Sarrazin III

In der taz ist ein ausgezeichneter Kommentar zu Sarrazin zu finden mit der Forderung, ihn aus der SPD auszuschließen:

Die SPD täte gut daran, Sarrazin schleunigst aus der Partei auszuschließen. Politiker wie Martin Hohmann oder Henry Nitzsche wurden aus ähnlichen Gründen aus der Union geworfen. Außerdem steht seine radikale Absage an jede Möglichkeit eines „Aufstiegs durch Bildung” gegen alles, wofür die Sozialdemokratie seit jeher eintritt. Über die bildungsfernen Schichten der Hauptstadt sagte Sarrazin, leider gäbe es „keine Möglichkeit, diese Leute vernünftig einzubeziehen”, an Integration durch Bildung glaubt er nicht. So ähnlich dachte schon das Großbürgertum im 19. Jahrhundert über das Lumpenproletariat. In einer Partei, die auf den Bildungskarrieren von Leuten wie August Bebel und Willy Brandt, Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier oder Sigmar Gabriel gründet, die sich alle aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet haben, ist Thilo Sarrazins Snobismus ein schlechter Witz.

Dem kann man sich nur anschließen. Ich hoffe, dass eine Gliederung bereits ein Ordnungsverfahren in die Wege geleitet hat. Für Rassisten ist in unserer Partei kein Platz.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gesellschaft und getagged , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

5 Kommentare

  1. Helmut Becker
    Erstellt am 13. Oktober 2009 um 16:31 | Permanent-Link

    Ich bin da etwas anderer Meinung. Mein Eindruck ist, dass immer wenn jemand auf dem Feld Integrationspolitik ndie Wahrheit sagt (über den Ton kann man tatsächlich streiten), sofort eine mediale Empörungsbewirtschaftung einsetzt, statt dass man sich mal mit den Tatsachen befasst. Alle Journalisten rennen in die gleiche Richtung. Das hat aber in dem fall mit Schwarmintelligenz nichts zu tun. Das ist blanker Opportunismus! Die Krönung fand ich dann die gemeinsame Pressekonferenz von türkischen Emigrantenverbänden und dem Zentralrat der Juden. Man kann doch Sarrazin nicht mit Goebbels vergleichen und die heutigen Migranten mit den verfolgten Juden im Dritten Reich gleichsetzen!

    • Erstellt am 13. Oktober 2009 um 20:38 | Permanent-Link

      Rassistische Aussagen sind rassistisch. Darüber muss man nicht debattieren. Bitte das Interview im Volltext lesen.

  2. Berwuzer
    Erstellt am 13. Oktober 2009 um 22:18 | Permanent-Link

    Ist es einem Menschen verboten die Wahrheit zu sagen, wie es Herr Sarrazin getan hat, dann ist wohl die Demokratie am Ende. Traurig nicht nur für Demokraten. Ein Sieg für den Islamismus, der in Deutschland immer mehr an Einfluß gewinnt.
    Heil Shariah

  3. Tilli
    Erstellt am 13. Oktober 2009 um 23:46 | Permanent-Link

    ich möchte ebenfalss für H. Sarrazin parteiergreifen. Bin garantiert kein Rassist, weil habe afrikanischen Schwiegersohn und Enkel.
    Meinungen müssen ohne Gefahr geäußert werden können in anständiger Form.
    (PS. sind eigentlich schon Kirchen in der Türkei errichtet worden?)

    • Kalle
      Erstellt am 14. Oktober 2009 um 07:52 | Permanent-Link

      Man kann rassistische Äußerdung weder abschwächen, indem man auf migrantische Verwandtschaft verweist noch indem man auf die Mängel in anderen Ländern zeigt.

4 Trackbacks

  1. Von Christian Soeder am 12. Oktober 2009 um 22:45

    [rotstehtunsgut] Sarrazin III: In der taz ist ein ausgezeichneter Kommentar zu Sarrazin zu find.. http://bit.ly/EBbE8

  2. Von Sarrazin IV « Rot steht uns gut am 13. Oktober 2009 um 20:37

    […] Nochmal Sarrazin. Über das Kontaktformular hat mich gerade folgende anonyme Nachricht erreicht: Hallo, Sarrazin […]

  3. Von Sarrazin V « Rot steht uns gut am 15. Oktober 2009 um 15:17

    […] Alan Posener legt in der Causa Sarrazin noch einmal nach: Thilo Sarrazin und die Folgen. Die rassistischen Äußerungen des […]

  4. […] zum Thema hatten wir hier auch. Ebenso eine Verteidigungsrede für Sarrazin. Und diverse Verweise auf andere […]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>