Gottfried Ludewig kandidiert für den Bundestag

8. September 2009
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Es ist wirklich „toll”, was für Demokratie-Experten bei der CDU für den Bundestag kandidieren. In Pankow ist es Gottfried Ludewig, RCDS-Bundesvorsitzender. In der Vergangenheit ist er aufgefallen mit seiner Forderung, das Wahlrecht zu „optimieren”, sprich: doppeltes Wahlrecht für „Leistungsträger”:

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Nicht die Tatsache, dass Ludewig diese Forderung geäußert hat, ist der Skandal. Der Skandal ist, dass er noch immer RCDS-Vorsitzender ist, noch immer Mitglied des CDU-Präsidiums — und für den Bundestag kandidieren darf. Was ist nur los mit der CDU? Stellvertretende Vorsitzende, die gegen Ausländer hetzen, Nachwuchsspinner wie Mißfelder und Ludewig, die gegen Arbeitslose und Alte hetzen — wohin soll das noch führen?

15 Responses to Gottfried Ludewig kandidiert für den Bundestag

  1. Jan on 8. September 2009 at 00:29

    Dann ist er in Pankow ja genau richtig ;-)

  2. Dennis Morhardt on 8. September 2009 at 00:33

    Ach du Scheiße. Herr wirf Hirn!

  3. StefanJosef Grsaus on 8. September 2009 at 01:07

    Nun ja selbst die Saar JU distanzierte sich von ihm damals, nachdem Jusos und inksjugend genug Druck aufgeabut hatten, würde mich schon mal interessieren wie Theis das http://sozilink.de/?i=91 heute sieht.
    Auch damals schon eine kare Reaktion und mehr ist zu udewig heute auch nicht zu sagen: http://www.spd-saar.de/index.php?id=1653&tx_ttnewstt_news=50769&tx_ttnewsbackPid=1652&cHash=fb9734c3b6

  4. Kalle on 8. September 2009 at 07:56

    Das ist wirklich ein Skandal. Eigentlich hätte seine politische Karriere nach diessen ungeheuerlichen Äußerungen ein Ende finden müssen. Ich möchte nicht, dass der Kerl im Bundestag sitzt, das macht mir Angst.

  5. Markus Ritter on 8. September 2009 at 09:38

    Zumal er der CDU damit vollends das Wasser abgraben würde. Gewählt wird sie nämlich hauptsächlich von der Generation 60+ und den unterdurchschnittlich Gebildeten (Gut, da geht es ihr wie der SPD, aber die fordern sowas ja nicht).
    Bei der Europawahl standen den 45% der CDU bei den Wählern mit Hauptschulabschluß gerade mal 29% bei den Wählern mit Hauptschulabschluß gegenüber.
    Und während sie bei der Generation 60+ 48% der Wähler von sich überzeugen konnte, hat das bei den 3059 Jährigen gerade noch bei 33% geklappt.

    Liest der Mann eigentlich Wahlanalysen oder ist das eher so Pippi-Langstrumpf-Denken „ich mach mir die Welt, witte witte, wie sie mir gefällt”

    Zur politischen Einschätzung haben die anderen ja schon genug geschrieben :-)

    • Markus Ritter on 8. September 2009 at 13:38

      das zweite Hauptschulabschluß muss natürlich Hochschulabschluß heißen.
      (Wie geht nochmal das Emoticon für penlich berührt sein?)

  6. Jan on 8. September 2009 at 13:32

    wohin soll das noch führen?”

    Na hoffentlich eines Tages möglichst endgültig in die Opposition.

  7. Arnomane on 9. September 2009 at 01:09

    Gab es doch schon alles: Vielleicht sollte man ihm ein wenig über Preußen und sein berühmtes Dreiklassenwahlrecht (bis 1918) erzählen und welche gesellschaftlichen Verhältnisse dadurch zementiert wurden und ob er die sich wirklich zurückwünscht.

  8. Piraten ärgern « Rot steht uns gut on 11. September 2009 at 15:28

    […] Wahlrechtsgrundsätze des Grundgesetzes sind sehr wichtig. Zwar stellt ein Verrückter im RCDS die Gleichheit der Wahl in Frage, ansonsten ist keine Bewegung in irgendeiner Richtung […]

  9. Anna on 20. September 2009 at 02:12

    Aber man muss sagen, er macht seine Sache jetzt echt gut. Überzeugende Argumentationen und guter Wahlkampf!

  10. […] beiden WG-Mitbewohner Eberhard und Paul traf und wir neben dem CDU-Programm 20092013 auch über Gottfried Ludewigs Auftritt bei Anne Will diskutierten. Absolute Unvoreingenommenheit also in unserer hochrepräsentativen WG, in der die […]

  11. Leopold Bechtler on 22. September 2009 at 19:02

    Leistungsträger“ ist einer meiner Kandidaten zum Unwort des Jahres.

