Piratenpartei: zwei magische Millionen

piratenpartei
Die Piratenpartei hofft, die 5-Prozent-Hürde zu knacken und in den Bundestag einzu­ziehen. Rechnen wir das also durch: in Deutschland leben unge­fähr 82 Millionen Menschen. Davon sind geschätzt 62,2 Millionen bei der dies­jäh­rigen Bundestagswahl wahl­be­rech­tigt. Da die Piratenpartei in Sachsen nicht antritt, verrin­gert sich die Anzahl der poten­zi­ellen Piratenpartei-Wähler um 3,5 Millionen. Damit gibt es 58,7 Millionen Menschen, die die Piratenpartei wählen können. Bei der Bundestagswahl 2005 nahmen 77,7 Prozent ihr Wahlrecht wahr, was den bisher nied­rigsten Wert aller Bundestagswahlen darstellt. Es ist deshalb relativ sicher davon auszu­gehen, dass mindes­tens 75 Prozent sich aufraffen und wählen gehen werden, das sind bundes­weit 46,65 Millionen Menschen, ohne Sachsen sind es 44,025 Millionen. Die Piratenpartei muss bunde­weit 5 Prozent errei­chen, die magi­sche Zahl beträgt also 2,33 Millionen Menschen.

Ist das realis­tisch? Über zwei Millionen Menschen sollen von einer Partei, die quasi aus dem Nichts aufge­taucht ist, mobi­li­siert werden? Die Internetpetition gegen Internetsperren hatte, zum Vergleich, 134.000 Mitzeichner — obwohl die Petition wochen­lang beworben wurde, und obwohl auch Nicht-Piratenparteiwähler wie ich mitge­zeichnet haben. Bei StudiVZ hat die Piratenpartei 42.000 Anhänger und ist damit auf dem ersten Platz, vor der CDU mit 19.000 und SPD und FDP mit je 18.000 Anhängern. Die diversen Umfragen liefern für die „Sonstigen” Ergebnisse zwischen drei und sechs Prozent.

Sprechen alle diese Faktoren für ein Einziehen der Piratenpartei in den Bundestag? Davon ist nicht auszu­gehen. Der Tag nach der Bundestagswahl könnte für viele Piraten der Tag der großen Ernüchterung sein — es bleibt zu hoffen, dass sie sich dann nicht enttäuscht aus der Politik zurück­ziehen, sondern weiter­ma­chen: dann aller­dings in der SPD, denn da gehören sie auch hin.

Nachtrag, 19:11 Uhr: In der ersten Version des Artikels wurde die 5-Prozent-Hürde falsch errechnet, danke für den Hinweis an Daniel.

Über Christian Soeder

Christian Soeder ist Herausgeber von ROTSTEHTUNSGUT und besonders an netzpolitischen Zusammenhängen interessiert.

64 Kommentare zu “Piratenpartei: zwei magische Millionen

  1. Die SPD hat 500.000 Mitglieder und bräuchte — wieviel nochmal? — Wähler um den Kanzler zu stellen… Wir werden sehen, ich glaubs zwar auch nicht, aber why not?

  2. Ich erkläre Ihnen natür­lich gerne das deut­sche Wahlsystem, Herr Söder. Die 5% Hürde gilt bundes­weit, so wie Sie rechnen, würde sie nur in den Bundesländern gelten, in denen eine Partei auch auf dem Wahlzettel stehen. Es macht also keinen Sinn, die Zahl der in Sachsen lebenden Menschen abzu­ziehen, die 5% müssen insge­samt erreicht werden, auch wenn die Sachsen die Piratenpartei nicht wählen können. Außerdem benö­tigen die Piraten keine 5,1% sondern „nur” 5,0%.

