Der Wachstumskult

Hier ist ein ganz hervorragender Artikel von SPIEGEL ONLINE. Diese Fragen sollten wir uns alle stellen.

Ich stelle noch einen Aspekt hinzu. Mit welchem Recht meinen wir, unseren eigenen Lebensstandard mit immer höherem Ressourcenverbrauch immer weiter steigern zu müssen, während wir bei denen Menschen auf der Welt, die es bitter nötig hätten, knausern?

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10 Kommentare

  1. Erstellt am 19. November 2009 um 21:28 | Permanent-Link

    Das sieht man schon daran, dass wir uns von der neuen Regierung ein „Wachstumsbeschleunigungsgesetz” verpassen lassen.

    Ich habe die neue Regierung nicht gewählt, und möchte für ihre (Un-)Taten deshalb auch nicht in Geiselhaft genommen werden.

    Die Banker zeigen sich doch nicht knauserig, weil sie ihre Kunden ärgern wollen. Sie tun genau das, was sie vor Ausbruch der Krise allzu häufig unterlassen haben: Sie taxieren die Chancen, den Kredit zurückbezahlt zu bekommen. Sie gehen also keine allzu hohen Risiken ein. Kredite und Eigenkapital sollen in einem beherrschbaren Verhältnis bleiben.

    Und das ist Unfug. Einem Mittelständler keinen Kredit zu geben ist etwas völlig anderes, als mit hochriskanten Finanzprodukten an der Börse zu zocken.

    Spätestens seit Reagans gescheitertem Großversuch wissen die Ökonomen, dass die Selbstfinanzierung der Konjunktur über Schulden nicht funktioniert. Höchstens 30 bis 40 Prozent der eingesetzten Mittel werden wieder eingespielt.

    Richtig, bekannt. Deshalb wollte die SPD die Steuern für Spitzenverdiener auch erhöhen.

    Die Sozialdemokraten haben bei ihren Hartz-IV-Reformen und der Rente mit 67 erlebt, wo Politiker landen, die dieser Gesellschaft Verzicht abverlangen.

    Das ist leider wahr.

    Ich finde es natürlich toll, dass bei SPON plötzlich mal was Neues zu lesen ist, aber wer hat denn Schwarz-Gelb in den Himmel geschrieben? Ich war’s jedenfalls nicht…

  2. Erstellt am 19. November 2009 um 21:33 | Permanent-Link

    Und würde die Europäische Union die vielen Zölle auf Waren aus der „Dritten Welt” auf ein normales Maß schrauben, und würden die Subventionen auf landwirtschaftliche Produkte endlich gestrichen, dann wäre auch vieles anders.

  3. Kalle Kappner
    Erstellt am 19. November 2009 um 21:51 | Permanent-Link

    Dass ein Wirtschaftssystem, das auf potentiell ewiges Wachstum angewiesen ist in einer endlichen Welt grundlegend fehlplaziert ist oder zumindest nicht mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit zu vereinbaren ist — das ist eine ebenso logische wie auch verdrängte Tatsache.

    • Erstellt am 19. November 2009 um 21:57 | Permanent-Link

      Die Sonne ist eine unendliche Energiequelle, und aus Energie kann man quasi alles machen; es muss also „nur” geschafft werden, mehr Energie durch Solarkraft zu gewinnen als hineinzustecken.

      Das „carbone Zeitalter” mag am Ende sein, das solare Zeitalter beginnt jedoch erst.

      • Kalle Kappner
        Erstellt am 19. November 2009 um 22:15 | Permanent-Link

        Sehr interessante These, aber letztlich noch realitätsfremder/theoretischer als mein Kommentar ;).

        • Erstellt am 19. November 2009 um 22:21 | Permanent-Link

          Ist es denn nicht so? Wer hätte denn vor 20 Jahren erwartet, dass heute kleine Geräte existieren würden, mit denen man telefonieren, fotografieren und noch viel mehr machen kann?

          Warum soll es denn nicht möglich sein, in 50 Jahren Solarenergie, Windkraft und dergleichen mehr zu nutzen?

          • Kalle
            Erstellt am 19. November 2009 um 22:32 | Permanent-Link

            Das bestreite ich nicht. Aber um die Diskussion noch abstrakter zu gestalten: Nach derzeitig physikalischem Mainstream ist die Energie in unserem Universum endlich. Das bestätigt meine Argumentation.

          • Erstellt am 19. November 2009 um 22:40 | Permanent-Link

            Ok, klar, irgendwann verglüht auch die Sonne. Aber darüber müssen wir kleine Menschlein uns wirklich keine Gedanken machen. :)

  4. F.Alfonzo
    Erstellt am 23. November 2009 um 00:36 | Permanent-Link

    @ Christian:

    Ich weiss nicht, ob du den Blogeintrag auch geschrieben hast, ich nehm dich einfach mal in Gesinnungsverantwortung:

    1. In Spon steht nur Schwachsinn, holds for anytime, anywhere.

    2. Ich erkläre euch mal, wo Wirtschaftswachstum herkommt: Langfristig (und das ist das zentrale Wort: ohne kurzfristige, staatliche Manipulation) gibt es nur eine Quelle für Wirtschaftswachstum: Innovation.
    Innovation bedeutet nichts anderes, als vorhandene Ressourcen sparsamer, billiger, effizienter zu nutzen.

    3. Ich bin Liberaler, was natürlich nicht bedeutet, dass ich schwachsinnige Gesetze für gut halte. Aber ich glaube da kannst du dir an die eigene Nase fassen :)

    Mehr muss ich nicht sagen… Die Moral hier ist: Glaub nix was in Spon steht, vor allem, wenn’s um wirtschaftliche Dinge geht. Meine Favourites (kann ich nur empfehlen, jenseits von politischem Engagement): Telegraph.co.uk und bloomberg.com.
    Keine Propaganda, nur Fakten; kurz, knapp und korrekt.

    • Erstellt am 23. November 2009 um 00:51 | Permanent-Link

      Wer den Blog-Eintrag geschrieben hat, steht unter dem Artikel. Bei „Rot steht uns gut” gibt es keine Redaktion. :)

      Ad 1: Sehe ich mittlerweile fast auch so…

      Ad 2: Stimmt, Innovation ist ein zentraler Faktor. Energie ist ein weiterer. Ohne Energie kein Wachstum.

      Ad 3: Ich als wertkonservativ-liberaler Salonsozialist bin gegen schwachsinnige Gesetze. ;-)

Ein Trackback

  1. Von Christian Soeder am 19. November 2009 um 20:27

    [rotstehtunsgut] Der Wachstumskult: Hier ist ein ganz hervorragender Artikel von SPIEGEL ONLINE.. http://bit.ly/Ntidj

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