Sarrazin V

Alan Posener legt in der Causa Sarrazin noch einmal nach:

Thilo Sarrazin und die Folgen. Die rassis­ti­schen Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds erhit­zen noch immer die Gemüter in der Presse und das von Welt-Redakteur Alan Posener. Nicht nur als Abkömmling erfolg­reich inte­grier­ter Berlin-Einwanderer aus Posen muss er die von Sarrazin Verunglimpften in Schutz nehmen.

Posener stellt fest: „Rassismus bleibt Rassismus.” Und, was soll ich sagen: Posener hat natür­lich recht.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

15 Gedanken zu „Sarrazin V“

  1. Hallo1

    Natürlich hat Herr Sarrazin recht. Seine Argumente waren diffe­ren­ziert und man sollte seinen Vorschlägen beach­tung schen­ken anstatt ihn zu degra­die­ren. Meinungsfreiheit ist fester Bestandteil des Grundgesetzes. Herr Sarrazin hat nichts anderes getan, als von dem Recht Gebrauch gemacht eine Wahrheit ausspre­chen zuu dürfen. Wenn sich auf Mallorca Deutsche Bürger daneben beneh­men darf muss das genauso behan­delt und ange­spro­chen werden.Wir haben in Deutschland ein ernstes Problem mit vielen Muslimen, die sich nicht genü­gend inte­gra­ti­ons­wil­lig zeigen. Das bestä­ti­gen sogar viele derer Landsleute. Der Opportunismus und die pure Angst den Mund zu öffnen muss hier endlich aufhö­ren. Es muss ausge­spro­chen werden, was schon vielen hier miss­fällt. Es muss eine strik­tere Ausländerpolitik geführt werden!!!

    Viele Grüße

    Nils

  2. @Nils: Dein letzter Satz „Es muss eine strik­tere Ausländerpolitik geführt werden!!!” sagt was du wirk­lich willst. Deine Lösung scheint zu lauten: „Grenzen dicht und Abschiebung”. Du schreist nach etwas, dass es schon lange gibt und scheinst die Fakten nicht zu kennen.

    Ich lebe hier in Bayern und ich kenne Richter, welche über solche Fälle zu entschei­den haben und glaub mir die Gesetzeslage (aber auch die Interpretation einiger Richter) ist derart streng, dass nur die aller­we­nigs­ten Asylsuchenden einen Aufenthaltstitel bekom­men (unterer einstel­li­ger Prozentbereich). Der Rest *MUSS* das Land verlas­sen. Nur wenn man dank seines Berufs wirt­schaft­lich wert­voll für das Land ist, kann man leich­ter (aber nicht leicht!) nach Deutschland kommen.

    Es gibt von dieser sehr strik­ten Handhabung zwei große histo­ri­sche Ausnahmen:
    1. die soge­nann­ten Gastarbeiter
    2. Russlanddeutsche

    und zwei bestehende: Ehepartnernachzug und EU-Bürger.

    Die Gastarbeiter haben unbe­grenzte Aufenthaltsgenehmigungen und haben auch dank ihrer lang­jäh­ri­gen harten Arbeit hier in Deutschland ein Anrecht darauf und auf Sozialleistungen des Staates. Ihre schlechte Integration ist größ­ten­teils Schuld der Bundesrepublik Deutschland.

    Die Russlanddeutschen haben dank „deut­scher Blutsverwandschaft” vergleichs­weise leicht die deut­sche Staatsbürgerschaft erhal­ten, weit­ge­hend unab­hän­gig von ihren Sprachkenntnissen usw. An ihrer nicht ausrei­chen­den Integration tragen alle Seiten gleich­viel Schuld.

