Polizisten, die anscheinend ohne Anlass auf einen friedlichen Demonstranten einprügeln? In welchem Land leben wir eigentlich?
Die Polizei wird einen guten Grund brauchen, um das zu erklären.
Polizisten, die anscheinend ohne Anlass auf einen friedlichen Demonstranten einprügeln? In welchem Land leben wir eigentlich?
Die Polizei wird einen guten Grund brauchen, um das zu erklären.
5 Kommentare
Habe mir erlaubt, das Video einzubauen. :-)
Die Polizei kann überhaupt keinen Grund vorlegen, um das zu erklären. Tut mir leid: aber es ist schon falsch, in der gefilmten Situation über Gründe auch nur zu diskutieren.
Da ich annehme, dass Eure Empörung echt ist, nur mal der kleine Hinweis, dass solches Vorgehen in bestimmten Städten/ Regionen stets üblich war– es ist auch dann der schlagende Polizist nicht zu ermitteln, wenn es von ihm ein Foto gibt– so geschehen an der Startbahn West, ca. 1983*, als ein behelmter Polizist einen Fotojournalisten mit dem Knüppel schlug– der Journalist drückte kurz vor dem Schlag auf den Auslöser und erstellte damit ein Prima-Fahndungsfoto– der Beamte wurde nie ermittelt. Es war wohl grad Fasching :-(
(*Name des Foto-Journalisten nicht mehr parat– also Suche bei g**gle:
polizei „startbahn west” fotograf foto schlagstock– leider kein einfacher „Treffer” bisher, trotzdem interessante Artikel, u. a. von Jutta Dittfurth)
Ich selbst habe solche unverhältnismäßigen Einsätze u. a. 1986 am Schacht Konrad in SZ und in Wackersdorf erlebt:
alles, was sich bewegte, wurde niedergeknüppelt/ mit CS-Reizgas „bearbeitet”- das waren prägende, nicht grade eben so ausblendbare, Erlebnisse, welche ein Bild von einem Staat, der sich gern mit der Aura der Rechtsstaatlichkeit und dem Nimbus umgibt, kein tatsächlicher Nachfolger des sog. 3. Reiches oder des obrigkeitsstaatlichen Kaiserreichs zu sein, „nachhaltig” geprägt haben.
Jede (Protest-)Generation braucht anscheinend ihr eigenes „Aha-Erlebnis” in Bezug auf (unverhältnismäßige) Polizeigewalt.
Hätte mir gewünscht, dass ihr drumrum kommt, dass dt. PolizistInnen mittlerweile weniger Korpsgeist, weniger Gewaltinstinkt, weniger dümmliche Einsatzleiter (sind immer noch fast nur Männer) haben und von besonneneren Akademie-DozentInnen und PolitikerInnen instruiert bzw. befehligt würden. Schade eigentlich.
Ich weiß natürlich, dass es in der Vergangenheit unverhältnismäßige Polizeigewalt gegeben hat. Ich dachte nur irgendwie, diese Zeiten wären vorbei, vor Allem, da die Vorfälle, die du schilderst, über zwanzig Jahre her sind.
Ich kenne auch die Geschichte von der Person, die vor der Demo zum ersten Mai verhaftet und erst abends wieder freigelassen wurde und habe selbst auch schon erlebt, wie ich mit einer Gruppe von Jusos zu einer Diskussionsveranstaltung mit Oettinger nicht hereingelassen, sondern von einem dichten Polizeikordon abgehalten wurde, weil wir Transparente dabei hatten. Allerdings glaubte ich, dies seien Auswüchse spezifisch für Baden-Württemberg.
Trotz alledem halte ich es für mehr als nur unangebracht, jetzt den Vergleich zum Zweiten und Dritten Reich indirekt herzustellen.
@Bastian:
ja, und gerade der Vergleich wirkt nur dann, wenn sich im Getriebe der Staatsmacht etwas ändert in Richtung Demokratisisierung und Bürgerzentrierung der staatlichen Exekutiv-Organe, nicht nur deswegen, weil es ohne die Geduld der EinwohnerInnen (Bürger– und AusländerInnen) diese Jobs gar nicht gäbe.
Sonst bekommt der Vergleich neue Nahrung– und das dann zu recht.
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