    Ich persön­lich (als Nichtparteimitglied) glaube übri­gens, dass diese 5% erreicht werden können, aber nicht unbe­dingt müssen. So oder so hat die Piratenpartei bereits einen Großteil Ihrer Ziele in das Bewußtsein der Öffent­lich­keit gebracht — die Piraten in der SPD täten aber besser daran, Ihr Engagement an einer Stelle einzu­bringen, die sich für deren Meinung inter­es­siert. Und das ist (leider) nicht mehr die SPD sondern die Piratenpartei. Auch wenn der Einzug 2009 noch nicht klappen sollte — dann spre­chen wir uns 2013 wieder. Warum? Ich glaube daran und bin fest davon über­zeugt, dass sich in der deut­schen Politik etwas ändern muss! Wir brau­chen mehr Transparenz und Einbezug des Volks — zum Beispiel über die Basis. DAS bietet derzeit nur die Piratenpartei.

  3. Die Wählerschaft der Piraten mag treu und laut sein, sie ist aber klein. Ich glaube nicht, dass mehr als 2 % raus­kommen. Nur meine Meinung.
    Es ist richtig, dasss die SPD die Themen aufgreifen muss. Das Problem ist natur­gemäß, dass von den Abgeordneten sehr viele keine regel­mä­ßigen Internetnutzer sind. Ich habe die Petition auch gezeichnet und glaube über­haupt nicht, dass man sich nur bei den Piraten gegen Zensur einsetzen kann. Im Gegenteil, wenn man sich mit Spinnern, Rechtsextremen und einem Abgeordneten, der Kinderpornos aus dem Internet gezogen hat, gemein macht, wird man eher in seinem Anliegen nicht ernst genommen.

    • „Im Gegenteil, wenn man sich mit Spinnern, Rechtsextremen und einem Abgeordneten, der Kinderpornos aus dem Internet gezogen hat, gemein macht, wird man eher in seinem Anliegen nicht ernst genommen.“

      Es sind genau solche dummen Plattheiten, die mich die SPD erst recht nicht mehr wählen lassen. Ihr seid wirk­lich hoff­nungslos arro­gant. Und genau dafür werdet ihr die Quittung bekommen. Danach könnt ihr dann mal für ein bis zwei Jahrzente in euch gehen, Asche fressen, euch selbst reinigen, euch entfilzen, euch entbonzen, eure Wurzeln suchen. Solange ihr der alten Tante SPD Botox in die Lippen pumpt, wird das nix mehr mit euch. Ihr braucht mindes­tens eine Stammzellenkur. Oder am besten ihr buddelt den Wehner aus und schaut, ob ihr noch genug DNA zum Klonen findet. Die Totenruhe werdet ihr sicher­lich nicht stören, so wie der Mann vermut­lich in seinem Grab rotiert.

      • Ich möchte poli­tisch disku­tieren, keine persön­li­chen Angriffe kommentieren.

        • Außerdem, vergesst bei allen Hasstiraden bitte nicht, dass ich euch inhalt­lich in diesem Punkt recht gebe.

        • Würdest du es nicht als persön­li­chen Angriff bewerten, jemanden vorzu­ver­ur­teilen, z. B. Herrn Tauss? „Spinner und Rechtsextreme“ klingt auch nicht gerade sachlich.

          • Ich vorver­ur­teile niemanden: Dass Jörg Tauss Pornomaterial herun­ter­ge­laden hat (und nur das habe ich geschrieben), leugnet ja keiner, nicht einmal er selbst. Unklar ist nur die Motivation. Ich bin geneigt, zu glauben, dass er tatsäch­lich glaubte, einen Pronoring sprengen und so zum großen Helden werden zu können. Jedoch war dies besten­falls leicht­gläubig (und über­dies die Aufgabe der Polizei, nicht des Bundestages). Jedenfalls hat er die Pornoindustrie damit unter­stützt (und sei es auch ungewollt).

            Dass ihr mit Thiesen einen Mann in der Partei (auf einer Landesliste!) habt, der den Holocaust leugnet und behauptet, 1939 hätte Polen Deutschland ange­griffen, nicht umge­kehrt, lässt es in meinen Augen auch nicht als unan­ge­messen erscheinen, von Rechtsextremen zu reden.

