Nicht deine Schuld, dass die SPD ist, wie sie ist

Immer wieder erklä­ren mir Menschen: wenn die SPD und so wäre, würde ich sofort eintre­ten. Ich sage: wenn man nicht in der SPD dafür kämpft, dass sie so wird, wie man es sich wünscht, dann wird sie auch nicht so.

Und wer könnte das besser erklä­ren als die „beste Band der Welt”?

Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verän­dern kannst
Die, die das behaup­ten, haben nur vor Veränderung Angst
Es sind diesel­ben, die erklä­ren, es sei gut so, wie es ist
Und wenn du etwas ändern willst, dann bist du auto­ma­tisch Sozialist

Es ist nicht deine Schuld, dass die SPD ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt
Es ist nicht deine Schuld, dass die SPD ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt
Weil jeder, der die SPD nicht ändern will, ihr Todesurteil unter­schreibt

„Lass uns disku­tie­ren, denn in unsrer alten Tante
Sind zumin­dest theo­re­tisch alle furcht­bar tole­rant
Worte wollen nichts bewegen, Worte tun nieman­dem weh
Darum lass uns drüber reden, Diskusionen sind ok”

Nein – geh mal wieder in die Gremien, geh mal wieder debat­tie­ren
Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen – kann nur verlie­ren!
Die dich verar­schen, die hast du selbst gewählt
Darum lass sie deine Stimme hörn, weil jede Stimme zählt

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Also: SPD-Mitglied werden. Gerade jetzt.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

10 Gedanken zu „Nicht deine Schuld, dass die SPD ist, wie sie ist“

  1. Du hast absolut recht. Vorraussetzung ist, dass in der gesam­ten Partei die einfa­chen Mitglieder wieder ernster genom­men werden. Es ist vielen nicht zu vermit­teln, wieso die Spitzenpositionen jetzt inner­halb von ein paar Tagen ausge­klün­gelt wurden. Ich hoffe beim Parteitag auf Gegenkandidaturen — nicht, weil die Lösungen, die uns die Parteispitze präsen­tiert, schlecht wären, sondern weil Gegenkandidaturen ein schönes Zeichen für eine erneu­erte Debattenkultur in der SPD wären.

    Außerdem verlange ich sowohl von den Hardcore-Agenda-Anhängern als auch von den Hardcore-Agenda-Gegnern endlich Kompromisbereitschaft und Respekt vorein­an­der. Mein Eindruck ist bislang leider, dass einige Parteirechte den letzten Warnschuss immer­noch nicht gehört haben. Beispiel: http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=1979215&

  2. Genauso unmög­lich wäre meiner Meinung nach eine Koalition mit der aktu­el­len Lafontaine-Gysi-Linken.

    Man muss sich nur einmal anschauen, wie die Linke mit den freien Medien umgeht. Wenn Artikel oder Beiträge nicht gefal­len, wird geklagt und abge­mahnt.

    Die Austritte von Sylvia-Yvonne Kaufmann, Carl Wechselberg oder die bei den hessi­schen und den schles­wig-holstei­ni­schen Linken spre­chen meiner Meinung nach eine sehr deut­li­che Sprache.

    Wer würde zum Beispiel garan­tie­ren, das Oskar nicht erneut den Lafontaine macht wenn nicht alles 100% nach seinem Willen geschieht? Und mit diesem Chaotenhaufen will man koalie­ren?

    1. Das ist ja wohl ein Scherz, oder? Man sollte sich eher mal angu­cken, wie die „freien Medien” mit der Linkspartei umgehen. Das ist ein Skandal. Dass die Linkspartei sich wehrt ist völlig verständ­lich.

      Ich weiß auch nicht, was „den Lafontaine machen” sein soll. Der Mythos von der Verantwortungsflucht Lafontaines wurde ganz gezielt von anderen Parteien und der Presse aufge­baut. Mit der Realität hat er kaum etwas zutun. Wieso auch sollte Lafontaine in einer Regierung verblei­ben, die seinen Vorstellung mehr­heit­lich zutiefst wieder­spricht? Da macht es doch mehr Sinn, Schröder den Platz frei zu machen damit der sich einen Finanzminister suchen kann, der seinen Kurs unter­stützt. Lafontaine hat seine Ideale in der SPD nicht mehr gefun­den, daher ist es völlig verständ­lich, dass er sie verlas­sen hat. Genauso wie Clement, nur anders­rum ;).

