Über die Irrelevanz der SPD im Internet

Der Internetauftritt der SPD in Deutschland ist, man kann es leider nicht anders sagen, völlig irrele­vant. Und das ist selbst­ver­schul­det: die letzte Nachricht auf „spd.de” ist vom 23.12., seither ist auf der Website nichts mehr passiert. Die SPD-Bundestagsfraktion hat eben­falls Pause gemacht und seit dem 23.12. nichts mehr veröf­fent­licht — heute mal wieder eine kleine Nachricht zu China. Oho, wie inter­es­sant!

Die Abrufraten der YouTube-Videos sind einfach nur pein­lich. Das erste Video mit Andrea Nahles wurde gerade noch schlappe 1000 Mal abge­ru­fen, das aktu­elle bringt es auf gerade einmal 300 Abrufe. 300! Da bringt jedes Amateurvideo mehr Abrufe — das kann man mit Worten nicht mehr beschrei­ben.

Zum Vergleich: „CDU.tv” läuft. Das „Antritts-Interview mit CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe” wurde über 20.000 Mal (!) abge­ru­fen. Wer kennt schon Hermann Gröhe? Nur Politiknerds — und Andrea Nahles, die schon ewig im Geschäft ist, geht gnaden­los unter.

Die Wahlkampfplattform „wahlkampf09.de” wurde anschei­nend komplett abge­schal­tet; offen­sicht­lich, ohne die Inhalte zu retten. Schade. Teilweise waren gute Beiträge dabei — alles weg. (Die diver­sen im Wahlkampf gera­dezu infla­tio­när verwen­de­ten Domains wie „sozial-und-demokratisch.de” und „team-steinmeier.de” sind auch weg. Gott sei Dank.)

Die Mitmach-Plattform „meinespd.net” ist nach wie vor völlig unbrauch­bar. Die Blogs sind schlecht zu bedie­nen, den Gruppen fehlen elemen­tare Funktionen, von den Foren will ich gar nicht erst reden.

Dann die Sache mit den Bildrechten. Wenn man sich einen Gefallen tun will, dann lässt man die Finger von den Bildern, die der SPD-Parteivorstand online anbie­tet — ich kann schon gar nicht mehr zählen, in wie vielen Fällen die Bildrechte vom Willy-Brandt-Haus für die Online-Nutzung nur unzu­rei­chend geklärt wurden. Angeblich sollen SPD-Gliederungen die Flickr-Bilder des SPD-Parteivorstandes problem­los nutzen dürfen — aber, ich muss geste­hen, mein Vertrauen in die Online-Kompetenz in das Willy-Brandt-Haus ist mitt­ler­weile nicht mehr sehr groß.

Dabei machen es Landesverbände und Gliederungen teil­weise vorbild­lich vor: die NRWSPD stellt die Bilder ihres Flickr-Streams unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung; Hessen nutzt das Internet, um auf einen Wortbruch der Regierung Koch (Nachflugverbot) hinzu­wei­sen; Blogs sind in den Landesverbänden kein Fremdwort mehr. Und so weiter, und so fort.

Ein Blog des Parteivorstandes, in dem zeitnah über Sitzungen und Entscheidungen berich­tet wird, wäre eine gute Sache. Möglicherweise in Kooperation mit vorwärts.de, schließ­lich ist der Online-Auftritt des „vorwärts” so ziem­lich der einzige Lichtblick unter den SPD-Internetauftritten.

Die Bundes-Jusos stehen online-tech­nisch ziem­lich gut da: aktu­elle Website, ein gut gefüll­tes Blog — leider dringt dieses Blog nicht in die „Außenwelt” vor, die Debatten bleiben akade­misch, es entsteht keine Diskussion. Das Blog „Die Neue SPD” der Hessen-SPD ist mitt­ler­weile wieder einge­schla­fen — warum? Es ist wirk­lich gut gestar­tet, mit span­nen­den Ideen und guten Ansätzen. Das Forum DL 21 kocht sein eigenes Süppchen mit einem eigenen Blog, das leider kein Blog ist, sondern eine Text-Ablage. Kommentieren will dort natür­lich niemand — wozu auch? Die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) scheint zu denken: „Web 2.0, das läuft auch ohne uns” — jeden­falls ist mir keine FES-Initiative bekannt. Die Böll-Stiftung (GRÜNE) hinge­gen hatte im Wahlkampf ein überaus span­nen­des Wahlblog, die Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) ist im Netz hervor­ra­gend unter Gleichgesinnten vernetzt.

