Heute Abend treffen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im Kanzlerduell aufeinander — und alles ist offen. 44 Prozent der Menschen wissen noch nicht, ob sie wählen gehen werden, und wenn sie wählen gehen, wen sie wählen sollen — die Erfahrung zeigt, dass sich gerade SPD-WählerInnen erst sehr spät entscheiden. Die CDU hingegen hat ihr Potenzial ausgeschöpft und wird eher noch Stimmen an die FDP verlieren. Die CSU dürfte stabil bleiben, da CSU-Sozialdemokrat Horst Seehofer die Unterschiede zur FDP klar gemacht hat.
Steinmeier hat heute Abend die Chance, den ersehnten Umschwung für unsere Partei zu erbringen. Dies kann er als Herausforderer schaffen, wenn er sich in einem emotional besetzten Thema klar anders als die Kanzlerin positioniert. Und dieses Thema ist: Afghanistan. 80 Prozent des Volkes sind gegen den Afghanistan-Einsatz, lagerübergreifend; wir sind eine Gesellschaft geworden, die kriegerische Auseinandersetzungen nicht begrüßt, sondern ablehnt — und das ist eine sehr positive Entwicklung.

Altkanzler Gerhard Schröder hatte ein Abzugsdatum eingefordert, und bewies damit erneut sein überragendes politisches Talent und Gespür: die Menschen wollen keine Ausflüchte mehr, sie wollen Fakten. Harte, belastbare Fakten.
Richtig ist: ein SPD-Markenkern, wenn nicht der SPD-Markenkern überhaupt, ist: Friedenspartei. Friedensmacht Deutschland. Willy Brandts Satz stimmt: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.”
Die Ankündigung Steinmeiers, bis 2013 mit dem Abzug aus Afghanistan beginnen zu können, ist deshalb richtig. Auf allen Ebenen. Im Wahlkampf müssen verschiedene Ideen zur Wahl stehen, Grundsatzfragen: Atomkraft, ja oder nein? Gute Arbeit, ja oder nein? Und eben: Afghanistan-Einsatz, ja oder nein?
Deutschland kann nicht ewig in Afghanistan bleiben. Wir wollen und können keine Besatzer sein.
Wenn Frank-Walter Steinmeier heute Abend klar macht, dass unter seiner Kanzlerschaft der Abzug aus Afghanistan realisiert wird, dass das ein Schwerpunkt seiner Arbeit sein wird, wenn er das glaubwürdig und ernsthaft vermittelt, dann kann das TV-Duell wahlentscheidend sein.
Krieg und Frieden, keine Frage bewegt die Menschen mehr. Heute Abend wird es darauf Antworten geben. So oder so.
Bild: Army.mil; Lizenz: CC-BY 2.0 US.
60 Kommentare
Eins ist zumindest definitiv schon jetzt nicht mehr „offen”: der Kandidat wird nicht Kanzler werden — auch wenn er kurz vor der Wahl noch ein wenig Anti-Kriegs-Populismus aus der Mottenkiste hervorzaubert. Schade dass er (zumindest bei mir) sein Ansehen als Aussenminister damit beschädigt.
Ich will hier keinen Godwin produzieren, aber eure Beschwörung
der Wunderwaffedes „Umschwungs” hat schon etwas Beklemmendes…Na, der Vergleich ist nun wirklich abwegig.
Wie soll Angela Merkel Kanzlerin bleiben, wenn es keine schwarz-gelbe Mehrheit gibt? Soll Westerwelle nochmal nein zur Ampel sagen? Und wieder kein Minister werden? Auf ewig sich an die CDU ketten und Opposition bleiben?
Nein, die Chancen für Steinmeier als Kanzler sind viel größer als die meisten glauben.
wenn steinmeier kanzler wird, kommt die piratenpartei über 10%. nicht dass ich ihm das nicht wünschen würde. es ist nunmal total abwegig leider — da hilft kein rausreden/schönreden.
Wenn es für Schwarz-Gelb nicht reicht, wird es zu einer grossen Koalition kommen. 2010 oder 2011 wird die SPD dann aus der Koalition aussteigen und eine(n)* der ihren mit den Stimmen der Ex-SED zum Kanzler wählen lassen.
