Mehrwertsteuersenkung und Mindestlöhne

30. Dezember 2009
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Wenn man in der Mindestlohn-Debatte darauf verweist, dass 20 von 27 EU-Staaten einen gesetzlichen Mindestlohn haben, dann erklären die Marktapologeten, das könne man nicht vergleichen, und überhaupt müsse man ja nichts kopieren, was andere falsch machten.

Dass vor diesem Hintergrund Guido Westerwelle die Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen im Rahmen des Lobbybefriedigungsgesetzes (offiziell: „Wachstumsbeschleunigungsgesetz”) ausgerechnet damit begründet, dass bereits 22 von 27 EU-Staaten eine ähnliche Regelung haben, das entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Obwohl es eigentlich eher traurig ist.


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16 Responses to Mehrwertsteuersenkung und Mindestlöhne

  1. Jan on 30. Dezember 2009 at 15:27

    Das ist ein anderer Sachverhalt. Es geht um Hotels in Grenzregionen und den damit verbundenen Konkurrenzdruck.

    Wenn ich diesen Gedanken auf Mindestlöhne anwende, müsste es analog dazu eigentlich sogar einen Vorteil für grenznah lebende Arbeitnehmer darstellen, dass sie in Nachbarländern die angeblich so hilfreichen und — natürlich — arbeitsplatzschaffenden Mindestlöhne finden.

    Allerdings macht die FDP ja neuerdings eh alles mit, was die schwarzen Sozis wollen und die haben schon weitere Mindestlöhne angekündigt. Von daher: Keine Bange!

    • Rayson on 30. Dezember 2009 at 19:58

      Aber in einem hat Christian recht, wenn ich es mal etwas abwandele: Diese Art der Begründung, also „die anderen haben es ja auch”, ist in jedem Fall unzureichend.

    • Christian Soeder on 30. Dezember 2009 at 20:00

      Das ist ein anderer Sachverhalt.”

      Na klar. :-D

      • Rayson on 30. Dezember 2009 at 20:44

        Ja, ist er. Jan hat ja auch erläutert, warum. Wie der andere Sachverhalt zu bewerten ist, ist aber natürlich auch eine andere Geschichte.

  2. nordstadt on 3. Januar 2010 at 17:43

    Schwarze Sozis”?
    Wer soll das sein?
    Gibt’s das mal bewiesen, diese Polemik von der angeblich „sozialdemokratischen” CDU/CSU?

    • Jan on 3. Januar 2010 at 20:58

      Mindestlohnforderungen immer wieder (und halt auch sehr aktuell) und Verbotspolitik in jeder Hinsicht — nur zwei Beispiele.

      • Christian Soeder on 3. Januar 2010 at 21:08

        Verbotspolitik ist eigentlich nicht typisch SPD. :(

        • Jan on 3. Januar 2010 at 21:43

          Eigentlich. Es ist aber, was „demokratischer Sozialismus” und jeder andere Sozialismus im Kern beinhaltet und es ist auch praktisch, was die Sozialdemokraten seit ich denken kann betreiben (und damit meine ich rote, dunkelrote, schwarze, grüne und gelbe gleichermaßen).

          • Christian Soeder on 3. Januar 2010 at 21:47

            Du hast eben eine sehr selektive Wahrnehmung. Die SPD hat in der Gesellschaftspolitik gewaltig aufgeräumt und etliche Verbote abgeschafft. Irgendwie ist das schade, dass Du das einfach nicht sehen willst.

  3. Jan on 3. Januar 2010 at 21:50

    Verbote, die ohne andere Sozialdemokraten nicht bestanden hätten. „Gesellschaftspolitik” besteht im Wesentlichen aus Klemptnerei, aus Verboten und Zugeständnissen. Mit Freiheitsgeist hat das nichts zu tun.

    • Christian Soeder on 3. Januar 2010 at 21:53

      Ich habe es jetzt verstanden: Du bezeichnest einfach alle Leute, die eine andere Meinung als Du haben, als Sozialdemokraten. Das ist völlig grotesk.

      • Jan on 3. Januar 2010 at 22:00

        Nein, so einfach mache ich es mir nicht. Sozialdemokraten sind für mich im Wesentlichen die Leute, die meinen, anderen ihren Willen mit der (oft unbewiesenen und häufig vorgeschobenen) Begründung aufzwingen zu wollen, dass das für die Gesellschaft insgesamt gut wäre.

        Ausserdem mache ich übrigens noch einen Unterschied zu National-Sozialisten und anderen Leuten, die fremder Bürger Meinungen verbieten und bestrafen wollen und Menschenrechte per se in Frage stellen.

  4. Jan on 3. Januar 2010 at 22:45

    Ja, eine kleine Rolle scheinen sie dann doch noch zu spielen — aber auch das ist ja im Prinzip reinste Gesellschaftsklempnerei, qualitativ auch nicht besser oder schlechter als Rauch-, Trink– oder Brotmesserverbote, beispielsweise (nur teurer).

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