Flughafen „Willy Brandt”

Laut Welt Online wird der Hauptstadtflughafen nach Willy Brandt benannt.

Willy Brandt

„Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, daß jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.” Abschiedsrede von Willy Brandt auf dem Kongress der Sozialistischen Internationale in Berlin am 15. September 1992 (verle­sen von Hans-Jochen Vogel).

Ich meine: Ehre, wem Ehre gebührt.

Bild: Karl-Heinz Münker-Appel; Lizenz: CC-BY-SA 2.0.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

10 Gedanken zu „Flughafen „Willy Brandt”“

  1. Einen Flughafen nach WB zu benen­nen ist besser als eine Kaserne- dafür gäb’s im Todesfall ja den Genossen Struck („…Deutschlands Freiheit wird am Hindukusch vertei­digt”).
    Mal schauen, was meine SPDler vor Ort sagen, wenn die nächste Strassen-Neu- bzw. Umbenennung ansteht ;-)

    1. Flughäfen sind halt größer. :)
      Aber was spräche denn gegen eine Kaserne?
      Brandt war kein Pazifist.
      Brandt hat Deutschland geliebt.
      Brandt hat Deutschand gedient.
      Brandt hat persön­li­che Risiken auf sich genom­men, als es drauf ankam und auch später als Politiker seinen Mann gestan­den.
      Willy-Brandt-Kaserne? Nicht schlecht.
      Mit etwas Humor könnte man dort Einheiten für Auslandseinsätze ausbil­den. :)

      1. @califax:
        So Einiges: „Bürger in Uniform”, die histo­ri­schen Lehren aus der NS-Zeit, als eine von gewis­sen­lo­sem Offizierkorps gelei­tete Soldateksa „am laufen­den Band” Kriegsverbrechen unter­stützte und teil­weise selbst durch­führte.
        a) irgend­ei­nen Beleg hierfür?
        b) naja, das sehen CDZler bis heute anders ;-)
        c) ich würde sagen, ja, aber s. o.
        d) stimmt- deswe­gen ausge­rech­net eine Kaserne nach WB benen­nen?
        e) nicht Mehrheits-fähig- zumin­dest im Osten
        f) ja, das wäre der Gipfel an Geschichts-Klitterung- ohne Brandt’s neue Ost-Politik hätte es wahr­schein­lich (mindes­tens einen) Krieg in Europa vor 1993 gegeben, an dem Deutschland betei­ligt gewesen wäre- immer­hin 27 Jahre ohne direkte Kriegsbeteiligung- das spricht gerade gegen solch eine Benennung.

        1. Die Wehrmacht als Grund zur Selbstentwaffnung?
          Das ist Borderline. Da könnte man auch wegen der Nazis das Strafrecht abschaf­fen nd anschlie­ßend jammernd die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen.

          a) Brandt war Antifaschist und kein Idiot. Man faschis­ti­schen Regimen nicht entge­gen­tre­ten, wenn man die Waffen wegwirft. Das hat WK II gezeigt. Im Gegensatz zu den ganzen Borderlinern und Peace-Heuchlern hatte Brandt genü­gend Grips, um so einfa­che Zusammenhäbge zu sehen.
          (Auch wenn sie ihm viel­leicht nicht gepaßt haben.)
          e) Was „wissen” Sie denn über den Osten?
          f) Sie haben eben erstens keinen Humor und zwei­tens nicht auf die Vita von Brandt geach­tet..
          Er war während des Regimes im Ausland, hat dort im Widerstand gear­bei­tet. Ein Auslandseinsatz im Dienste des Vaterlands. Par Excellence.

  2. @claifax:
    Ich hatte keines­wegs „Pazifismus” gemeint, rege die Lektüre der SIPRI-Vorschläge aus den 70–80er Jahren an (habe ich noch in der Schule gelernt, dafür gab’s bei uns noch keine Atomphysik ;-)
    Bin über WB durch­aus im Bilde, inklu­sive „meines” ersten subjek­tiv wahr­ge­nom­me­nen Wahlkampfs 1972, verbitte mir daher den beleh­ren­den Ton.
    Ich kenne meine Partei, denke ich, ganz gut, die z. B. in Sachsen-Anhalt, im Gegensatz zur „Volkspartei” SPD, stärkste Partei und weit mehr grund­le­gend pazi­fis­tisch ist, als die Linkspartei im Westen. Im Übrigen wüßte ich mal gerne, was an Antimilitarismus oder Pazifismus lach­haft sein soll bzw. was der Vergleich mit der Strafjustiz soll… („Totalitarismus-Theorie”?)
    Der Vorwurf, „humor­los” zu sein, ist lustig :-)
    Emigration als „Auslandseinsatz”- ups, das ist ja inter­es­sant- WB hätte die Bomben von Kunduz also gutge­hei­ßen? Aha.

    1. Auslandseinsatz -> Kunduz.
      Wie der pawlow­sche Hund.

      Das mit dem Antimilitarismus und Pazifismus war aller­dings ein durch­aus guter Ansatz. Das Gelächter, als Sie das schrie­ben, war bis nach Venezuela zu hören.
      Wer ist denn bei Ihnen am pazi­fis­tischs­ten?
      Die NVA-Veteranen?
      Die Kundschafter des Friedens?
      Die Kommunistische Plattform?
      Cuba Si?
      Die Autonomen mit ihren pazi­fis­ti­schen Maifestspielen?
      Die Freunde von Hisbollah und Hamas?
      Ihr „Pazifismus” hat sich seit der Zeit, als er von Wolf und Schalck-Golodkowski finan­ziert wurde, keinen Deut geän­dert: Die Demokratie soll gefäl­ligst die Waffen stre­cken und vor ihren Feinden kapi­tu­lie­ren.
      Sehen Sie, Brandts Rolle beschränkt sich eben nicht darauf, die DDR ein paar Jahre vor dem Staatsbankrott geret­tet zu haben.
      Insbesondere ist er heute noch in ganz Deutschland, Osten inklu­sive weitaus popu­lä­rer als irgend­ein Kommunistenbonze es je war.
      Und bei der Popularität der Bundeswehr würde ich mich an Ihrer Stelle nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ihre Stärke beruht auch auf dem Versagen der Konkurrenz. Aber auch so eine Position kann man durch Volksferne in eine pein­li­che Niederlage verwan­deln. Das hat Ypsilantis Kunststück, einen schon geschla­ge­nen Koch noch zu unter­bie­ten, dras­tisch demons­triert.

  3. Ich wünsche viel Spaß in einer beque­men neoli­be­ra­len Parallel-Welt irgendwo zwischen Krauss-Maffei und Ronald Reagan.
    Inhalt ist nicht das bloße Aneinanderreihen von Worten
    („… und was its mit Tee?” ;-)
    Früher hätte ich einfach geant­wor­tet: „Fick Dich”.
    Jetzt bin ich älter und gesetz­ter, sage „Prost” und über­lasse den Geifer lieber den „cali­fa­xen” :-)

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