Kurz verlinkt: FDP-Sozis, Wein-Sozialismus, Brüderle-Mittelmaß, Journalisten-Missbrauch

FAZ, 25.10.2009: Staatsgeld für alle: Das Elend der FDP:
Dass nun auch die Liberalen sich dem Mainstream anschlie­ßen, kommt nicht gänz­lich über­ra­schend: Schließlich waren sie immer schon eine Klientelpartei zum Privilegienschutz der Klempner, Apotheker, Rechtsanwälte und anderer Besserverdiener. Meist spra­chen sie „Pro Business“, selten spra­chen sie „Pro Markt“. Dass man sie als „Marktliberale“ beschimpft, beruhte immer schon auf einem Missverständnis: Ein markt­li­be­ra­les Programm hätte das Ende der Privilegienwirtschaft zur Folge gehabt. Das war noch nie das Geschäftsmodell der FDP. Doch jetzt haben sie einfach ihr tradi­tio­nel­les Prinzip der Privilegienwirtschaft erwei­tert und es sozu­sa­gen sozi­al­de­mo­kra­ti­siert.

antibuerokratieteam.net, 24.10.2009: Prösterle:
Aus dem Koalitionsvertrag: Wir setzen uns für den Erhalt der Qualität unserer Weinproduktion, die Wahrung der Herkunftskennzeichnung als Erkennungsmerkmal für Verbraucher und die Sicherung der inter­na­tio­na­len Wettbewerbsfähigkeit ein. Wir setzen auf den Erhalt der Pflanzrechte, eine effek­tive Gemeinschaftswerbung und Exportförderung.

FAZ, 25.10.2009: Rainer Brüderle: Unser neuer Wirtschaftsminister:
Der Mittelstand, das ist Brüderles Ding, sein Thema. Das ganze Koalitionskonzept für die Wirtschaft trägt seine Handschrift, und jetzt steht fest: Er soll es auch umset­zen, als neuer Bundeswirtschaftsminister.

Der Spiegel, 12.09.2005: Karrieren: Mister Mittelmaß:
Einmal war er Gast in der „Harald Schmidt Show”. Schmidt kündigte als Programmpunkt „Saufen mit Brüderle” an. Dann kam Brüderle und sagte: „Wir haben ein Imageproblem. Die Produkterotik muss ein biss­chen vermit­telt werden.” Er meinte den deut­schen Wein. Er verriet, dass er meist schon mittags anfange, Wein zu trinken, und Schmidt sagte: „Ich würde gern tags­über trinken, aber ich schaffe es nicht.” „Das is’ ‚ne Übungsfrage”, ermu­tigte Brüderle. Später sagte er noch was Politisches. „Es wäre wichtig, wenn sich in Deutschland etwas ändert. Wenn sich nichts ändert, dann ändert sich auch nichts.” „Sehr gut”, sagte Schmidt. „Das finde ich mal konkret. Ich hatte schon Angst, Sie kommen jetzt mit ‚ner Floskel.”

Zapp, 21.10.2009: Wie die Koalitionäre Journalisten instru­men­ta­li­sie­ren:
Der Redakteur Wulf Schmiese von der FAZ kriti­siert: „Ausbrüche sind konstru­iert, damit wird Verhandlungsmasse aufge­baut, die man sich dann hinter­her sich wieder abkau­fen lassen kann. Wenn man sich irgendwo hinstellt und sagt: So weit gehe ich nicht, und das soll die Öffentlichkeit wissen, das steht dann in den Zeitungen. Und am nächs­ten Tag kann man dann sozu­sa­gen diesen Popanz sich wieder abkau­fen lassen, den man am Vortag aufge­baut hat.“ Die Parteispitzen taktie­ren, loten Grenzen aus. Und manch­mal machen sie es absicht­lich so, dass es zu den Journalisten durch­si­ckert.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.