Nacktscanner: Die Semantik einer Pressemitteilung und der Standpunkt von Frank Hofmann

31. Dezember 2009
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Der Genosse Frank Hofmann hat gestern ja für viel Aufregung im Netz gesorgt. Auch hier auf RSUG wurde über die Befürwortung von Nacktscannern durch die SPD-Fraktion berichtet. Die Pressemitteilung macht natürlich WENNs geltend, dass man die Sache als Ablehnung des Scannereinsatzes lesen kann. … Oder eben nicht.

[…] Scanner, die die Kleidung von Passagieren durchdringen, müssen gefährliche Gegenstände, nicht aber den Körper des Passagiers abbilden. […]

Aber praktisch: Solche Scanner gibt es noch nicht.
Natürlich müsse man alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen. Wo käme man denn da hin, wenn nicht? Wohin wir kommen, wenn wir alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen, nun das ist dann eine andere Frage.

[…] Der Einsatz modernster Technik ist notwendig und möglich. […]

Immerhin wird dann doch verklausuliert davon gesprochen, dass man vielleicht ersteinmal die vorhandenden Mittel effektiv einsetzen sollte, bevor weitere Schritte unternommen werden.

Der vereitelte Anschlag macht auch deutlich, dass wir bei der Zusammenarbeit zur Abwehr von terroristischen Gefahren noch mehr auf Qualität und weniger auf Quantität setzen müssen. Im Lichte des umfangreichen Datenaustauschs zwischen den Sicherheitsbehörden national und international muss evaluiert werden, ob dieser in der Praxis zielgenauer ausgerichtet werden kann.

Was sagt uns das alles? Die SPD Fraktion will bloß nicht als Helfer möglicher Terroristen dastehen. Also schließt man sich „irgendwie” der Meinung an, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssten (Fast schon Schäuble-Sprech). Aber so richtig glücklich scheint niemand mit den Scannern zu sein. So jedenfalls liest sich für mich die Pressemitteilung.
Schade nur, dass sich kaum jemand die Mühe macht, eine kleine Pressemitteilung genauer durchzulesen. Ich bin durchaus ein Freund geschliffener Pressemitteilungen, dennoch wünschte ich mir manchmal einfach klare Worte. Am Schluß kommt ja doch nur die Überschrift bei den Leuten an.

Der zitierte Innenexperte Frank Hofmann äußert sich übrigens auch auf seinem Blog „Standpunkt” heute zu den Nacktscannern.

Die Debatte über neue Überwachungsmethoden beziehungsweise Nacktscanner halte ich für aktionistisch. Die wahren Probleme liegen woanders – die Diskussion „Nacktscanner ja/nein“ greift viel zu kurz.

Es folgt ein wesentlich differenziertere Darstellung der Diskussion. Wofür Blogs doch gut sein können…

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One Response to Nacktscanner: Die Semantik einer Pressemitteilung und der Standpunkt von Frank Hofmann

  1. Jan on 1. Januar 2010 at 22:01

    Logisch muss am Ende ein ja oder ein nein stehen, egal wie differenziert man das in der Sache sehen mag und unterm Strich gehts dann auch wieder um die Frage, wie weit der Sicherheitswahn in diesem Land noch gehen darf.

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