            Und was Spinnereien angeht: Das Parteiprogramm der Piraten läuft darauf hinaus, das Urheberrecht an Kunst prak­tisch abzu­schaffen und auch sonst dras­tisch einzu­schränken. Das ist sogar der eigent­liche Grund, warum die Piraten exis­tieren; man sieht es schon am Namen.
            Wir leben in einem markt­wirt­schaft­li­chen System: Produziert wird nur das, was sich wirt­schaft­lich verwerten lässt. Wenn keiner mehr mit Filmen, Musik oder Forschungsergebnissen Geld verdienen kann, werden viele es einfach bleiben lassen. Vielleicht bin ich zu pessi­mis­tisch aber die meisten Menschen, die ich kenne, sind tatsäch­lich mate­ria­lis­tisch und weniger idea­lis­tisch.
            Mir gefallen viele eurer Ansätze (Privatsphäre, Zensur etc.) aber keiner kann mir erklären, wie Kunst und Wissenschaft ohne Urheberrechte funk­tio­nieren sollen. Daher halte ich eure Forderungen für äußerst naiv und welt­fremd. Oder für „Spinnereien”.

          • Das ist genau das Problem.
            Wenn Du nicht weißt, wie das funk­tio­niert, hast auch Du die neue Medienwelt nicht verstanden.
            Und auch den Antrieb eines Künstlers nicht.
            Ein Künstler (und da zähle ich auch uns Software-Entwickler dazu)
            ist nicht kreativ, weil er damit verdienen will, sondern, weil er einfach nicht anders kann.
            Da soll­test Du Dich mal mit dem psycho­lo­gi­schen Unterschied von Motivation und Motivierung beschäf­tigen… Das nur am Rande.
            Zu abstrakt? Ok, ein Beispiel.
            Schnappi — das kleine Krokodil.
            „Dieses Lied wurde Platz 1 der Verkaufs-Charts, obwohl es jeder­zeit beim WDR kostenlos herun­ter­zu­laden war.„
            Wo ist hier der Fehler?
            Bitte mitdenken. In dem kleinen Wort „obwohl”.
            Richtig ist viel­mehr:
            „Dieses Lied wurde Platz 1 der Verkaufs-Charts, *weil* es jeder­zeit beim WDR kostenlos herun­ter­zu­laden war.„
            Kultur und Kreativität leben vom Austausch.
            Erst, wenn die Masse der Menschen erreicht wird, kann ein großer Erfolg entstehen. Man spricht hier auch von „Kritischer Masse”.
            Dieses Prinzip kannst Du nahezu iden­tisch auf alle Arten der Kunst (Filme, Malerei, Tanz, …), Software und Wissenschaft über­tragen.
            Die frei verfüg­bare Kopie ist nicht das Problem, sondern die Lösung.
            Vor einigen Jahren gab es in der Musikindustrie einen Trend zum Kopierschutz, *wonach* die Verkaufszahlen deut­lich einge­bra­chen. Fast alle Label sind davon inzwi­schen wieder davon abge­kommen.
            Auch die Filmstudios haben gemerkt, daß ein Film im Kino genau dann zum Erfolg wird, wenn sofort zur Veröffentlichung möglichst viele (legale und ille­gale) Kopien im Umlauf sind.
            Kritische Masse.
            Microsoft ist heute der größte Software-Konzern. Dies haben sie erreicht, indem sie in den 90er Jahren ihre Software verschenkt haben.
            Und damit haben sie (insbe­son­dere bei Windows) was erreicht? Eine Kritische Masse…

            Es geht nicht darum, daß Künstler (usw.) kein Geld verdienen sollen.
            Es geht darum, daß die Kunden (bzw. 62 Millionen Wähler) nicht krimi­na­li­siert werden, weil sie in dieser Realität leben.
            Daß das Internet (der heute wich­tigste Vertriebsweg und nebenbei der Bereich, in dem die meisten Arbeitsplätze entstehen)
            nicht von welt­fremden Politikern kaputt­re­giert wird.
            Leute, die kopieren, sind soge­nannte Multiplikatoren. Sie verur­sa­chen das Erreichen der Kritischen Masse, und damit, daß ein Werk auch zahl­reich gekauft wird.