      Es tut mir leid, aber bei derma­ßen hane­bü­che­nen Behauptungen setzt bei mir der Beschützerinstinkt ein. Auch bei der Linkspartei. Denn ich bin in erster Linie Demokrat und als solcher habe ich auch andere Parteien vor Verleumdung zu schüt­zen.

    2. Austritte? Ja, in Massen ;-)
      aber aus der SPD…
      Die eine Vorgänger-Partei, die PDS hatte auch mal ein paar Austritte, die wurden seitens Medien und Presse so aufge­bauscht wie die Äußerungen der „DKP-Ursel von der Post” zu einer „neuen Stasi”. Naja, es ist schon zu merken, wann und von wem welche „Argumente” hervor­ge­kramt oder im Kaffeesatz gelesen werden.
      Austritte promi­nen­te­rer Parteimitglieder wie der von SYK im Frühjahr sind häufig darauf zurück­zu­füh­ren, dass sie nicht (mehr) an den Pöstchen betei­ligt werden, wenn’s passiert, erin­nert „man” sich der angeb­lich nicht (mehr) vorhan­de­nen inhalt­li­chen Basis.

  3. Mir reicht der Zustand der lokalen Linken. In Schleswig-Holstein sind zwei Kreistagsfraktionen aus der Linken ausge­tre­ten und die Kieler Ratsfraktion hat sich gespal­ten.

    Nicht nur in der „Springer-Presse” liest man über die Verhältnisse in der Linken, sondern auch in anderen Zeitungen, egal ob offline oder online, egal ob in der taz, der Frankfurter Rundschau oder ab und an auch im Neuen Deutschland. Gerade dort wird meiner Meinung nach sehr oft der Riss zwischen den Pragmatikern im Osten und den Dogmatikern im Westen deut­lich.

    Schaut man sich dann noch die Kräfteverhältnisse im neuen Bundestag an, in dem die Pragmatiker deut­lich domi­nie­ren, dann kommen auf die Partei span­nende Zeiten zu. Persönlich bin ich der Meinung das man mit Teilen der Linken sicher­lich konstruk­tiv zusam­men arbei­ten kann, die nächs­ten Jahre werden aber zeigen ob sich dieser Flügel inner­halb der Linken durch­set­zen wird oder nicht.

    1. Ja- und nun? Was beweist das? Das Flügeldenken ist spätes­tens seit der Partei(neu)gründung 20052007 obsolet und daher nur ein reiner Kampfbegriff, den manche aus Bequemlichkeit über­neh­men.

  4. Obsolet? Zumindest hier in Schleswig-Holstein scheint es alles andere als obsolet zu sein und wenn man z.B. die inhalt­li­chen Differenzen zwischen der Bundes-Linken und der Berliner Linken anschaut, dann ist es dort ebenso wenig obsolet.

    1. Das liegt daran, dass die Berliner Linken in Verantwortung genom­men wurden und ihre popu­lis­ti­schen Elemente abstrei­fen mussten.

  5. Und im dorti­gen Landesverband inner­par­tei­li­che Demokratie eher ein Fremdwort ist- wer’s nicht glaubt, besuche mal Mitgliederversammlungen dort, z. B. in Hohenschönhausen oder in so einigen Plattenbausiedlungen. Immerhin hatte die WASG gegen die dama­lige PDS kandi­diert und mit dafür gesorgt, dass unsere GenossInnen auf 55% des Ergebnis der Wahl davor zusam­men­ge­stutz wurden. Mit „in Verantwortung genom­men” und ähnli­chen „new-speak”-blabla-Leer-Formeln sind komplexe Vorgänge wie die in Berlin (Schlagwort: sog. Bankensanierung…) nicht zu erklä­ren. Macht euch bitte nicht pein­lich, der stimm­li­che Niedergang des Berliner Landesverbands hat (auch) haus­ge­machte Gründe.

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