(*SM wird es wohl nicht sein… Nahles? Wowereit?)
Kann mir mal einer sagen, wieso Steinmeier die Chance zum Konter nicht nutzt, wenn Merkel behauptet, die alternativen Energiequellen würden (im Gegensatz zur Kernenergie) noch subventioniert, sondern stattdessen Zeit mit einer sinnleeren Einleitung seiner Antwort verschwendet? Die Frage war doch eine Steilvorlage, denn Plasberg wies in der Frage darauf hin, die Auffassung zum Atomaustieg sei einer der wenigen Unterschiede zwischen CDU und SPD.
Alles in allem finde ich aber, dass sich Steinmeier recht gut hält. Ich glaube, er wird mit einem Plus aus der Diskussion herausgehen. Was mir aber immer wieder auffällt, ist die Ähnlichkeit zu Schröder in Bezug auf die Sprechweise. Ich habe immer das Gefühl, es mit einer analogen Kopie einer analogen Kopie einer analogen Schröder-Kopie zu tun haben.
Den Einsatz in Afghanistan haben alle vier Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne) mitgetragen. Er sollte völlig aus dem Wahlkampf unter diesen Parteien herausgelassen werden. Wenn Steinmeier das Thema plötzlich und unerwartet mit dem Benennen eines konkreten Jahres für den Abzug in den Wahlkampf einbringt, ist das zumindest nicht ganz sauber.
Immerhin ist Afghanistan mal wieder im politischen Brennpunkt. Mal sehen, wie die SPD-Wahlkampf-Taktik diesmal wirkt, meine Schätzung: ein Prozent mehr dafür, dass „man”- wie 2002 (keine Beteiligung an US-Abenteuern) und 2005 (keine MWSt-Erhöhung) Dinge verspricht, die (so) nicht umsetzbar sind– weil, ja, weil sie nicht *ernsthaft* gewollt sind.
Und nach dem dritten Mal wäre das doch schon ein empirischer Beweis, dass es dieser SPD auf Bundesebene nur um Machterhalt geht, ja, Christian, „gestalten ist besser als opponieren”, jaja :-(
Wer als Sieger aus dem Duell hervorgeht bzw hervorgegangen ist, ist nicht so wichtig zu mal von vornherein klar ist, das sie sich nach 4 Jahren gemeinsamer Regierungsverantwortung nicht an die Kehle gehen würden.Viel wichtiger ist wie entscheidet der Wähler und wenn ich mir die letzten Trends ansehe wird mir schlecht. Ich kann nicht begreifen wieviele Stimmen die Linken in Ost und West bekommen würden. Ich bin 50 Jahre alt und habe lange genug in der DDR gelbt um zu sehen wie man Menschen erniedrigen und einen Staat herunterwirtschaften kann.Das Schlimme daran ist, die SPD würde nicht auf die Macht verzichten wenn sie sie mit Hilfe der Linken erlangen könnte auch wenn sie das bis jetzt noch ausschliessen, was das Wort der SPD wert ist haben wir ja erlebt. Ich kann nur jeden empfehlen wählen zu gehen und seine Stimme so zu platzieren das es auf keinen Fall möglich wird die Linke an der Macht zubeteiligen. Das kann einfach kein gutes Ende nehmen, an jeden Einzelnen liegt es nie wieder eine zweite DDR zu zulassen.
@Robert: Herzlichen Dank für den Kommentar — das sehe ich ganz genauso.
Der SPD fehlt der (aus bitterer Erfahrung gewonnene!) Antikommunismus eines Kurt Schumacher oder Herbert Wehner heute leider.
Zuviele Grotewohls und Fechners inzwischen.
Es ist die FDP, die die SPD zur Linkspartei treibt. Das gehört als Faktum auch dazu, wenn man sich über diese Tendenz beklagt.
Nene lieber Christian: mit den Kommunisten treibt es die SPD ganz alleine…
2005 wäre die Ampel eine echte Option gewesen. Aber die FDP kettet sich lieber auf ewig an die Union. Ein 100-Prozent-Kuchen wird nicht größer, eine starke Linkspartei kostet die SPD natürlich Stimmen. Darüber muss man doch gar nicht reden. Wenn Schwarz-Gelb keine Mehrheit hat, und die FDP sich wieder der Ampel verweigert, dann wird sie nie wieder an der Regierung sein. Das sollte auch klar sein.