            Nicht von unge­fähr setzen sich Mitglieder und Wähler der PIRATEN zu einem großen Anteil auch aus Medien-Unternehmern zusammen.

            Schade ist, daß gerade jetzt, wo die Industrie langsam begreift, wie das System „Neue Medien” funk­tio­niert, die „etablierten” „Politiker” genau in die andere Richtung laufen.

            Wer das Internet lebt und sein Geld damit verdient (ja, ich auch), merkt instinktiv und ohne große Analyse, daß bei der Politik CDU und SPD etwas verkehrt läuft.
            Und diese Menschen orga­ni­sieren sich nun und errei­chen jetzt gerade…?
            Genau. Eine kriti­sche Masse.

  4. Ts, wartet nur ab bis die SPD sich soweit erhängt hat, dass sie unter die 5% fällt.

  5. haha „in die SPD”? du meinst, weil die SPD die partei der bürger­rechte ist und so viele junge dyna­mi­sche partei­spit­zen­mit­glieder hat? die spd hält den daten­schutz und die infor­ma­ti­ons­frei­heit ja ganz groß und das grund­ge­setz ist der zweite name der SPD. wach auf junge. orange ist das neue rot.

    made my day

  6. Ernüchterung? Ich glaube nicht, dass viele AnhängerInnen der PIRATEN ernstahft mit einem Einzug in den Bundestag rechnen. Vielen geht es darum, Themen zu setzen (und einigen viel­leicht auch darum, Wahlkampfkostenerstattung, die ja schon bei weit gerin­geren Prozentsätzen fließt, abzukassieren).

    Meine Schlussfolgerung daraus (als Grüner): ein Optimum an Themenplatzierung + poli­ti­scher Beeinflussung erhalten die PIRATEN, wenn sie starken Wahlkampf machen (dass von taz bis Spiegel alle großen Medien gerade die Netzpolitik entde­cken, dürfte durchaus was mit den PIRATEN zu tun haben), aber letzt­lich dann mehr­heit­lich eine andere bürger­rechts­freund­liche Partei (z.B. Bündnis 90/DIE GRÜNEN — die SPD sehe ich *da* nicht als ernst­haftes Alternativwahlangebot, sorry) wählen. Siehe hier.

    • War sehr inter­es­sant zu lesen. Nur eine Frage habe ich: Wie kommst du darauf, dass die meisten Piraten-Wähler die Zweitpräferenz SPD, Grüne oder Linkspartei haben?
      Die FDP als (zumin­dest theo­re­ti­sche) Bürgerrechtspartei, ist die nicht attraktiv?

      • Gut beob­achtet — eigent­lich ist es eher der Umkehrschluss, dass jeden­falls CDU/CSU als Zweitpräferenz für PIRATEN nicht taugen. Als Wahlalternative taugt die FDP für PIRATEN dann, wenn diese davon ausgehen, dass der Bürgerrechtsflügel der FDP in schwarz-gelber Koalition stark genug ist, um Bürgerrechte im Netz zu vertei­digen. Nachdem Westerwelle bereits ange­kün­digt hat, Sicherheitsgesetzen zuzu­stimmen, sehe ich das nicht, weiss aber nicht, was PIRATEN dazu sagen.

  7. Aua, in die SPD, die Partei, die dem Zugangserschwerungsgestz von Wolfang Schäuble zum Durchbruch verholfen hat?
    Wohl kaum.
    Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

    Du hast die Petition unter­schrieben?
    Dann steh dazu, tritt aus der Verräterpartei aus und komm zu den Piraten, wie zur Zeit fast 100 andere Menschen täglich.

    Die Piraten sind in Schweden bei den Unter-30-Jährigen inzwi­schen meist­ge­wählte Partei.
    Es gehört nicht viel dazu, den glei­chen Trend in deutsch­land auszumachen…

    Christian, denk einen Schritt weiter, Du bist auf dem rich­tigen Weg!
    Komm zu uns, wir bewegen etwas!