Angeblich sollen die SPD-Mitglieder über die künf­tige Afghanistan-Politik mitre­den dürfen; diverse Medien wussten bereits zu berich­ten, welcher SPD-Funktionär das gut und wer es schlecht findet. Ich finde es gut, hätte mir aber gewünscht — nein, ich hätte es erwar­tet, darüber per E-Mail und nicht per Spiegel Online infor­miert zu werden.

So könnte ich stun­den­land weiter­ma­chen. Wo ist die Schwierigkeit, ein Blog aufzu­set­zen und dieses zu befül­len? Natürlich werden die Abrufraten anfangs im Vergleich zu den großen Talkshows unglaub­lich enttäu­schend sein. Und natür­lich wird das Zeit und Arbeit kosten. Aber hey: andere bekom­men das auch hin. Und ich rede jetzt nicht von den Wahlkampf-Profis von Barack Obama — ich rede von ganz norma­len Menschen in Deutschland, die es schaf­fen, lesbare und fundierte poli­ti­sche Blogs zu betrei­ben. Da gibt es Radikalliberale, Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, Grüne, Sozialdemokraten; alle nur allzu bereit, ihre Meinung der welt­wei­ten Öffentlichkeit zu verkün­den (so wie ich selbst ja auch). Nur die eigent­li­chen Hauptpersonen, nämlich die Spitzenpolitiker, begnü­gen sich damit, die Mainstream-Medien zu bedie­nen und nehmen deren Filtermacht in Kauf.

Ich kann mich nur wieder­ho­len: ein Blog wird anfangs enttäu­schend sein. Aber es kann auch blitz­schnell umfas­send rezi­piert werden, wenn die Blogger nur hinrei­chend bekannt genug sind, wie die Blogs von Kai Diekmann und Michael Spreng zeigen. Und dann zahlt sich die anfäng­li­che Investition in Zeit und Geld sehr schnell wieder aus, und das zu Raten, von denen selbst die größten Hedgefonds nur träumen können. Natürlich nur, wenn man es richtig macht — das ist logisch.

Und nur zum Beweis, was für ein unglaub­li­ches Potenziel im Internet liegt, verlinke ich jetzt ein Schmink-Tipp-Video von „xKarenina” (profes­sio­nell gemacht, keine Frage), das am 6. Dezember hoch­ge­la­den wurde und heute bereits über 40.000 Mal (!!!) abge­ru­fen wurde:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=jlIS-_fxw1M&hl=de_DE&fs=1&]

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

23 Gedanken zu „Über die Irrelevanz der SPD im Internet“

  1. Harte Worte aus dafür bisher eher unge­wohn­ter Feder;)

    Aber wo ist bei den Blogs denn das Problem, du hast mit diesem Projekt hier doch längst respek­ta­ble Fakten geschaf­fen. Sicherlich wäre es ganz nett und würde zwei­fel­los die Bekanntheit schlag­ar­tig erhöhen, wenn der ein oder andere MdB/MdL sich even­tu­ell herab­las­sen würde, hier einzu­stei­gen. Aber unbe­dingt nötig ist das nicht, finde ich.

    Und das ist ja bei anderen Parteien auch nicht soo anders. Dort bloggt, wenn über­haupt, die Basis oder viel­leicht noch einzelne Abgeordnete auf ihren eigenen Seiten. Wirklich brauch­bare offi­zi­elle Partei-Blogs sind mir aber jeden­falls mit einer Ausnahme nicht bekannt, man kann also nicht grade behaup­ten, dass die SPD da jetzt ausser­ge­wöhn­lich schlecht wäre.

    Es bringt auch wenig, irgend­wen dazu verdon­nern zu wollen — sowas muss man schon selbst als sinn­voll erach­ten und auch machen wollen, sonst schläfts eh irgend­wann ein oder wird so stief­müt­ter­lich durch­ge­führt, dass es mehr schadet als nützt. Oder die Mitarbeiter betä­ti­gen sich als Ghostwriter, worauf man aller­dings dann auch getrost verzich­ten kann.

