Klaus Ness über Dieter Dombrowski: „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”

Der bran­den­bur­gi­sche CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski ist bei der Vereidigung von Matthias Platzeck in DDR-Häftlingskleidung durchs Bild marschiert, und erklärte mit marki­gen Worten: „Bei so viel Unaufrichtigkeit und Machtgier der wieder­ver­ei­nig­ten Linken ist es mir eine Ehre, die Kleidung der DDR-Bürger zu tragen, die sich nicht gefügt haben.” Warum die Aktion komplet­ter Unfug ist, erklärt der Generalsekretär der SPD Brandenburg, Klaus Ness:

Während der gest­ri­gen Landtagssitzung erregte der bran­den­bur­gi­sche CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski mit einer spek­ta­ku­lä­ren Aktion gegen die Regierungsbeteiligung der Linken bundes­wei­tes Aufsehen. Diese Aktion war Ausdruck eines hohen mora­li­schen Rigorismus, der zu akzep­tie­ren ist, wenn er von Personen kommt, die eine konse­quente poli­ti­sche Haltung haben. Genau das ist aber Dieter Dombrowski nicht.

Noch vor drei Jahren warb er als CDU-Landesvorstandsmitglied und Kreisvorsitzender im Havelland offen­siv für ein Bündnis von CDU und Linke bei der Cottbuser OB-Wahl. Unter anderem sagte Dombrowski damals in einem Interview mit dem Tagesspiegel: „Die PDS ist nicht mehr die SED. Die Bürger nehmen die PDS als normale Partei wahr, die mit anderen im Wettbewerb steht. Es bringt nichts, ständig auf die SED-Vergangenheit zu verwei­sen.” Diese und weitere Äußerungen des CDU-Generalsekretärs in dem Interview bewei­sen für mich, dass er die von sich behaup­tete Legitimation für seine gest­rige Aktion nicht besitzt. Jemand, der eine solche Aktion macht, darf sich nicht dabei erwi­schen lassen, das auch für ihn der Satz gilt: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche. Zum Schluss bleibt für mich übrig: Dombrowskis Aktion war kalku­lier­ter, aber unglaub­wür­dige Klamauk. Seine eigent­li­chen Beweggründe offen­bart Dombrowski eben­falls in dem Interview. Auf die Frage, ob er auch Bündnisse von PDS und CDU im Landtag für möglich halte, antwor­tet Dombrowski: „Das ist für mich im Moment nicht vorstell­bar — aller­dings nicht wegen der SED-Vergangenheit, sondern weil es gravie­rende Unterschiede zwischen beiden Parteien in zentra­len Fragen gibt. Aber es ist miss­lich, dass die SPD die PDS immer als gebo­re­nen Partner sehen kann und die Union damit zu erpres­sen versucht.”

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

4 Gedanken zu „Klaus Ness über Dieter Dombrowski: „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!”“

  1. Es ist ewig das gleiche Spiel mit der CDU. Sie ist im Osten zeris­sen zwischen ihren mora­li­schen Ansprüchen und dem Verlangen nach Macht/Regierungsbeteiligung.

  2. So ist das mit linken Jusos aus dem Westen die keinen Tag in der DDR gelebt haben aber genau zu erklä­ren wissen wie das war. Das angeb­li­che Bündnis zwischen CDU und LINKE in Cottbus hat es nie gegeben. Richtig ist, dass alle 7 Fraktionen in der SVV ein Bürgerbündnis zur Abwahl der Oberbürgermeisterin geschlos­sen hatten. Die Abwahl war erfolg­reich. Lügen haben kurze Beine.….

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,
    zur Person des CDU-Generalsekretärs Dombrowski bewegt mich immer die Frage, hat er in der DDR gegen bestehende Gesetze versto­ßen und war er ein Rechtsverletzer, der deswe­gen zur Verantwortung gezogen wurde? Vom 16 Millionen ehema­li­gen DDR-Bürgern haben sich ca. 15.5. Millionen recht­schaf­fend und straf­frei verhal­ten. Müssen sich diese Bürger unter Bezug auf einige Auzssagen von Dombrowski und der Brandenburger CDU nicht ein Fehlverhalten nach­sa­gen lassen?
    MfG
    H. Beyer

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