Christian: das kann keine Option sein, weil die FDP gegen die beiden anderen Parteien keine Chance hätte. Deshalb gehen die Grünen auch keine Jamaika-Koalition ein.
Dann muss man eben mit den Konsequenzen leben.
Ach und die Konsequenz ist dann eine Koalition mit den Kommunisten?
Nicht „man”: die Verantwortung für den Aufstieg des deutschen Haider O.Lafontaine und seiner kommunistischen Kumpane zum denkbaren Koalitionspartner liegt ganz allein bei der SPD.
Leider falsch. Die Verantwortung liegt auch bei der FDP.
Und ehrlich, dieses Kommunisten-Gequatsche ist so unglaublich albern, das nehme ich nicht mehr ernst.
Abseits der Albernheits-Polemik: Was lässt Dich daran zweifeln, dass für die LINKE auch Kommunisten im Bundestag sitzen werden?
Für die CSU sitzen Leute wie Geis im Bundestag, macht das die ganze Partei zu einer Partei von Rassisten und homophoben Spinnern? Wohl kaum.
Die anderen klauen doch auch, versuchte sich der Ladendieb zu entschuldigen…
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
@jo@chim und stefanolix
Die Linke ist keine kommunistische Partei. Die Kommunistische Plattform ist nur ein Teil der Linken. Abgesehen davon ist Kommunismus eine Utopie, und zwar eine schöne. Darüber, dass sie mit Menschen, denen Bildung vorenthalten und Denkfähigkeit aberzogen wird, die nie in den Genuß ihres eigenen kreativen Potentials (als Alternative zu Konsum, Flitter und Dauerinput) gekommen sind, nicht machbar ist, sind sich, glaube ich, Menschen wie Sahra Wagenknecht im Klaren. Darüber hinaus ist nicht zu erwarten, dass die Linke den politischen Kurs der BRD entscheidend beeinflusst. Seht die Linke doch einfach mal als Kraft, die ausgleichend auf den Brutalo-Kapitalismus wirken kann, den wir CDU, SPD und FDP zu verdanken haben. Die Gefahr, die von CDU und FDP für unsere Demokratie ausgeht, ist hingegen real. Und auch SPD und Grüne haben an diversen bürgerrechtsfeindlichen Gesetzen mitgewirkt. Wenn ihr euch also Sorgen darum macht, dass wir auf eine Diktatur zusteuern, attackiert ihr die falschen. Frau Merkel wagte es im „Kanzlerkandidaten-Duell“ allen Ernstes zu behaupten, die CDU wolle die soziale Marktwirtschaft erhalten. Es gibt in diesem Land keine soziale Marktwirtschaft. Ob es sie jemals gegeben hat, lasse ich mal dahingestellt.
Ich jedenfalls kreide der SPD besonders den unsouveränen Umgang mit der Linken an. Die Abgrenzungsversuche wirken in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Unterschiede zwischen SPD und CDU nivelliert haben, einfach nur lächerlich.
Ich jedenfalls freue mich sehr auf Sahra Wagenknecht als neues Bundestagsmitglied.
Kommunismus ist keine schöne Utopie. Kommunismus ist eine Dystopie.
Und Sahra Wagenknecht ist eine fürchterliche Person.
„Und Sahra Wagenknecht ist eine fürchterliche Person.“
Also ich würde sofort mit ihr kleine Kommunisten zeugen. Ich würde mich um den Haushalt kümmern und sie sich um die Politik. Herrlich wär’ das. Spaß beiseite. Dass sie nicht aussieht wie Ulla Schmidt ist nur ein Bonus. Und leider sind die Gutausehenden in der Linken nicht weniger rar gesät als in der SPD.
Frau Wagenknecht sieht aus wie die Eiskönigin persönlich. Schön, aber kalt.