    Ansonsten hast du — soweit ich das beur­tei­len kann — mit vielem Recht. Nur ist die Konkurrenz ja besten­falls punk­tu­ell besser, insge­samt ist aber meines Erachtens zum Beispiel keine einzige dieser partei­ei­ge­nen Mitmach-Plattformen brauch­bar oder auch nur sonder­lich beliebt und bekannt (ich vermute: sie sind reine Modeerscheinungen und in Wahrheit völlig über­flüs­sig, die Vernetzung inner­halb der Parteien ist eben auch ohne so etwas vorhan­den und funk­tio­niert ja seit Jahrzehnten präch­tig).

    Unterm Strich fehlen wahr­schein­lich ein paar mehr Christian Soeders, die unter poli­ti­schem Engagement eben auch gewisse elek­tro­ni­sche Aktivitäten verste­hen (so wie ich selbst übri­gens auch). Sowas muss halt irgendwo von innen kommen und selb­stän­dig wachsen, kann einer Partei jeden­falls nicht durch ihre Spitze voll­stän­dig abge­nom­men werden, denke ich.

    Begünstigen kann sie es aller­dings sehr wohl, die Sache mit den Fotos ist beispiels­weise unglaub­lich doof.

    1. Es muss nicht ein Partei-Blog sein, aber viel­leicht ein „SPD-Rivva”, weil es eben schon viele gute SPD-Blogs gibt. Das kombi­niert mit der Presse-Abteilung im WBH, dazu noch meineSPD.net neu gemacht in die Parteiseite einbauen und schon ist sie da: Die perfekte SPD.de. Aber viel­leicht ein biss­chen zu modern…

  2. Aus der Seele gespro­chen!
    Das Schmink-Beispiel will aber wohl nur zeigen, dass Myriaden von Schmeissfliegen nicht irren können, wenn sie auf Sch.. fliegen. Vielleicht haben wir aber mehr zu bieten. Lasst es uns versu­chen!

  3. Deine Feststellung zu den Internetaktivitäten der SPD teile ich. Deine Schlussfolgerung, SPD-Vorstandsblog und gut ist, aller­dings nicht („Ein Blog des Parteivorstandes, in dem zeitnah über Sitzungen und Entscheidungen berich­tet wird, wäre eine gute Sache.”).

    Was soll den da anderes kommen als („Das Forum DL 21 kocht sein eigenes Süppchen mit einem eigenen Blog, das leider kein Blog ist, sondern eine Text-Ablage.”)? Du beschreibst es ja selbst.

    („nämlich die Spitzenpolitiker, begnü­gen sich damit, die Mainstream-Medien zu bedie­nen und nehmen deren Filtermacht in Kauf.”) und sind damit schnel­ler und umfas­sen­der bei der passiv konsu­mie­ren­den Gesellschaft als es ein Vorstandsblog schaf­fen könnte.

    Weblogs müssen m.E. von Einzelpersonen geführt werden (Tagebuch, persön­lich). Das weckt Neugier und deshalb gibt es gut wahr­ge­nom­mene und schlecht wahr­ge­nom­mene Blogs.

  4. Die Sozis sind hier nur effi­zi­ent. Im Vergleich zum Aufwand, den man als Blogger betrei­ben muss, ist der Effekt, den das Ganze auf Wählerstimmen hat, minimal.

    Nicht das Medium ist die Botschaft, die Botschaft selbst ist es. Wenn die SPD sich gegen Vorratsdatenspeicherung, gegen Netzsperren und gegen den Abmahnwahn einsetzt, braucht sie keine Blogs, um Sympathien bei denen zu gewin­nen, die Blogs lesen.

          1. Ich würde eher sagen, dass du den Schlüssel nur unter der dir bekann­ten Laterne suchst.

            Wenn du die verlo­re­nen Wähler unter den Bloglesern vermu­test, hätte ich, was die Geisteshaltung angeht, bei keinem SPD-Parteitag eine Chance gegen dich.

