Man kennt Norbert Geis (CSU) ja schon als rechtskonservativen Bundestagsabgeordneten mit „markigen” Sprüchen. Zuletzt hatten seine verschieden auslegbaren Sätze im ZDF-Morgemagazin zum Adoptionsrecht von Homosexuellen für Wirbel gesorgt (Stichwort: Fehlentwicklung).
Ein paar Wochen später hat sich der 70 jährige Politiker einen hübschen Nazivergleich eingehandelt. Heute berichtet die Bote vom Untermain über den Vorfall. So soll Geis die Lärmschutzwände in Großostheim-Ringheim (Kreis Aschaffenburg) eine Ähnlichkeit mit „Konzentrationslagern” zugesprochen haben. Nett.
Er gibt diese Wortwahl auch zu. Es sei (natürlich) ein spaßhaftes Gespräch über die häßlichen Wände gewesen und nun wundert er sich, wie dieses Zitat aus einer internen CSU-Veranstaltung zur SPD und der Presse gelangen konnte. Nunja, vermutlich liegt das a) daran, dass nicht alle auf der rechtskonservativen Linie von Geis stehen, auch nicht in der CSU und solche Sprüche nur bedingt witzig finden.
Und b) war seine Kandidatur aufgrund seines Alters so umstritten, dass er sich sicher nicht nur Freunde in seiner Partei gemacht hat. Solches Weiterleiten von „Vorfällen” könnte man durchaus als kleines Nachtreten in CSU-Manier betrachten. Tut aber nichts zur Sache. Dieser Vergleich ist für so einen erfahrenen Bundespolitiker eine Schande. Aber eigentlich ist man von Geis nichts anderes gewöhnt.
Übrigens: Zum Alter der Kandidaten. Norbert Geis will es mit 70 Jahren nochmal wissen, im Nachbarlandkreis will es Wolfgang Zöller mit 67 Jahren nochmal wissen und träumt vom Staatssekretärsamt. Irgendwie wäre es mal Zeit für eine Verjüngung. Die SPD Kandidaten bieten sich an… (Parr für Aschaffenburg, Rützel für Main-Spessart/Mil)
(Quelle: Main-Echo)


Du könntest wenigstens auf die SPD-Kandidaten verlinken, dann sucht man nicht so lange rum.
Sorry :)
Wird nachgetragen *g*
Das könnte für die CSU nach hinten losgehen, wenn sie Überhangmandate bekommt. Für die gibt’s ja keine Nachrücker.
Wobei Norbert Geis für seine 70 Jahre ja körperlich(!!!) fit ist, zumindest macht er einen fitteren Eindruck als Herr Zöller. Von seinen Ansichten her dürfte er freilich zu Adenauers Zeiten stehen geblieben sein. Aber wie schon angedeutet, stehen ja in den Wahlkreisen am bayerischen Untermain durchaus jüngere Alternativen zur Wahl.
Man muss dabei ja nicht zwangsläufig auf die Kandidaten der SPD zurückgreifen, die ja manchmal auch unüberlegte Äußerungen tätigen:
http://rotstehtunsgut.de/2009/09/09/die-spd-muss-netzpolitik-vor-ort-betreiben-%E2%80%93-nur-so-hat-sie-eine-chance/#more-1260 Ich sag nur Laptop und Kaffee. ;-)
Mach dir keine Sorgen Laszlo, was ich so höre, bekommst du ein gutes FDP-Ergebnis. Es werden viele CSUler zu dir wechseln.
Aber eigentlich müssten wir jetzt für die Schleichwerbung ne Gebühr verlangen ;-)
Und Geis ist wirklich noch fit und auf sowas wie oben angedeutet sollte man wirklich nicht spekulieren. Das ist nicht ok!
Ansonsten ist ja die Netzpolitik am Untermain nun wirklich nicht ausschlaggebend. Auch wenn wir da gern mehr sehen würden. Deswegen bin ich ja froh, dass mein Kandidat offen zugibt, dass er da nicht überall den Durchblick hat. Auch wenn er dann mal was verwechselt hat. Lieber ne ehrliche Haut, als irgendwas aufgesetztes wie den Twitteraccount von den Grünen… Naja hat ja funktioniert.
Da machen mir die „vielen” Piraten im Wahlkreis langsam eher Sorgen. Da gehen uns ja allen junge, politisch Interessierte durch die Lappen.
Verschütt deinen Kaffee net :)
Das hat mit spekulieren wenig zu tun. Wenn man sich anschaut, dass die CDU in dieser Wahlperiode 3 Überhangmandate verloren hat und ein viertes durch das Ausscheiden aus der Fraktion „verlorenging” und wenn man bedenkt, dass momentan viel über mögliche „rechtswidrige” Mehrheiten durch Überhangmandate spekuliert wird, kannst Du Dir sicher sein, dass solche Überlegungen durchaus angestellt werden.
Wäre Tauss nicht aus der Fraktion ausgeschieden, hätte es im aktuellen Bundestag ein Patt zwischen CDU/CSU und SPD gegeben. Gut, es war am Ende der Legislatur und vermutlich hätte keiner den Kanzler für die letztren 6 Monate wechseln wollen …
Überhangmandate sind grundsätzlich mit dem Makel der Nichtnachrückbarkeit behaftet.
Ich wünsche Norbert Geis wirklich nichts schlechtes (nur, um das mal ausgeschrieben hier stehen zu haben), aber bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen (das uns bevorsteht) kann ein Mandat halt entscheidend sein.
Ob es viele CSUler sein werden, die ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen, ist nicht ausgemacht. Auch wenn es hier natürlich mehr auf die Zweitstimmen ankommt: Erststimmen werden auch gern genommen ;-)
Ich hoffe ja nur, dass bei der Vereidigung des künftigen neuen Außenministers irgendeine Kamera den Gesichtsausdruck von Herrn Geis einfängt.
„Überhangmandate sind grundsätzlich mit dem Makel der Nichtnachrückbarkeit behaftet.„
Also doch Mandate 2.er Klasse. Hat „Äntschie” mal wieder Quatsch erzählt.
Würde wegen der Piraten („der Verlust einer ganzen Generation”) nicht so besorgt sein, deren Beispiel wird, einen ernsthaften Dialog vorausgesetzt, ein Teil von denen und ein Teil derjenigen, die sich von der Neu-Entdeckung von Politik seitens dieser Generation aktivieren lassen, wird in die anderen Parteien strömen. Am wenigsten werden CDU/CSU davon profitieren, da sie sich mit der fast 100%igen Unterstützung für vdLs-Gesetzes-Attrappe („Zugangserschwerungsgesetz”) vollends bloß gestellt hat bei den „Kids”.
2. Klasse würde ich das jetzt nicht unbedingt nennen, es hat erst einen Einfluss, wenn ein Abgeordneter ausscheidet (Wissmann bspw. zum VDA). Wenn der CDU-Abgeordnete aus NRW kam, rückt von der Landesliste einer nach, wenn er aus Ba-Wü kam, rückt keiner nach. Die Parteiverhältnisse des Bundestags werden so nicht nur durch Partei– und Fraktionsaustritte (Winkelmeier, Nitzsche und Tauss) beeinflusst, sondern auch durch das Ausscheiden eines Abgeordneten aus dem Bundestag.