Kleiner Nachtrag zur Causa Ypsilanti und die Viererbande: mit dem heutigen Tag ist Andrea Ypsilanti in meinen Augen vollständig rehabilitiert. Wenn selbst die „BILD” (!) über den „neuen Job” bei der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung (!) für die „Ypsilanti-Killerin” Carmen Ewerts spekuliert, und dann am Ende noch berichtet, was aus „den anderen Ypsilanti-Killern” wurde, dann weiß man: Ypsilanti ist nichts vorzuwerfen. Denn: die „BILD” ist nicht gerade als Ypsilanti-Freundin bekannt, oder als linkes Kampfblatt — im Gegenteil. Und wenn selbst dieses CDU-Hausorgan auf diese Weise berichtet…
PS: Fast schon ein sympathischer Zug von Roland Koch, dass er sich um seine Helfershelfer kümmert.

Ich möchte so gern Sozialdemokrat sein, aber ich kann nicht. Das ist mir nach Lektüre dieses Beitrags wieder einmal klar geworden. Die schäbige, sektiererische Art, in der die hessische SPD mit ihren Abweichlern umgegangen ist, scheint nicht bloß ein Ausrutscher gewesen zu sein, wenn Silke Tesch, als sei das ein Gnadenakt, „nur” mit einem Ämterverbot belegt wird und sie und die anderen noch immer als Roland Kochs Helfershelfer beleidigt werden. Davon wird sich die Partei so schnell nicht reinwaschen können: dass sie Menschen unter Druck gesetzt, gemobbt und bestraft hat dafür, dass sie das tun, was sie ihren Wählern versprochen haben. Bleibt unter euch, wenn ihr so etwas rechtfertigt!
Für mich war Ypsilanti spätestens nach den Artikeln über die wahren Motive der Vierer-Bande rehabilitiert.
Falls du den Artikel übrigens verlinken willst:
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/24/spd-ypsilanti-rebellin-carmen-everts/bekommt-neuen-job.html
@Kalle Kappner: Das ist keine Rehabilitierung. Ypsilanti hat ihr Versprechen gegenüber den Wählern gebrochen, die Abweichler nicht — ganz egal, was ihre „wahren Motive” waren. Das Buch von Volker Zastrow, auf das die von Ihnen erwähnten Artikel zurückgehen, legt übrigens recht überzeugend dar, dass die Motive keineswegs bei allen gleich waren.
Mich wundert das mit der „Rehabilitierung” auch. Aber unter Genossen gilt als eigentlicher Fehler Ypsilantis wohl, dass sie nicht gewählt wurde.
Der Fehler war, Koalitionen auszuschließen. Das passiert uns hoffentlich nicht noch einmal…
Ypsilanti hat das ja nicht aus Überzeugung gemacht, sondern weil sie bestimmte Wähler, die eben keine Zusammenarbeit mit der „Linken” wollten, trotzdem auf ihre Seite ziehen wollte. Ohne diese Täuschung hätte sich vielleicht das Problem gar nicht gestellt…
Gut möglich, dass weniger Menschen die Hessen-SPD gewählt hätten, wäre im Vorfeld eine Koalition mit der Linken nicht ausgeschlossen worden; aber das ist nun wirklich reine Spekulation. ;)