wochen ein paarmal zu oft gehört… Es geht eher um „Work smarter, not harder”. Auch in einer großen Firma kann es mir passieren, dass mein Projekt ein äußerst knappes Budget hat, während an anderer Stelle das Geld aus dem Fenster geworfen wird.
Gerade bei knappen Ressourcen kommt es darauf an, zu überlegen, wie ich mit minimalem Einsatz maximale Wirkung erzielen kann.