    • Der Spruch „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!” ist, auch wenn er lustig-harmlos klingt alles andere als histo­risch unbe­lastet. Niemand aus dem Autorenkollektiv hier freut sich über die Mitwirkung der SPD an der Netzsperre, aber „Verräterpartei”…? Geht das nicht etwas weit, erst recht wenn man die histo­ri­schen Verdienste der SPD in Bürgerrechtsfragen betrachtet?

    • Das Kommunistensprüchlein „Wer hat uns verraten” mag lustig klingen, hat aber einen ernsten Hintergrund. Damit macht man sich bei mir keine Freunde.

      • Das sollte keines­falls lustig klingen.
        Denk mal drüber nach, ob Deine SPD mit diesem (dama­ligen oder heutigen) Hintergrund wirk­lich die rich­tige Wahl sein kann.

        Bleiben wir bei der aktu­ellen Lage.
        Wenn Du Unterzeichner der Petition bist und auch ansonsten ein denkender Mensch, wieso stehst Du nicht dazu und distan­zierst Dich von dieser Partei, die inzwi­schen — genau wie die CDU — Politik *gegen* die Menschen betreibt??
        Was kettet Dich an die SPD, wenn sie Deine (meine, unsere) Grundrechte offen­sicht­lich nicht zu vertei­digen gewillt ist?

        • Mich „kettet” nichts an die SPD, ich bin aus freien Stücken Mitglied; Politik besteht aus mehr als nur einem einzigen Thema, Politik ist mehr als Netzpolitik und Internetsperren. Ansonsten habe ich mit der SPD geschätzt 90% Über­ein­stim­mung, ich bin hier völlig richtig — keine Sorge.

          • Ach, jetzt kommt dieses Argument.
            Wenn doch aber das Fundament nicht mehr stimmt, der Bezug zum GRUNDGESETZ?

            Und wieso haben wir nur ein Thema, bitte zähl mal mit:
            – Privatsphäre
            – Selbstbestimmung
            – Transparenz des Staates
            – freier Wettbewerb
            – Urheberrecht
            – Patentrecht
            – Bildung
            – Basisdemokratie

            Ich seh hier jemanden ein Haus bauen, mitten im Fluß.
            Und sich wundern, warum immer mehr und mehr wegge­spült wird und nichts mehr stehen­bleibt.
            Und jetzt kommt ein Wanderer des Wegs und sagt: ‚Ihr macht da was falsch, im Fluß braucht ihr ein Schiff. Wenn ihr ein Haus bauen wollt, braucht ihr festen Untergrund.‚
            Und als Antwort kommt: ‚Pah, fester Grund, Du hast ja nur ein einziges Thema, Du weißt ja noch nicht einmal, welche Tapeten Du in welches Zimmer hängen willst!’

            Ihr macht was falsch und dafür werden Eure Mitglieder und Wähler weggespült…

            Bei welchen Fragen hat die SPD denn ein Konzept, das funk­tio­niert? Ich seh über­haupt keins.
            Was geschieht unter SPD-Regierungen?
            Enstehen da etwa Arbeitsplätze? Wird die Bildungspolitik moder­ni­siert? Die Krankenkassen? Oder was?

            Nein, aber dafür werden Grundrechte abge­baut.
            Ich hör nur noch histo­ri­sche Sprüche, von wegen „Sozial”, wo seid ihr denn bitte so sozial?

        • „Was kettet Dich an die SPD, wenn sie Deine (meine, unsere) Grundrechte offen­sicht­lich nicht zu vertei­digen gewillt ist?”

          Auch wenn es schwierig zu verstehen ist: Die Welt da draußen ist mehr als das Heise-Forum, Filesharing oder auch Vorratsdatenspeicherung. Hier geht es auch um die Finanzierung von Kindertagesstätten, gerechte Bildung, moderne Energien, ein gerechtes Steuersystem, die Zukunft Europas, Entwicklungshilfe und viele andere Dinge. Nur weil ich mit der SPD bei einigen Themen über Kreuz bin, verlasse ich nicht die Partei — ich kämpfe viel­mehr weiter für meine Positionen und dass die SPD in diesen Punkten ihre Haltung ändert. Wer sich bei Meinungsverschiedenheiten gleich vom Acker macht, anstatt demo­kra­tisch für seine Meinung zu kämpfen, kann gerne jedesmal eine neue Partei gründen (WASG, Piraten); sinn­voll ist das jeden­falls nicht.

