Feiermann II

Zwei Ergänzungen zum Feiermann-Essen im Kanzleramt. Einmal im Schwarz-Gelb-Watchblog:

Mit seinem Zitat aus der Überschrift zog sich Ackermann übri­gens den Unmut der Kanzlerin zu und musste reumü­tig zu Kreuze krie­chen. Mittlerweile haben sich die beiden aber anschei­nend wieder vertra­gen, so dass für ausge­las­sene Partys im Kanzleramt durch­aus die Gefahr einer Wiederholung besteht. Wenn Frau Merkel es für geboten und richtig hält, mit dem Chef der größten deut­schen Privatbank und ausge­such­ten Wirtschaftsbossen intime Dinner zu veran­stal­ten, dann ist das ihre Sache. Für die Bürgerinnen und Bürger beant­wor­tet sich damit immer­hin die Frage, woher Merkel ihre zurück­hal­tende Meinung zum Themen „Begrenzung von Managergehältern“ und „Regulierung der Finanzmärkte“ hat. Ganz offen­kun­dig hat sie immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der bedroh­ten deut­schen Manager-Minderheit.

Und dann zur Rolle der Springer-Presse im BILDblog:

Ein und dieselbe Veranstaltung ist einzig­ar­tig, wenn es darum geht, dem Deutsche-Bank-Chef und Springer-Großaktionär zu schmei­cheln, und alltäg­lich, wenn die Kanzlerin aus der Schusslinie gebracht werden muss. Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass „Bild” seine Darstellung abrupt ändert, wenn es der guten Sache dient. […] „Welt”, „Berliner Morgenpost”, „Hamburger Abendblatt” und „B.Z.” haben die Leser ihrer Zeitungen bis heute nicht infor­miert, dass ihr Vorstandsvorsitzender und ihre Verlegerin bei dem umstrit­te­nen Abend dabei waren — dabei trägt der Kommentar von „Welt”-Chef Thomas Schmidt zum Thema sogar den viel­ver­spre­chen­den Titel „Villa Merkel und ihre Gäste”.

Autor: Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.