Finde ich gar nicht. Und ich mag selbst keine kalten Frauen. Aber ich will das Thema auch nicht vertiefen. Letztendlich zählen die Inhalte und ich wähle niemanden, nur weil er schön aussieht. Ich habe mir allerdings vor einigen Tagen Fotos von Bundestagsabgeordneten angeschaut und fand, dass die Grünen insgesamt die größte Zufriedenheit ausstrahlen, und zwar nicht im Sinne von Selbstzufriedenheit. Wenn ich nur danach gehen würde, wie sympathisch Politiker auf Fotos aussehen, hätte ich die Grünen wählen müssen. Wie auch immer, ich habe bereits am 11.09. per Brief gewählt. Das Datum war zwar ein Zufall, aber irgendwie ist es doch ein Synonym für das, von dem ich mich am meisten bedroht fühle, und damit meine ich nicht den Terrorismus, jedenfalls nicht den durchgeknallter Schwarzbärte.
Aber von dieser Person kann Eure Mehrheit abhängen. Oder vielleicht auch von drei solchen Abgeordneten.
Die kommunistische Plattform wird Mitglieder in den Bundestag entsenden und davon kann eine »linke Mehrheit« abhängen. Jetzt ist die Frage: wollt Ihr Euch als SPD ernsthaft von solchen Leuten abhängig machen?
Zum Kommunismus, werter Leopold, brauche ich keinen Nachhilfeunterricht. Ich komme aus Dresden und im Herbst 1989 war ich Student im zweiten Semester. Ich habe genügend Kommunisten live erlebt;-)
Ich bezweifele ja nicht, dass du Menschen erlebt hast, die sich als Kommunisten bezeichnet haben, aber die DDR war kein kommunistisches System. Du unterstellst der Linken, sie wolle eine zweite DDR. Es mag Mitglieder geben, die das wollen, aber die gehören zu einer kleinen Minderheit.
Ich unterstelle einigen der Abgeordneten der LINKEN, keine verlässlichen Partner für die SPD zu sein. Denn entweder sie werfen einen Teil ihrer Überzeugungen über Bord oder sie stehen zu ihren bisherigen Überzeugungen. Im letzteren Fall sieht es bei knappen Mehrheitsverhältnissen schlecht aus für einen Kanzler Steinmeier. Und wie ich z.B. Frau Wagenknecht einschätze, wird sie sich ihre Meinung nicht so einfach abkaufen lassen.
Im übrigen gibt es LINKE-Vertreter mit engen Kontakten zu Kreisen des ehemaligen MfS und ein ehemaliger SED-Bonze ist sogar Ehrenvorsitzender.
In der kommenden Legislatur wird es keine Koalition mit der Linkspartei geben, von daher müssen wir darüber nicht sprechen (ist jedenfalls sinnlos). Die Frage stellt sich frühestens 2013. Und dann wird man sehen, wie die Linkspartei-Fraktion aussieht. Wenn sie so aussieht, wie von Dir beschrieben, verbietet sich eine Koalition mit der Linkspartei natürlich von selbst. Aber das wird auch die SPD wissen, ganz blöd sind wir ja auch nicht.
Ja. Und die SPD in Hessen war sicher auch nicht blöd ;-)
Nach der Wahl werden sicher Argumente für eine Koalition mit der LINKEN gefunden, über die heute noch niemand spricht. Ich bin da sehr misstrauisch geworden. Die Linken in der SPD laufen sich schon warm, Frau Ypsilanti lässt grüßen.
Was wettest Du denn auf Deine Aussage? Keine Koalition — ist damit auch eine »Duldung« ausgeschlossen?
„Und wie ich z.B. Frau Wagenknecht einschätze, wird sie sich ihre Meinung nicht so einfach abkaufen lassen.“
So schätze ich sie auch ein.
Ein Grund mehr, nicht mit Kommunisten zu koalieren, oder?
An einer rot-rot-grünen Koalition würde die SPD-Fraktion zerbrechen, wie groß oder klein auch immer sie sein wird.
