EKD-Kammer: Das Gemeinwohl leidet, wenn die Steuermoral sinkt

20. November 2009
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Eine weitere Institution kritisiert die schwarz-gelben Steuersenkungspläne:

So nötig Umstrukturierungen und neue Akzentsetzungen im Steuersystem in Einzelfällen sind, so wenig ist auf absehbare Zeit Raum für allgemeine Steuersenkungen. Das ist das Ergebnis der Studie „Transparenz und Gerechtigkeit – Aufgaben und Grenzen des Staates bei der Besteuerung“, die die Kammer für soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgelegt hat.

Die Studie hebt hervor, dass sich in der Akzeptanz der Besteuerung die Selbstverpflichtung von Bürgerinnen und Bürgern zeige, auch materiell zum Gemeinwohl beizutragen. Ausdrücklich betonen die Vorsitzenden der Sozialkammer, die Professoren Reinhard Turre (Magdeburg) und Gert G. Wagner (Berlin) in ihrem Vorwort, dass es besonders problematisch sei, wenn Leistungsträger mit hohen Einkommen sich durch Steuervermeidung „aus der Verantwortung schleichen“, Schwarzarbeit als Kavaliersdelikt gelte und breite Bevölkerungsschichten wenig sensibel mit der Steuermoral umgehen, ohne die kein zivilisierter Staat gestaltet werden könne. „Unser Staat verdient gerade für seinen Reformbedarf die breite Unterstützung der Bürger – und dies muss sich auch in der Steuermoral ausdrücken“, so Prof. Gert G. Wagner.


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6 Responses to EKD-Kammer: Das Gemeinwohl leidet, wenn die Steuermoral sinkt

  1. laszloriedl on 22. November 2009 at 10:28

    Dass die Kirche nicht sonderlich begeistert von Einkommensteuersenkungen ist, braucht niemanden zu wundern. Schließlich finanziert sie sie vor allem über die Kirchensteuer. Diese berechnet sich nach der Einkommensteuer(9% der Steuerlast jedes Kirchenmitglieds). Steuersenkungen bedeuten somit Einnahmeverluste für die Kirche.

    • Christian Soeder on 22. November 2009 at 13:49

      Das spielt mit Sicherheit mit rein, aber der einzige Grund ist das vermutlich nicht. ;)

  2. Laszlo Riedl on 22. November 2009 at 23:19

    Aber im Hinterkopf sollte man dieses Eigeninteresse bei der Bewertung steuerpolitischer Äußerungen seitens der Kirche schon behalten.

  3. nk on 23. November 2009 at 13:05

    Grundsätzlich wäre es das sauberste, die Finanzierung der Kirchen über vom staat eingezogene Gelder zu beenden, das sage ich als Katholik.

    Im übrigen möchte ich mal wissen, wieso man eine in letzter Instanz erzwungene Beteiligung an irgendwelchen Staatsausgaben moralisch aufwerten soll. Aus christlicher Sicht lässt sich das jedenfalls nicht begründen. Nächstenliebe muss freiwillig sein.

    • Christian Soeder on 23. November 2009 at 13:14

      Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!” Matthäus 22,21

  4. nk on 23. November 2009 at 13:31

    Ich wusste, dass das kam :)
    Aber : was ist denn des Kaisers ? Und warum soll man es ihm geben ? Weil der das Recht dazu hat ? oder weil er die irdische Macht dazu hat und das Christentum genau KEINEN politischen Kampf führt?

    Der Staat basiert auf Gewalt. Immer.

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