Der Deutsche Gewerkschaftsbund wird heute sechzig Jahre alt.

Die deutsche Sozialdemokratie und die Gewerkschaften kämpfen seit sehr viel längerer Zeit für Demokratie, faire Wohlstandsverteilung und den Sozialstaat in Deutschland. Viel wurde erreicht — zentrale neue Projekte bleiben, beispielsweise der gesetzliche Mindestlohn als Antwort auf die Auswüchse im Niedriglohnsektor und ein Ausbau der demokratischen Mitbestimmung in den großen Wirtschaftsunternehmen.
Seit der Ära Schröder hat das Verhältnis der SPD zu den Gewerkschaften stark gelitten. Zum jetzt viel beschworenen Neuanfang der linken Volkspartei muss auch eine Erneuerung dieser historisch einmaligen Beziehung gehören. Sozialdemokraten und die organisierte Arbeiterschaft müssen auch in einer globalisierten Welt, in der sich die Arbeitsbedingungen laufend ändern und flexibilisieren, ihre emotionale und personelle Bindung nutzen und ausbauen.
Die SPD darf dabei nicht neidisch und argwöhnisch auf den wachsenden Einfluß der Linkspartei auf die Gewerkschaften schauen sondern sich fragen, was zum langsamen Verlust ihrer einzigartigen Stellung beigetragen hat. Und die Gewerkschaften müssen ihren Einfluß auch innerhalb der SPD, beispielsweise im SPD-Gewerkschaftsrat erneuern und sich in die jetzt entstehende Programmdebatte einmischen.
Wir gratulieren aus tiefer Sympathie dem Deutschen Gewerkschaftsbund zum sechzigjährigen Bestehen!
Bildquelle: Deutscher Gewerkschaftsbund, http://ww.dgb.de/


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