@stefanolix
„Ein Grund mehr, nicht mit Kommunisten zu koalieren, oder?“
Worauf bezieht sich deine Frage? Darauf dass Frau Wagenknecht sich ihre Meinung nicht leicht abkaufen lässt? Falls ja – ich habe die Linke gewählt. Wie oft willst du eigentlich noch hören, dass die SPD auf Bundesebene in der kommenden Legislaturperiode nicht mit der Linken koalieren wird? Mir würde das unglaublich auf den Sack gehen, diese Frage ständig beantworten zu sollen, wenn ich Mitglied der SPD wäre. Mir geht’s auch so schon auf den Sack. Lad dir einfach mal das Wahlprogramm der Linken runter – du magst ihm Glauben schenken oder nicht – und halt dir zusätzlich vor Augen, dass die Linke überhaupt nicht in die Position kommen kann, die SPD zu dominieren, selbst wenn es eine Koalition gäbe, was aber, wie gesagt, völlig abwegig ist. Mir tut wirklich jeder Leid, der Unrecht in der DDR hat erleiden müssen. Aber das Schreckgespenst, dass dir vor Augen steht, ist eine paranoide Phantasie, mehr nicht. Wir entwickeln uns immer weiter weg von der Demokratie, aber doch nicht wegen der Linken. Wer beschließt denn mehr und mehr Gesetze, um die Bevölkerung zu kontrollieren? Und vor allem warum? Sie dienen nicht dazu, um uns vor Terroristen zu schützen, sondern dazu, um den Staat vor der unzufriedenen Bevölkerung zu schützen – nach dem nächsten Börsencrash.
Sehr gut erkannt. Die Leute sind doch alle nicht mehr ganz dicht. Statt zu fragen: „Was sind eure Inhalte? Was wollt ihr erreichen? Wie genau? Und warum?”, immer wieder diese Schwachsinnsfragen nach der Linkspartei. Als gäbe es nichts Wichtigeres in der Welt. Und die SPD, die traditionsreichste Partei der Welt (!), lässt sich von ein paar Journalisten-Darstellern am Nasenring durch die Arena drehen. Das ist krank.
Ich erkenne an: öffentlich wird eine Koalition mit der LINKEN bisher ausgeschlossen. Eine Duldung (die LINKE stimmt ohne Koalitionsvertrag mit SPD und Grünen) wird allerdings bisher nicht ausgeschlossen. Könnte mir bitte jemand eine schriftliche Quelle nennen, in der das explizit ausgeschlossen wird?
Nein, seit Hessen habe ich kein Vertrauen mehr zu mündlichen SPD-Aussagen. Dort hat sich gezeigt, dass die SPD nicht immer Wort hält.
Zur Linkspartei: Über die Ziele und Programmpunkte dieser Partei diskutiere ich ab dem Zeitpunkt, an dem sie keine Abgeordneten bzw. Funktionäre mit MfS-Vergangenheit oder kommunistischen Zielen mehr hat. Dann gerne und dann auch ganz unvoreingenommen.
Leider zeigt sich, dass MfS-verbundene Personen immer noch aufgestellt und mit der Liste gewählt werden (in Thüringen und Sachsen gerade erst Ende August). Und die kommunistische Plattform wird auch Vertreter in den Bundestag bringen. Insofern: keine Diskussion.
@stefanolix:
richig. Herr Althaus (CDU) sitzt wiederum im thüringischen Landtag, seine MfS-Vergangenheit wird, soweit mir bekannt, nur von der Linkspartei thematisiert.
Wäre interessant, die Biografien mancher Spitzenfunktionäre der ehem. Blockparteien auf ihre Stasi-Absenz zu untersuchen. Althaus ist womöglich kein Einzelfall.
Allgemein ist das „Stasi-Stasi”-Gegröhle m. E. eher etwas für Geschichts-Vergessene, denen der Bezug zur heutigen Realität der Schäubles und vdL abhanden gekommen ist. SpitzenpolitikerInnen lassen sich gerne von ehem. MfS-Bodyguards beschützen, SportlerInnen (Fußball-Bereich; m. E. auch bei anderen Sportarten, z. B. K. Witt) der ehem. DDR brachten weiterhin Höchstleistungen und wurden dafür wiedervereinigt hofiert und dekoriert anstatt mit der eigenen Verstrickung konfrontiert zu werden.
Ansonsten offeriert mein stark zugespitzter Beitrag von heute Morgen einen Teil der ideologisch zugespitzten „Denke” des sog. Kalten Krieges– vielleicht erkennt sich ja manche/r wieder ;-)
Das Gespenst des Kommunismus, wenn es denn wahrlich in jedem Fall eine Gefahr für Bürgerrechte darstellte, ist eine Erfindung der kaisertreuen, neoliberalen und (neo-)nazistischen Weltverschwörung– fehlt nur noch der (Geld-)Jude*, der angeblich alles lenkt :-(
*– Ironie on–
Die Wagenknecht sieht so jüdisch aus, nech?