    Ehepartnernachzug wird häufig dazu ausge­nutzt, „die passende Frau” im Ausland zu heira­ten und dann nach Deutschland zu bringen. Von Ausnutzen, statt mora­lisch begrü­ßens­wer­ter Inanspruchnahme kann man immer dann spre­chen, wenn sich beide Partner vorher kaum kannten. Viele junge männ­li­che Türken werden mit einer weit­läu­fi­gen Verwandten aus der Türkei verhei­ra­tet, welche dann nach Deutschland nach­zieht. Das liegt zum einen an den Gebräuchen dieser Menschen und zum anderen aber auch daran, dass türki­sche Mädchen in Deutschland häufig als zu eman­zi­piert betrach­tet werden. Es gibt aber auch einer erheb­li­che Zahl Deutscher, die sich eine Braut aus Südostasien, wie die Phillipinen oder Thailand holen. Die Integration dieser Frauen, die natür­lich so eine Heirat als Mittel zum sozia­len Aufstieg begrei­fen müssen, ist auch nicht gerade eben leicht. Zusammenfassend ist die extrem schlechte Integration nach­ge­zo­ge­ner Ehepartner fast ausschließ­lich Schuld der Familien (ihrer Männer und deren Familie).

    EU-Bürger sind meis­tens sehr gut inte­griert, wobei es hier Unterschiede gibt: Franzosen und Spanier bspw. sehr gut, Italiener etwas schlech­ter.

    So und jetzt willst du uns weis­ma­chen, durch ein noch härte­res Asylrecht ließe sich irgend­et­was daran lösen? Das Einzige was dies substan­zi­ell „brächte” wären noch weniger schwarze Einwanderer, welche zumeist vor unmensch­li­chen Zuständen in ihrer Heimat fliehen. Von Afrikanermassen werden wir ja nicht gerade „heim­ge­sucht” und diese Unmenschlichkeit diesen Menschen gegen­über ist anti­christ­lich und menschen­ver­ach­tend.

    Lange Rede kurzer Sinn: Es gibt (auch juris­tisch!) keine andere Möglichkeit als noch mehr Anstrengungen in die Integration unserer Einwanderer zu stecken, ob uns das passt oder nicht. Historische Fehler kann man nicht durch Unrecht (Abschiebung ganzer Volksgruppen und den sowieso unmög­li­che Entzug der deut­schen Staatsbürgerschaft usw.) besei­ti­gen. Zu diesen verstär­ken Anstrengungen gehört auch die soziale Ächtung, sich Bräute aus dem Ausland zu holen. Juristisch lässt sich dieses Problem nie lösen.

    Also bitte mal vor’m Äußern „einfa­cher Lösungen” das Hirn einschal­ten.

  3. P.S.: Bitte meine Tippfehler im Gastkommentar besei­ti­gen (die seh ich grad ;-) und du kannst meinen Kommentar natür­lich auch etwas umfor­mu­lie­ren, wie du es für einen Gastkommentar etwas losge­löst von der Replik für nötig hältst.

  4. Ich finds unglaub­lich, wie schnell einem inzwi­schen Rassismus vorge­wor­fen wird. Denn diesen Vorwurf gegen Sarrazin halte ich für ziem­lich unbe­grün­det — einfach weil Sarrazin nicht biolo­gisch argu­men­tiert. Unterschiede zwischen Gruppen verschie­de­ner Herkunft kann doch jeder selbst beob­ach­ten! Und posi­tive Besonderheiten einzel­ner Gruppen darf man auch in der Linken gerne benen­nen. Nur wenns nega­tive sind… dann ist man Rassist oder was…?!
    Bescheuert.

  5. Positv-Rassismus ist auch Rassismus, wenn das mit dem Beitrag von G. kriti­siert werden sollte, dann wäre es so einfa­cher gesagt.
    Hr. S. „ist ein Paraderassist, der Ausländer in gute und schlechte sortiert” (ange­wen­de­tes Zitat nach Slime).
    „Schnell” wird niemand als Rassist bezeich­net, wer Sarrazin’s Äußerungen zur angeb­lich lebens­un­wer­ten Unterschicht („Prekariat”) noch nicht kennt (auch eine Form von Rassismus, je nach Definition), sollte das mal g**geln, dann ist die Erwartungshaltung verständ­li­cher.
    Hochnäsige Sozialdemokraten wie Sarrazin machen die SPD für Liberale aller Art unmög­lich wählbar wie die FDP durch Otto Graf Lambsdorff für das links­li­be­rale Spektrum unmög­lich wählbar wurde. Diese Leute wählen heute die Grünen. Die jetzi­gen SPD-WählerInnen- wo sollen die hin? Etwa zur Stasi- und Revoluzzer-Partei? Da hat doch jede/r Angst um seine Villa im Tessin! ;-)