          2. Mh, also entwe­der, ich drücke mich undeut­lich aus, oder Du willst mich bewusst miss­ver­ste­hen. :-)

            1. Ausgangslage: spd.de wird kaum gelesen, geschweige denn rezi­piert.
            2. Ziel: „normale” Menschen dazu bringen, spd.de für span­nende Artikel/Kommentare/etc. aufzu­ru­fen.
            3. Meine Empfehlung: Blog aufbauen, um umge­fi­lert und direkt schrei­ben zu können.

            Dass man deshalb weiter in Talkshows gehen soll und dass die Politik stimmen muss, das dürfte klar sein. Aber wie kann man denn den Ist-Zustand nicht als bekla­gens­wert empfin­den?

          3. Dito ;-)

            ad 1. Who cares? Würde es wähler­tech­nisch einen Unterschied machen, der den Aufwand lohnt?

            ad 2. Warum? Die „norma­len Menschen” haben offen­sicht­lich keine Lust zu sowas. Wann merkt ihr Sozis endlich, dass es Bullshit ist, andere Menschen „zu etwas bringen” zu wollen? ;-)

            ad 3. Würde das was bringen, prak­ti­zierte man es längst. Der Markt funk­tio­niert auch bei Stimmen.

            Jetzt mal ehrlich: Wer von denen, die nicht eh schon über­zeugt sind, sucht die Seite einer Partei auf? Die Handvoll Leute, die wirk­lich dem klas­si­schen, von der Empirie leider wenig bestä­tig­ten Bild des sich umfas­send infor­mie­ren­den Wählers entspre­chen? Und was sollte er da finden? Ehrliche Aussagen? Ich lach mich schlapp. Du und ich und die anderen Blogger, wir können reden, wie uns der Schnabel gewach­sen ist, und wir können Meinungen äußern ohne Rücksicht darauf, wem sie gefal­len. Das wäre von Politikern wohl deut­lich zu viel verlangt, denn die Menschen, die sowas toll finden, sind gegen­über denen, die davon irri­tiert werden, extrem in der Minderheit und haben auch keinen Rückhalt in den sons­ti­gen Medien.

            Vielleicht sieht die Sache in ein paar Jahren anders aus. Momentan verhält sich die SPD da aber sehr effi­zi­ent.

          4. Kommunikation ist mehr als Propaganda.
            Die „Effizienz” über die klas­si­schen Medienkanäle eignet sich nur zur Agitation und das auch nur bei gewo­ge­nen oder beson­ders dummen Journalisten.
            Beides gibt es zu Hauf.
            Aber wenn ausge­rech­net die dümms­ten aus pers­n­li­chen Gründen nicht mehr so gewogen sind, hat man es plötz­lich mit einer Kampaigne zu tun und kommt auch nicht durch.
            Blogs, Foren und Websites öffnen einen eigenen Kanal, über den man vor allem auch mehr als Agitation betrei­ben kann. In diesen schrift­li­chen und nicht auf die Gnade von Redaktionen ange­wie­se­nen Kanälen kann man disku­tie­ren und Gegendarstellungen veröf­fent­li­chen.
            Wer solche eigenen Kanäle für vernach­läs­sig­bar hält, sollte sich mal den Erfolg der Böhsen Onkelz anschauen.
            Deren endgül­ti­ger Durchbruch war letzt­lich ein Ergebnis eigener Kommunikationskanäle — vom eigenen Flyer über das Buch zur Website.

            Übrigens eröff­nen eigene inter­net­ba­sierte Kanäle auch die Möglichkeit, die unter­schied­li­chen Meinungen und die demo­kra­ti­schen Meinungskämpfe inner­halb einer Partei darzu­stel­len, ohne diese von Journalisten auf noch dersel­ben Seite schlecht­re­den und diffa­mie­ren zu lassen.

  5. Wer von denen, die nicht eh schon über­zeugt sind, sucht die Seite einer Partei auf? Die Handvoll Leute, die wirk­lich dem klas­si­schen, von der Empirie leider wenig bestä­tig­ten Bild des sich umfas­send infor­mie­ren­den Wählers entspre­chen?

