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Roland König, FDP

8. September 2009
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Der DGB hat Kandidatinnen und Kandidaten gefragt, ob sie für weniger als 7,50 Euro die Stunde arbeiten würden. Besonders die Antwort von FDP-Mann Roland König sticht heraus:

Ja, ich habe schon für weniger gearbeitet und es gibt Arbeiten die nur mit einem geringeren Entgelt entlohnt werden können, weil sie keinen größeren Wert für den Auftraggeber haben!

Mit freundlichem liberalem Gruß

Roland König
Direktkandidat der FDP im WK 296

So denkt die FDP. Deutlicher und klarer kann es nicht werden, warum eine Ampel ein Wunschtraum bleibt.


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5 Responses to Roland König, FDP

  1. Jan on 8. September 2009 at 18:48

    warum eine Ampel ein Wunschtraum bleibt.”

    Alptraum, Christian. Allerdings für die FDP — denn in einer Ampel ließe sich eine Mindestlohnablehnung wohl kaum aufrecht erhalten.

    Wobei sicher kein (liberaler) Mensch ein Problem damit hätte, den im Ausgleich für ein faires Steuersystem inklusive Bürgergeld und eine bürgerrechtsfreundlichere Politik auf dem Koalitionsaltar zu opfern.

    Trotzdem hat der Mann in der Sache natürlich Recht: Ich kenne schon heute Menschen (mich selbst zum Beispiel), die halt weniger oft zum Friseur gehen, weil sie ihn sich nicht ohne Weiteres leisten können. Das würde mit steigenden Preisen nicht besser und kostet dann im Endeffekt halt doch Arbeitsplätze, bzw. führt zu Arbeitsplätzen in diversen Nachbarländern.

    Man muss deswegen nicht so tun, als wäre es völlig okay, dass Menschen für 45 Euro arbeiten gehen. Einfach so zu tun, als würde ein Mindestlohn arbeitsplatzneutral das Problem unterbezahlter Menschen lösen ist aber genauso unredlich.

  2. Markus Ritter on 9. September 2009 at 15:56

    Das Problem ist meiner Ansicht nach nicht, dass die Auftraggeber zu wenig bezahlen, das Problem ist, dass zuwenig beim Arbeitnehmer ankommt.
    Von den 18041 EUR, die der Arbeitgeber eines Mindestlohnempfängers bezahlen muss, kommen 11297 EUR beim Arbeitnehmer an. Wenn es sich um eine Branche aus dem Dienstleistungsbereich für Endkunden handelt, muss die Mehrwertsteuer auch vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden. Dann sind wir bei 21500 EUR.
    Wenn man davon ausgeht, dass 10 Haushaltshilfen einen 11. Angestellten bedingen, der sich um Disposition, Buchhaltung etc. kümmert und der nicht dem Kunden direkt verrechenbar ist, ist man bei 23700 EUR. Rücklagen für schlechtere Zeiten sollte die Firma auch bilden können, ohne dass gleich alle ‚Kapitalistenschwein’ rufen (Das Risiko der Nichtvermittlung soll ja ein unternehmerisches sein und keins des Arbeitnehmers). Dann sind wir vielleicht bei 27000 EUR.
    Noch hat kein Chef Geld gerafft, noch wurden keine „shareholder” befriedigt.
    Die Jahresarbeitszeit (das ist die Zeit, in der der Arbeitnehmer vom Kunden bezahlt wird) liegt in Deutschland so bei ca. 1760 Stunden. Eine Firma kann eine Dienstleistung, völlig egal, ob es sich dabei um Rasenmähen, Kinderbetreuung oder Küche putzen handelt für nicht weniger als 15,40 EUR anbieten. Davon sieht dann der Mäher, Kinderhüter, Putzmann gerade noch 5,60 EUR auf dem Lohnzettel.
    Wenn der Mindestlohn kommt, wird vermutlich ein weiterer Teil in die Schwarzarbeit wandern, weil man sich auf 10 EUR einigen wird und man die 200% Overhead „spart”. Die wenigsten glauben, dass dadurch die Oma weniger Rente, das nierenkranke Kind keine Operation oder der arbeitslose Mechaniker weniger ALG bekommt. Das ist so entpersonalisiert, da überwiegt die Freude 4,60 EUR pro Stunde mehr zu haben, bzw. 5 EUR die Stunde weniger zahlen zu müssen. Nicht dass ich das gutheisse, aber man sieht ja jetzt schon, wieviel Handwerkerleistungen auf privaten Baustellen am Wochenende und Abends erbracht werden.

    Und wenn jetzt einer mit „ja, aber bei Minijobs ist das doch alles anders” kommt:
    Erstens ist es das nicht sehr und zweitens strebt die SPD ja wohl an, dass Menschen in sozialversicherungsplichtigen Arbeitsverhältnissen stehen. Soll man dank Mindestlohn jetzt 3 Minijobs annehmen müssen?

  3. Markus Nagler on 9. September 2009 at 16:33

    @ Markus Ritter
    Das war jetzt eine sehr interessante und lehrreiche Rechnung, Vielen Dank dafür.
    Nur, wenn mein Umfeld nicht außergewöhnlich kriminell ist, dann war das doch schon vor 30 Jahren nicht anders. Im ungelernten Bereich sowieso, da ist das Problem auch ohne Sozialausgaben und Rücklagen schon wegen der Mehrwertsteuer grundsätzlich im Privatbereich nicht zu lösen. Firmenkunden können nicht so leicht in die Schwarzarbeit ausweichen.

  4. Jan on 9. September 2009 at 16:47

    Nene, vor 30 Jahren war das durchaus noch anders — hier gibts ein schönes Schaubild dazu:

    http://www.wiwo.de/politik/galerien/schwarzarbeit-in-daten-295/1/entwicklung-der-schwarzarbeit.html

    Ist ja auch kein Wunder, weil die Belastung des berühmt-berüchtigten Faktors Arbeit eben zugenommen haben, ebenso wie die Mehrwertsteuer, die du ja auch ansprichst.

    Man kann sich natürlich hinstellen und sagen „ist halt so, kann man nix machen” — unter politischer Gestaltung verstehe ich allerdings was anderes.

    Ich denke, dass wir uns hier unabhängig von Mindestlohndiskussionen auf jeden Fall irgendwas einfallen lassen müssen. Ein Sozialstaat, der faktisch quasi nur noch von Firmenkunden finanziert wird kann ja nun auch für die SPD kein tragfähiges Modell sein, oder?

  5. AMUNO on 24. September 2009 at 12:39

    Hi,

    heute erhielt ich einen Brief von der FDP. Hier eine kleine Stellungnahme dazu ;)
    Post von der FDP

    Gruß

    AMUNO

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