  6. Es geht aber nicht um „Rasse” sondern um Kultur. Ist Max Weber eigent­lich auch Rassist, der den Zusammenhang zwischen „Protestantischer Ethik und dem Geist des Kapitalismus” unter­sucht hat?
    Die eine Weltsicht/Philosophie/Religion, die sich gerade in der Region XY durch­ge­setzt hat, bietet viel­leicht eine güns­ti­gere Bedingung etwa für wirt­schaft­li­chen Erfolg. Die andere ist viel­leicht dies­be­züg­lich eher ungüns­ti­ger…
    Das ist kein Rassismus.

    1. @g.:
      „Kultur” ist ein Teil dessen, was ein Mensch (er)lernt und mitbringt- die Verfolgung und Ermordung so ziem­lich jeder Minderheit wurde bisher (auch) mit echten oder vermeint­li­chen Differenzen in diesem Bereich „gerecht­fer­tigt”, ist also tenden­zi­ell ein wich­ti­ger Bestandteil eines rassis­ti­schen Angriffs auf Minderheiten.

      Sollte ich Max Weber gelesen haben, um mich an der Diskussion hier betei­li­gen zu dürfen? Willst Du etwa „bewei­sen”, wie belesen Du bist?

      Was ist „wirt­schaft­li­cher Erfolg”?

      Der euro­päi­sche Kolonialismus vom 15.- 20 Jahrhundert war auch „erfolg­reich”- nur für die euro­päi­schen „Partner”, denn die Masse der „kolo­nia­li­sier­ten” Menschen („natives, abori­gi­nies”) in Afrika, Amerika, Australien und Asien wurde staats­bür­ger­lich, wirt­schaft­lich, kultu­rell und reli­giös unter­drückt bis hin zum orga­ni­sier­ten Völkermord (z. B. an den Herero in „Deutsch-Südwest”, heute Namibia:

      ” (…) Nach einer Viehseuche im Jahr 1897 in Deutsch-Südwestafrika hatten die Herero ihre über­le­ben­den Viehbestände weit über das deut­sche Kolonialgebiet verteilt. Diese Weideflächen waren zuvor jedoch an Großgrundbesitzer verkauft worden, welche nun das Vieh der Herero für sich bean­spruch­ten. 1904 eska­lierte die Situation schließ­lich zu einem Aufstand, dem die perso­nal­schwa­che Schutztruppe der Kolonie nicht gewach­sen war. Die Reichsregierung entsandte darauf­hin ein Marineexpeditionskorps und später Verstärkungen der Schutztruppe. Mit insge­samt etwa 15.000 Mann unter Generalleutnant Lothar von Trotha wurde der Aufstand der Herero im August 1904 in der Schlacht am Waterberg nieder­ge­schla­gen. Die in die Wüste geflo­he­nen Hereros ließ von Trotha mitsamt ihrer Familien dort verdurs­ten und erließ den soge­nann­ten Vernichtungsbefehl, der Überlebende in die Wüste zurück­trieb. Damit begann eine Phase des Völkermords, die bis 1908 35 bis 80 Prozent des Hererovolkes, bis zu 80.000 Menschen, ihr Leben kostete, ebenso wie mit 10.000 Opfern rund die Hälfte der Nama starben. Letztere hatten sich dem Aufstand ange­schlos­sen, als sie vom Vorgehen der Deutschen gegen die Herero erfuh­ren. (…)” von de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kolonien )

      - aber das ist wohl kein Problem- oder?