    Weiß ich nicht. Jedenfalls gibt es auf kommu­na­ler Ebene posi­tive Beispiele (OB-Wahl in Pforzheim aktuell). Das kann man sicher­lich nicht eins zu eins auf die Bundesebene über­tra­gen, aber es ist ein Indiz.

    Und effi­zi­ent ist es ganz sicher nicht, was die SPD im Internet veran­stal­tet. Zig Design-Änderungen, ständig neue Domains und Websites, dieses selt­same meinespd.net…

    Es ist ja nicht so, als würde nicht ständig was Neues auspro­biert. Aber das ist ja ein Teil des Problemas: man muss auch mal etwas durch­hal­ten.

  6. Wieso? Stimmt doch!
    Die Präsenz der SPD im Internet entspricht der (netz)politischen Irrelevanz.

    PS: darf man den neuen den neuen elek­tro­ni­schen Personalausweis mit in den Nacktscanner nehmen darf, oder geht der dann kaputt?

  7. Wieso? Stimmt doch!
    Die Präsenz der SPD im Internet entspricht der (netz)politischen Irrelevanz.

    Wir freuen uns schon auf die Schmicktipps mit Frau Nahles.

    PS: darf man den neuen elek­tro­ni­schen Personalausweis mit in den Nacktscanner nehmen ‚oder geht der dann kaputt?

  8. Ich glaube, Du wirfst einige Sachen durch­ein­an­dern. Wobei ich Dir im Ergebnis nicht wider­spre­chen möchte. Aber: Neben den offi­zi­el­len Sachen aus dem WBH laufen noch viele andere Initiativen — so wie zum Beispiel Euer Blog hier. Genannt sein sollten auch die WebSozis oder spd-net-sh, die Ortvereinen ein in Eigenarbeit erstell­tes System und viel persön­li­che Hilfe zur Verfügung stellen.

    Auch in Schleswig-Holstein haben wir während des Wahlkampfes zuge­se­hen, dass wir zumin­dest unsere eigenen Fotos unter CC stellen (http://www.flickr.com/photos/spd-sh/). Bei Profi-Fotografen ist das aber oft einfach zu teuer. Eine klare Ansage zur Lizenz sollte aber auf jeden Fall drin sein…

    Es ist ein ziem­lich Mammutaufgabe eine Lösung für alle zu liefern. Zumal sich das Netz extrem schnell verän­dert. Ja. meinespd.net ist nicht so einfach zu bedie­nen, wie face­book. Zum Teil ist es auch nicht verste­hen — da sind einfach Knöpfe an der falschen Stelle. Ein Layout-Make-over könnte schon viel verbes­sern. Der große Vorteil aber von meinespd.net ist, dass wir die Daten behal­ten und wissen, was damit passiert. Das sollte sich die SPD mal daten­schutz­mä­ßig zerti­fi­zie­ren lassen.

    Ich glaube auch nicht, dass Netzpolitik jetzt wirkklich DAS wich­tige Ding ist. Wichtig ist, dass nicht nur die SPD, sondern die gesamte Gesellschaft damit umgehen lernt, dass es die totale Sicherheit nur um den Preis der Unfreiheit geben kann. Es geht nämlich bei Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, Netzsperren nicht um das Internet, sondern um das Verhältnis zwischen Staat und BürgerInnen. Da hat die SPD soweit ich weiß eigent­lich eine ziem­lich klare Meinung und steht tradi­tio­nell für die Freiheit. Ich habe oft aber den Eindruck, dass den EntscheiderInnen nicht klar war, welche Einschnitte in die Freiheit sie da beschlie­ßen, wenn sie für die Vorratsdatenspeicherung stimmen.

    1. Die SPD in Schleswig-Holstein liefert hervor­ra­gende Arbeit im Internet ab. Da gebe ich Dir völlig recht. Die Gliederungen sind nicht das Problem. Mir ging es im obigen Beitrag um die Bundes-SPD, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt.

      Bei der Netzpolitik kann ich Dir nicht ganz zustim­men. Natürlich geht es dabei auch um das Verhältnis Staat und Bürger — aber es ist mehr als das. Dass das nicht das Hauptthema sein kann, ist aller­dings eben­falls klar.

Kommentare sind geschlossen.