Nicht jammern, Opposition!

Nach einer Woche voller Diskussionen über das mehr als enttäuschende  Wahlergebnis, wird es Zeit sich auf die nächsten vier Jahre einzustellen. Das Votum war leider klar: SchwarzGelb wird Deutschland regieren. Auch wenn Bundeskanzlerin Merkel bereits Guido Westerwelle einen Dämpfer versetzt hat und Ergebnisse der großen Koalition, wie z.B. die eingeführten Mindestlöhne oder den Gesundheitsfonds, unangetastet bestehen lassen möchte, ist es eindeutig, dass mindestens eine eisige Böhe auf uns zukommt. Denn die Koalitionsgespräche fangen gerade erst an und voraussichtlich wird es nicht wenige Kompromisse auf beiden Seiten geben.<!–more–> Die FDP wird auf Schäuble-Linie in der Innenpolitik einschwenken, dafür darf die FDP den Kündigungsschutz lockern. Die CDU verabschiedet sich nach „langem Ringen” vom Mindestlohn, dafür macht die FDP bei ihren Steuersenkungsplänen abstriche. Die sowieso nicht bezahlbar wären. So werden die Schlagzeigen in den nächsten Tagen aussehen.

Dass auf Deutschland kein Eissturm zukommt, sondern höchstens eine eisige Böhe, ist aber nicht selbstverständlich. Es gilt in den nächsten vier Jahren genug politischen und gesellschaftlichen Druck auf die Regierung auzuüben, dass das schlimmste verhindert werden kann. Ob Streiks die richtige Methode sind — wie sie einige Vertreter der Linksparteien fordern —  sei dahingestellt. Ganz abgesehen davon, dass politische Streiks in Deutschland nicht erlaubt sind.

Richtig und auf jeden Fall wichtig ist es aber, sich auf Demonstrationen zu beteiligen. Und die wird es geben, und zwar richtige Demonstrationen, nicht solche, bei denen Ärzte mit ihrem Porsche zur Demo fahren. Und noch viel wichtiger ist, es sich politisch zu engagieren. Die vielen Beitritte in die SPD kurz nach dem Wahlsonntag machen da viel Mut.

Auch ist zu hoffen, dass SchwarzGelb keine Mehrheit im Bundesrat halten kann und einige Landtagswahlen zugunsten der SPD ausfallen. Mit der Wahl in NRW steht bereits nächstes Jahr eine wichtige Wahl an um CDU und FDP einen dämpfer zu verpassen.

Insgesamt gilt es aber: Zusammen mit einer breiten Öffentlichkeit und einer starken Opposition im Bundestag und hoffentlich einer Mehrheit im Bundesrat, muss SchwarzGelb die Hölle heiß gemacht werden. Nur so kann die drohende soziale Kälte gestoppt werden.

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5 Kommentare

  1. Erstellt am 6. Oktober 2009 um 08:42 | Permanent-Link

    Auch ist zu hoffen, dass SchwarzGelb keine Mehrheit im Bundesrat halten kann

    Der erste echte Test für die Föderalismusreform. Bis es eine Mehrheit gegen SchwarzGelb im Bundestag bei nicht zustimmungspflichtigen Gesetzen hat, wird es wohl noch eine Weile dauern (da zählt eine Enthaltung wie ein „JA”).

  2. Erstellt am 6. Oktober 2009 um 17:03 | Permanent-Link

    Die FDP wird auf Schäuble-Linie in der Innenpolitik einschwenken”

    Schäuble/Schily-Linie.

  3. Erstellt am 6. Oktober 2009 um 17:55 | Permanent-Link

    Warum sollte die FDP anders sein als die Grünen…?

Ein Trackback

  1. Von Christian Soeder am 5. Oktober 2009 um 20:16

    [rotstehtunsgut] Nicht jammern, Opposition!: Nach einer Woche voller Diskussionen über das mehr.. http://bit.ly/3W6HL8

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