– Ironie off–
Dieser Troll-Beitrag ist schon in sich so unlogisch, dass ich nicht darauf eingehen werde.
@Christian: Vielleicht könntest Du mal ein paar grundlegende Diskussionsregeln für dieses Forum aufstellen und durchsetzen. Die Anspielungen im unteren Teil des Nick-Postings sind einfach widerwärtig. Herzlichen Dank!
Werde wohl eine existierende Netiquette umschreiben müssen. Den obigen Beitrag finde ich so schlimm aber nicht, wenn auch seltsam.
Das ist keine mündliche Aussage, sondern eine schriftliche, einstimmig beschlossen vom Bundesparteitag.
So, hier:
http://rotstehtunsgut.de/2009/09/15/farbenspiele/
Ach, wie gut diese antikommunistischen Beißreflexe noch funktionieren:
– Zynismus on–
Warum erschießt eigentlich keine/r diesen Gysi oder besser Lafo– so wie es damals bei Dutschke versucht wurde, der lediglich einen elitären Klüngel von Bürgerkindern beeinflußen konnte– dessen Botschaften aber von der Masse– im Gegensatz zu denen der heutigen Linken– nicht mal im Ansatz verstanden wurde.
Diese Linken sind doch wirklich das Allerletzte, treten für Rechte Entrechteter ein, das dürfen die doch gar nicht, denn sie waren allesamt mit Erich und Margot verbandelt– selbst wenn sie verkünden sie hätten sich gewandelt, das ist nur scheinbar, böse Taktik des Bolschewiken. Da gibt’s keine „Gnade der späten Geburt”- von wegen gleiches Recht für alle– Linke sind Aussätzige und müssen mindestens interniert, am besten aber erschossen werden, denn alle Linken sind Stalinisten oder Anhänger von Pol Pot und dazu noch der schlimmste Menschenschlag, der je auf Erden wandelte.
– Zynismus off–
Dieser Beitrag provoziert hoffentlich den oder anderen der Provokateure :-)
@stefanolix:
ach, „Troll” vorwerfen und Unlogik vorwerfen, wie wär’s noch mit „Wahnsinn” (beliebte Methode in der UdSSR, um den politischen Gegner auszuschalten)?
Zensur– mit anderen Worten?
Im Regelfall ist meine Beteiligung (auch) hier sachlich, wenn mir jedoch provokativer Dummsülz entgegenschlägt, dann gibt’s auch mal contra.
Klar, @Christian, lösche die Beiträge einfach, wenn Dich ein lupenreiner Demokrat darum ersucht, er ist Opfer, weil er das hier lesen muß ;-)
qed :-)
Ist lustig hier, erst rumpanken wie Karl-Theodors Opa zur Ostpolitik und sich dann wundern, dass auch ‚ne reactio kommt ;-)
@stefanolix
http://www.exopolitik.org
Schau da mal vorbei. Als echter Mann der Unwahrscheinlichkeiten dürftest du dort viele Gleichgesinnte finden.
@Christian: ich kenne Frau Wagenknecht nicht näher, bin auch — offensichtlich im Gegensatz zu Leopold *lol* — von meinem Hormonhaushalt her eher ausgeglichen.
Von daher ist imo es weniger relevant, ob sie (vielleicht) eine „fürchterliche” Person ist und/oder einen Knackarsch hat. Viele Kommunisten sind nett zu ihren Schäferhunden. Viele Nazis lieben ihre Kinder. Oder umgekehrt? Egal. Output matters:
Sahra Wagenknecht ist Anhängerin einer Ideologie die zig Millionen Tote auf dem Gewissen hat — eine rotlackierte Faschistin (ist nicht von mir, sondern von einem der es wissen muss: Kurt Schumacher).