    Ich hatte heute übrigens Gelegenheit, einer Betriebsversammlung der Deutschen Post beizuwohnen. Dabei habe ich ein neues Wort gelernt: „Personaleinheit“. Klar, was damit gemeint ist? (Übrigens hat verdi das Wort anscheinend bereits in den eigenen Wortschatz integriert, anstatt es als Sondermüll zu entsorgen.)

    Ist zwar jetzt sehr offtopic, aber ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass die Deutsche Post offenbar ein Unternehmen namens „First Mail“ gegründet hat, um sich selbst Konkurrenz zu machen, und zwar mit dem Ziel, Personaleinheiten dorthin auszulagern und – natürlich – schlechter zu bezahlen. Übrigens benutzt die Deutsche Post die Wirtschaftskrise (die nicht oder nur unwesentlich zu einem Rückgang des Briefaufkommens geführt hat), um den Abbau, die Unterbezahlung und die Verlängerung der Arbeitszeit von Personaleinheiten rechtfertigen zu können. Angeblich soll „Jürgen Gerdes“ gegenüber der Financial Times geäußert haben, die „Krise sei zum Glück real“. Toll, oder? Wenn die Krise real ist, muss er sich nicht die Mühe machen, sich eine auszudenken, sondern er kann sie einfach als Trittbrett benutzen.

    Zurück zum Thema, wenn mir dann so ein verwöhnter Unionsbubi was von Leistungsträgern erzählt, dann würde ich dem schon gerne mal im Schnelldurchlauf zeigen, wie effektiv sich die Gesundheit einer Personaleinheit in nur 10 Jahren abbauen lässt und wie sich die Personaleinheit danach erfolgreich zum Hartz-IV-Empfänger recyclen lässt. Man kann ja heutzutage die Lebensdauer aller möglichen Dinge simulieren – und was mit Mobiltelefonen und Autoreifen geht, sollte auch mit Unionsbubis gehen.

  12. Leopold Bechtler on 22. September 2009 at 19:12

    Ach ja, fast vergessen: Schade eigentlich, dass die SPD keine Arbeiterpartei mehr ist.

    • Christian Soeder on 22. September 2009 at 19:14

      Die SPD ist die Partei der Arbeit. Welche Partei soll es denn sonst sein?

      • Leopold Bechtler on 22. September 2009 at 20:34

        Christian, laut dem Stasi-Opfer mit Hochschul-Previleg (die Idioteneinheit aus dem anderen Thread) sind das „rotlackierte Faschisten“. Nein ernsthaft – es gibt heutzutage keine Arbeiterparteien mehr; und meiner Meinung nach brauchen wir auch keine. Wir brauchen auch keinen pseudodemokratischen Arbeitsplatzsozialismus à la SPD, sondern Mut zur Umverteilung von Privatvermögen. Versteh’ mich nicht falsch, ich bin nicht für Gleichmacherei, weder für die Gleichmacherei von Privatvermögen, noch das hoffnungslose Unterfangen, Intelligenz gleichmäßig zu verteilen. Aber ich will die Scherenblätter „Arm und Reich“ einander näher bringen, indem ich den Reichen Geld nehme und den Armen einen Teil dieses Geldes gebe. Und den Rest würde ich hemmungslos für Bildung verprassen, oder vielmehr, ich möchte Menschen dazu motivieren, ihr Potential zu nutzen. Ich will nicht die Menschen uniformieren, sondern ihnen nur die Mittel und Wege zeigen, wie sie sich selbst ins Gleichgewicht bringen können, sie also nicht auf den Input festlegen, sobald sie das Energiesparlicht des Kreißsaals erblicken. Ich würde auch Menschen nicht darauf festlegen, sich nur deswegen erhalten zu müssen, um die nächste Generation Mensch zu produzieren. Ich nenne das „Lebensqualität jenseits der Reproduktion des eigenen Egonoms“. Damit verbindet sich auch die Hoffnung auf eine Verkleinerung der menschlichen Population, weil wir, das wagt ja kaum einer auszusprechen, diesen Planeten nicht retten können werden, wenn alle Menschen, die weniger energieverschwenderisch sind als wir, ihr Recht auf Energieverschwendung einfordern. Mein Grundsatzprogramm wäre ein Jahrhundertprogramm. Mindestens. Dass es nicht mein Wahlprogramm wäre, ist kein Widerspruch, denn es gibt kein geheimes Programm, das vorsieht, die Legislaturperiode zu verlängern. Aber du hast gefragt, welche Partei für Arbeiter besser geeignet wäre als die SPD. Da es meine Partei noch nicht gibt, und ich lieber Kunst mache als Politik, gebe ich mich bis auf weiteres mit der Linkspartei zufrieden. Aber ich wollte ja ernsthaft sein. Da ich fest mit einer hausgemachten Apokalypse rechne, wenn wir uns nicht sammeln und grundsätzlich umorientieren, bin ich vielleicht risikobereiter als du. Und das Risiko, die Linkspartei zu wählen, hält sich in Grenzen, zumal die meisten ihrer Mitglieder wahrscheinlich nicht so verrückt sind wie ich.

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