Immer wieder erklären mir Menschen: wenn die SPD und so wäre, würde ich sofort eintreten. Ich sage: wenn man nicht in der SPD dafür kämpft, dass sie so wird, wie man es sich wünscht, dann wird sie auch nicht so.
Und wer könnte das besser erklären als die „beste Band der Welt”?
Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst
Die, die das behaupten, haben nur vor Veränderung Angst
Es sind dieselben, die erklären, es sei gut so, wie es ist
Und wenn du etwas ändern willst, dann bist du automatisch Sozialist
Es ist nicht deine Schuld, dass die SPD ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt
Es ist nicht deine Schuld, dass die SPD ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt
Weil jeder, der die SPD nicht ändern will, ihr Todesurteil unterschreibt
„Lass uns diskutieren, denn in unsrer alten Tante
Sind zumindest theoretisch alle furchtbar tolerant
Worte wollen nichts bewegen, Worte tun niemandem weh
Darum lass uns drüber reden, Diskusionen sind ok”
Nein – geh mal wieder in die Gremien, geh mal wieder debattieren
Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen – kann nur verlieren!
Die dich verarschen, die hast du selbst gewählt
Darum lass sie deine Stimme hörn, weil jede Stimme zählt
Also: SPD-Mitglied werden. Gerade jetzt.


Du hast absolut recht. Vorraussetzung ist, dass in der gesamten Partei die einfachen Mitglieder wieder ernster genommen werden. Es ist vielen nicht zu vermitteln, wieso die Spitzenpositionen jetzt innerhalb von ein paar Tagen ausgeklüngelt wurden. Ich hoffe beim Parteitag auf Gegenkandidaturen — nicht, weil die Lösungen, die uns die Parteispitze präsentiert, schlecht wären, sondern weil Gegenkandidaturen ein schönes Zeichen für eine erneuerte Debattenkultur in der SPD wären.
Außerdem verlange ich sowohl von den Hardcore-Agenda-Anhängern als auch von den Hardcore-Agenda-Gegnern endlich Kompromisbereitschaft und Respekt voreinander. Mein Eindruck ist bislang leider, dass einige Parteirechte den letzten Warnschuss immernoch nicht gehört haben. Beispiel: http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=1979215&
Eine Ampel-Koalition ist komplett unmöglich mit der Westerwelle-FDP.
Genauso unmöglich wäre meiner Meinung nach eine Koalition mit der aktuellen Lafontaine-Gysi-Linken.
Man muss sich nur einmal anschauen, wie die Linke mit den freien Medien umgeht. Wenn Artikel oder Beiträge nicht gefallen, wird geklagt und abgemahnt.
Die Austritte von Sylvia-Yvonne Kaufmann, Carl Wechselberg oder die bei den hessischen und den schleswig-holsteinischen Linken sprechen meiner Meinung nach eine sehr deutliche Sprache.
Wer würde zum Beispiel garantieren, das Oskar nicht erneut den Lafontaine macht wenn nicht alles 100% nach seinem Willen geschieht? Und mit diesem Chaotenhaufen will man koalieren?
Das ist ja wohl ein Scherz, oder? Man sollte sich eher mal angucken, wie die „freien Medien” mit der Linkspartei umgehen. Das ist ein Skandal. Dass die Linkspartei sich wehrt ist völlig verständlich.
Ich weiß auch nicht, was „den Lafontaine machen” sein soll. Der Mythos von der Verantwortungsflucht Lafontaines wurde ganz gezielt von anderen Parteien und der Presse aufgebaut. Mit der Realität hat er kaum etwas zutun. Wieso auch sollte Lafontaine in einer Regierung verbleiben, die seinen Vorstellung mehrheitlich zutiefst wiederspricht? Da macht es doch mehr Sinn, Schröder den Platz frei zu machen damit der sich einen Finanzminister suchen kann, der seinen Kurs unterstützt. Lafontaine hat seine Ideale in der SPD nicht mehr gefunden, daher ist es völlig verständlich, dass er sie verlassen hat. Genauso wie Clement, nur andersrum ;).
Es tut mir leid, aber bei dermaßen hanebüchenen Behauptungen setzt bei mir der Beschützerinstinkt ein. Auch bei der Linkspartei. Denn ich bin in erster Linie Demokrat und als solcher habe ich auch andere Parteien vor Verleumdung zu schützen.
Austritte? Ja, in Massen ;-)
aber aus der SPD…
Die eine Vorgänger-Partei, die PDS hatte auch mal ein paar Austritte, die wurden seitens Medien und Presse so aufgebauscht wie die Äußerungen der „DKP-Ursel von der Post” zu einer „neuen Stasi”. Naja, es ist schon zu merken, wann und von wem welche „Argumente” hervorgekramt oder im Kaffeesatz gelesen werden.
Austritte prominenterer Parteimitglieder wie der von SYK im Frühjahr sind häufig darauf zurückzuführen, dass sie nicht (mehr) an den Pöstchen beteiligt werden, wenn’s passiert, erinnert „man” sich der angeblich nicht (mehr) vorhandenen inhaltlichen Basis.
Mir reicht der Zustand der lokalen Linken. In Schleswig-Holstein sind zwei Kreistagsfraktionen aus der Linken ausgetreten und die Kieler Ratsfraktion hat sich gespalten.
Nicht nur in der „Springer-Presse” liest man über die Verhältnisse in der Linken, sondern auch in anderen Zeitungen, egal ob offline oder online, egal ob in der taz, der Frankfurter Rundschau oder ab und an auch im Neuen Deutschland. Gerade dort wird meiner Meinung nach sehr oft der Riss zwischen den Pragmatikern im Osten und den Dogmatikern im Westen deutlich.
Schaut man sich dann noch die Kräfteverhältnisse im neuen Bundestag an, in dem die Pragmatiker deutlich dominieren, dann kommen auf die Partei spannende Zeiten zu. Persönlich bin ich der Meinung das man mit Teilen der Linken sicherlich konstruktiv zusammen arbeiten kann, die nächsten Jahre werden aber zeigen ob sich dieser Flügel innerhalb der Linken durchsetzen wird oder nicht.
Ja– und nun? Was beweist das? Das Flügeldenken ist spätestens seit der Partei(neu)gründung 2005/2007 obsolet und daher nur ein reiner Kampfbegriff, den manche aus Bequemlichkeit übernehmen.
Obsolet? Zumindest hier in Schleswig-Holstein scheint es alles andere als obsolet zu sein und wenn man z.B. die inhaltlichen Differenzen zwischen der Bundes-Linken und der Berliner Linken anschaut, dann ist es dort ebenso wenig obsolet.
Das liegt daran, dass die Berliner Linken in Verantwortung genommen wurden und ihre populistischen Elemente abstreifen mussten.
Und im dortigen Landesverband innerparteiliche Demokratie eher ein Fremdwort ist– wer’s nicht glaubt, besuche mal Mitgliederversammlungen dort, z. B. in Hohenschönhausen oder in so einigen Plattenbausiedlungen. Immerhin hatte die WASG gegen die damalige PDS kandidiert und mit dafür gesorgt, dass unsere GenossInnen auf 55% des Ergebnis der Wahl davor zusammengestutz wurden. Mit „in Verantwortung genommen” und ähnlichen „new-speak”-blabla-Leer-Formeln sind komplexe Vorgänge wie die in Berlin (Schlagwort: sog. Bankensanierung…) nicht zu erklären. Macht euch bitte nicht peinlich, der stimmliche Niedergang des Berliner Landesverbands hat (auch) hausgemachte Gründe.