Es bleibt einem zukünftigen Vizekanzler Steinmeier natürlich unbelassen, sich nach dem Koalitionsbruch 2011 von Personen wie ihr zum Kanzler wählen zu lassen. Aber die Frage ist schon jetzt aktuell: steht die heutige SPD die Partei in der Tradition Schumachers — oder in der Tradition Grotewohls? Die Art und Weise, wie die Sozialdemokraten in den Bundesländern aus machtpolitischem Kalkül die Nachfolgepartei der SED hofieren, lässt mich Letzteres befürchten
@jo@chim
Apropos Kurt Schumacher – Am kommenden Samstag böte sich dir Gelegenheit, sie life auf dem Kurt-Schumacher-Platz zu sehen/zu hören – in Mülheim an der Ruhr. Aber Rekonvaleszenz in vier Tagen – kann ich mir nicht vorstellen bei deinen Symptomen.
Wenn ich so einige Beiträge hier lese, muss ich sagen das das Potential der Linken bei Weitem unterschätzt wird. es geht ja nicht nur um die Partei der Linken auch in der SPD und den Grünen gibt es linke Flügel und woher sollte wohl die Linke ihre Stimmen bekommen wenn nicht von Abtrünnigen dieser Parteien zumindest von der SPD die man kaum noch als Volkspartei bezeichnen kann. Es ist gefährlich den Linken Macht einzuräumen ganz gleich auf welcher Ebene das in Deutschland geschieht. Die Utopien die sie in ihrem Wahlkampf von sich geben sind völlig unrealistisch, ich habe das Gefühl die wollen schon wieder genauso wirtschaften wie sie es zu DDR– Zeiten gemacht haben. Lasst euch davon auf keinen Fall blenden es kann und wird nicht gut gehen.An dieser Stelle noch ein Paar Worte zu uns Ossies, vor 20 Jahren haben wir gefeiert und waren unendlich glücklich das die Mauer gefallen ist und was tut ihr heute, ihr sorgt dafür das die Linken wieder Salonfähig gemacht werden denn die meisten Stimmen kommen noch immer aus dem Osten. Ich schäme mich dafür.
Die Formulierung macht den genialen Coup der Kommunisten, sich in „die LINKE” umzubenennen deutlich: nicht die Linke, als legitimer Teil des politischen Meinungsspektrums, ist gefährlich, sondern jene rotlackierten Faschisten die sich so bezeichnen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: genial war der Coup von CDU und FDP, die Linkspartei für nicht koalitionswürdig zu erklären, obwohl die CDU keine Scheu hat, mit Hetzern wie Ronald Schill zu koalieren. Und obwohl die CDU auf kommunaler Ebene überhaupt kein Problem damit hat, mit der Linkspartei zu paktieren. Und obwohl die CDU gerne mal Wahlkampf mit rassistischen Parolen führt.
Und die SPD war dumm genug, in diese Falle hineinzutappen und sich damit einer Machtperspektive zu berauben.
Gleichzeitig sperren sich FDP und Grüne gegen die Ampel und Jamaika und versuchen somit, bewusst oder unbewusst, die SPD durch ständige Große Koalitionen auszubluten und zu zerstören.
Für die nächste Legislatur wurde jegliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgeschlossen. 2013 werden die Karten neu gemischt.
@Christian
Wie viele „rotlackierte Faschisten“ (jo@chim), also Mitglieder der LINKEN, waren vormals in der SPD? Ein Viertel? Ein Fünftel? Wenn ich mir vorstelle, mal SPD gewählt zu haben, wenn auch meist nur mit der Erststimme, wird mir ganz anders. Und jetzt ist es mir doch tatsächlich schon wieder passiert, und das, obwohl ich nicht die SPD gewählt habe.
Sowas. Was willst Du mir sagen?
„Was willst Du mir sagen?“
Das kannst du dir aussuchen. Z. B. dass die Wahrscheinlichkeit, dass die SPD jetzt faschistenfrei ist, nicht gewachsen ist.
Jaja, schon klar, lass uns noch einmal…
Ich habe den Link entfernt.
Ich halte das für Zensur und werde hier nicht mehr weiter kommentieren.
Schade.
@jo@chim
http://www.tagesschau.de/inland/kommentar96.html
Sowas macht mich auch wütend. Dass Frau Wegner nicht Mitglied der Linken ist, macht die Sache nicht besser.
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@gwatzlawek Ich hab Bock aufs #kanzlerduell. Grund: es wird spannend. http://bit.ly/18ZEE7
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