Klaus Ness über Dieter Dombrowski: „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”

10. November 2009
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Der brandenburgische CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski ist bei der Vereidigung von Matthias Platzeck in DDR-Häftlingskleidung durchs Bild marschiert, und erklärte mit markigen Worten: „Bei so viel Unaufrichtigkeit und Machtgier der wiedervereinigten Linken ist es mir eine Ehre, die Kleidung der DDR-Bürger zu tragen, die sich nicht gefügt haben.” Warum die Aktion kompletter Unfug ist, erklärt der Generalsekretär der SPD Brandenburg, Klaus Ness:

Während der gestrigen Landtagssitzung erregte der brandenburgische CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski mit einer spektakulären Aktion gegen die Regierungsbeteiligung der Linken bundesweites Aufsehen. Diese Aktion war Ausdruck eines hohen moralischen Rigorismus, der zu akzeptieren ist, wenn er von Personen kommt, die eine konsequente politische Haltung haben. Genau das ist aber Dieter Dombrowski nicht.

Noch vor drei Jahren warb er als CDU-Landesvorstandsmitglied und Kreisvorsitzender im Havelland offensiv für ein Bündnis von CDU und Linke bei der Cottbuser OB-Wahl. Unter anderem sagte Dombrowski damals in einem Interview mit dem Tagesspiegel: „Die PDS ist nicht mehr die SED. Die Bürger nehmen die PDS als normale Partei wahr, die mit anderen im Wettbewerb steht. Es bringt nichts, ständig auf die SED-Vergangenheit zu verweisen.” Diese und weitere Äußerungen des CDU-Generalsekretärs in dem Interview beweisen für mich, dass er die von sich behauptete Legitimation für seine gestrige Aktion nicht besitzt. Jemand, der eine solche Aktion macht, darf sich nicht dabei erwischen lassen, das auch für ihn der Satz gilt: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche. Zum Schluss bleibt für mich übrig: Dombrowskis Aktion war kalkulierter, aber unglaubwürdige Klamauk. Seine eigentlichen Beweggründe offenbart Dombrowski ebenfalls in dem Interview. Auf die Frage, ob er auch Bündnisse von PDS und CDU im Landtag für möglich halte, antwortet Dombrowski: „Das ist für mich im Moment nicht vorstellbar — allerdings nicht wegen der SED-Vergangenheit, sondern weil es gravierende Unterschiede zwischen beiden Parteien in zentralen Fragen gibt. Aber es ist misslich, dass die SPD die PDS immer als geborenen Partner sehen kann und die Union damit zu erpressen versucht.”


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4 Responses to Klaus Ness über Dieter Dombrowski: „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”

  1. Kalle on 11. November 2009 at 18:39

    Es ist ewig das gleiche Spiel mit der CDU. Sie ist im Osten zerissen zwischen ihren moralischen Ansprüchen und dem Verlangen nach Macht/Regierungsbeteiligung.

  2. dieter on 4. Dezember 2009 at 21:08

    So ist das mit linken Jusos aus dem Westen die keinen Tag in der DDR gelebt haben aber genau zu erklären wissen wie das war. Das angebliche Bündnis zwischen CDU und LINKE in Cottbus hat es nie gegeben. Richtig ist, dass alle 7 Fraktionen in der SVV ein Bürgerbündnis zur Abwahl der Oberbürgermeisterin geschlossen hatten. Die Abwahl war erfolgreich. Lügen haben kurze Beine.….

    • Christian Soeder on 4. Dezember 2009 at 21:15

      a. Man muss nicht in der DDR gelebt haben, um Vorgänge im „Osten” bewerten zu können.
      b. Der obige Beitrag ist von Klaus Ness.

  3. beyer on 18. März 2010 at 08:44

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    zur Person des CDU-Generalsekretärs Dombrowski bewegt mich immer die Frage, hat er in der DDR gegen bestehende Gesetze verstoßen und war er ein Rechtsverletzer, der deswegen zur Verantwortung gezogen wurde? Vom 16 Millionen ehemaligen DDR-Bürgern haben sich ca. 15.5. Millionen rechtschaffend und straffrei verhalten. Müssen sich diese Bürger unter Bezug auf einige Auzssagen von Dombrowski und der Brandenburger CDU nicht ein Fehlverhalten nachsagen lassen?
    MfG
    H. Beyer

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