Sarrazin III

In der taz ist ein ausgezeichneter Kommentar zu Sarrazin zu finden mit der Forderung, ihn aus der SPD auszuschließen:

Die SPD täte gut daran, Sarrazin schleunigst aus der Partei auszuschließen. Politiker wie Martin Hohmann oder Henry Nitzsche wurden aus ähnlichen Gründen aus der Union geworfen. Außerdem steht seine radikale Absage an jede Möglichkeit eines „Aufstiegs durch Bildung“ gegen alles, wofür die Sozialdemokratie seit jeher eintritt. Über die bildungsfernen Schichten der Hauptstadt sagte Sarrazin, leider gäbe es „keine Möglichkeit, diese Leute vernünftig einzubeziehen“, an Integration durch Bildung glaubt er nicht. So ähnlich dachte schon das Großbürgertum im 19. Jahrhundert über das Lumpenproletariat. In einer Partei, die auf den Bildungskarrieren von Leuten wie August Bebel und Willy Brandt, Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier oder Sigmar Gabriel gründet, die sich alle aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet haben, ist Thilo Sarrazins Snobismus ein schlechter Witz.

Dem kann man sich nur anschließen. Ich hoffe, dass eine Gliederung bereits ein Ordnungsverfahren in die Wege geleitet hat. Für Rassisten ist in unserer Partei kein Platz.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

8 Gedanken zu „Sarrazin III“

  1. Ich bin da etwas anderer Meinung. Mein Eindruck ist, dass immer wenn jemand auf dem Feld Integrationspolitik ndie Wahrheit sagt (über den Ton kann man tatsächlich streiten), sofort eine mediale Empörungsbewirtschaftung einsetzt, statt dass man sich mal mit den Tatsachen befasst. Alle Journalisten rennen in die gleiche Richtung. Das hat aber in dem fall mit Schwarmintelligenz nichts zu tun. Das ist blanker Opportunismus! Die Krönung fand ich dann die gemeinsame Pressekonferenz von türkischen Emigrantenverbänden und dem Zentralrat der Juden. Man kann doch Sarrazin nicht mit Goebbels vergleichen und die heutigen Migranten mit den verfolgten Juden im Dritten Reich gleichsetzen!

  2. Ist es einem Menschen verboten die Wahrheit zu sagen, wie es Herr Sarrazin getan hat, dann ist wohl die Demokratie am Ende. Traurig nicht nur für Demokraten. Ein Sieg für den Islamismus, der in Deutschland immer mehr an Einfluß gewinnt.
    Heil Shariah

  3. ich möchte ebenfalss für H. Sarrazin parteiergreifen. Bin garantiert kein Rassist, weil habe afrikanischen Schwiegersohn und Enkel.
    Meinungen müssen ohne Gefahr geäußert werden können in anständiger Form.
    (PS. sind eigentlich schon Kirchen in der Türkei errichtet worden?)

    1. Man kann rassistische Äußerdung weder abschwächen, indem man auf migrantische Verwandtschaft verweist noch indem man auf die Mängel in anderen Ländern zeigt.

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