      Der Irak-Krieg ist für die USA auch wirt­schaft­lich (teil­weise) ein Erfolg (Haliburton baut das wieder auf, was „Präzisionbomben” vorher zerstört haben …)- so wie die Durchdringung des sog. Ostblock für die dama­lige UdSSR ein wirt­schaft­li­cher Erfolg war.

      Begriffs-Nutzung verrät den wahren Hintergrund des Verwenders- mehr davon ;-)

  7. Hä? Was willstn damit sagen? Es geht ja nicht nur um wirt­schaft­li­chen Erfolg sondern eher darum, dass Werte und Einstellungen einer Gesellschaft Folgen haben. Aber eben AUCH für wirt­schaft­li­chen Erfolg.

    Bestimmt waren die sog. „preu­ßi­schen Tugenden” günstig für wirt­schaft­li­chen Erfolg! Natürlich heißt das weder, dass die Preußen alle lieb und sympa­thisch waren, noch heißt es, dass aller wirt­schaft­li­cher Erfolg dieser Leute auf diese „Tugenden” zurück­ge­führt werden kann. Da gibst du ja die Beispiele für andere Gründe für „wirt­schaft­li­chen Erfolg”. Aber selbst­ver­ständ­lich: wenn in einer Gesellschaft alle Pünktlichkeit, Fleiß, Pflichtbewusstsein etc. gut finden, wird das eine gute Rahmenbedingung für wirt­schaft­li­chen Erfolg sein, auch wenns sonst viel­leicht eher unge­müt­lich ist.
    Wenn viel­leicht in einer anderen Gegend der letzte bedeu­tende Philosoph gelehrt hat, man solle zurück­hal­tend und gedul­dig sein, „Gut Ding will Weile” und das wich­tigste ist innere Entspannung, dann mag eine ange­nehme Gesellschaft heraus­kom­men — volks­wirt­schaft­lich haben sie aber wohl einen Nachteil!

    Natürlich wäre es blöd sämt­li­che Zustände einer Gesellschaft ausschließ­lich auf ihre Kultur (/die vorherr­schen­den Werte und Einstellungen) zurück­zu­füh­ren. Aber bestimmt ist es immer ein Faktor der eine mehr oder weniger große Rolle spielt.Manchmal eine viel­leicht unbe­deu­tende, manch­mal eine gewich­tige.

    Und wenn man beob­ach­tet, dass es Gruppen verschie­de­ner Kultur (teils bei sehr ähnli­chen Bedingungen) sehr unter­schied­lich geht — dann ist die Frage nach kultu­rel­len Gründen nahe­lie­gend und legitim.

    …aber bei Sarrazin regen sich ja alle schon darüber auf, dass er nur die Unterschiede beob­ach­tet und benennt.

    1. @g.:
      Nein, bei Herrn S. rege ich mich mitt­ler­weile schon auf, wenn dieser Menschenverächter über­haupt irgend etwas sagt.
      „Kultur”?
      „Wirtschaft”?
      „Erfolg”?
      Deine Begriffs-Deutungen sind im höchs­ten Maße unwis­sen­schaft­lich, sorry, weder aus wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­cher, histo­ri­scher noch sozio­lo­gi­scher oder poli­to­lo­gi­scher Sicht (er)tragbar.
      Legitim? Achja, „der Muselmane” kann ja nicht wirt­schaf­ten (siehe Dubai, das neue Touristen-Paradies) und „der Neger” kann grad mal seine Hütte ausfe­gen (siehe Obama) und „der Fidschi” kann nicht ordent­lich arbei­ten (wie hörst Du Musik? MP3-Player von … Grundig ;-)- es ist mir im Grunde zuwie­der, auf diesen Quark über­haupt zu antwor­ten, aber Du schreibst den Dünnsülz, da gibt’s auch eine Antwort.
      Diese „Kultur-Debatte” ist verstoh­le­ner Rassismus, laß’ es einfach, dieses Blog taugt nicht dafür (meiner Wahrnehmung nach).

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