          • Naja, was sinn­voll ist, ist subjektiv.
            Das gilt aber auch für andere Parteien.
            Dann könn­test Du auch gleich die CDU wählen, da hast Du noch mehr demo­kra­tisch zu kämpfen… :-)
            Oder alle DDR-Bürger hätten gleich in der SED bleiben können.

            Sinn der Demokratie ist es doch, daß die Meinung von jedem berück­sich­tigt werden kann. (Auch wenn auch da vieles verbes­se­rungs­würdig ist,
            siehe http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy )
            Und wenn ich jemanden wähle (oder mich selbst einbringe),
            dann nehm ich doch lieber jemanden, der meine Positionen vertritt (gerade, weil es um Grundsatzfragen geht).
            Und nicht jemanden, den ich erst noch über­zeugen muß.
            Und die SPD ist eben in den letzten Jahren immer weniger von der CDU unter­scheidbar geworden.

            Du sagst, das ist nicht sinn­voll? Mit dieser Argumentation hätte man auch die SPD nie gründen dürfen.
            Vielleicht denkt ihr lieber mal mehr drüber nach, warum Euch Wähler und Mitglieder in Größenordnungen weglaufen, als diese menschen als „nicht sinn­voll” anzusehen… :-(

          • > Die Welt da draußen ist mehr als das Heise-Forum, Filesharing
            > oder auch Vorratsdatenspeicherung.

            Ach ehrlich? Na, danke für die Aufklärung. Das war uns ja noch gar nicht aufgefallen…

            > Hier geht es auch um die
            > Finanzierung von Kindertagesstätten, gerechte Bildung, moderne
            > Energien, ein gerechtes Steuersystem, die Zukunft Europas,
            > Entwicklungshilfe und viele andere Dinge.

            Und alle anderen Parteien sind da wohl dagegen?
            Komischerweise erzählen die genau das gleiche.
            Aber ich glaub euch nicht mehr. Warum ist die Partei der Nichtwähler wohl die stärkste Fraktion da draußen??
            Weil Ihr bunte Tapeten predigt, aber gegen­tei­lige Politik macht.
            Euer Haus steht nicht stabil…!

            Die Nichtwähler könnt ihr nicht mehr mobi­li­sieren, die hab ihr mit eurer Arroganz längst verloren.
            Aber ich hab schon einige Menschen getroffen, bei denen das Gespräch meist etwa so lief:
            „Ich geh nicht wählen, die machen eh alle das gleiche und ver…schen uns nur…„
            „Nein, es gibt jetzt eine Alternative, das sind Menschen, wie Du und ich. Wir wollen die Telefonüberwachung abschaffen, den Staat trans­pa­rent machen, den Wahnsinn an den Flughäfen zurück­nehmen, die Fingerabdrücke, die Vorratsdatenspeicherung, Die Kriminalisierung von Verbrauchern, Computerspielern, usw…)
            Es lohnt sich jetzt wieder, wählen zu gehen!„
            „Echt? Unglaublich! Cool! Ok, meine Stimme bekommt ihr.”

            Mann, ihr seid echt zu weit weg von den Menschen und zwar schon lange…

            Klarmachen zum Ändern!

      • Ich bin auch dafür, dass wir uns neue Sprüchlein ausdenken. Vielleicht sowas wie ‚Ich hack mir eher ab den großen Zeh, als dass ich wähl die SPD!‘. Oder ‚Bevor ich wähl den Müntefering, da ess ich lieber drei Pfund Hering.‘. Oder ‚Kein Geier wartet auf Steinmeier.‘.

        Oder, frei nach Bruce Springsteen:

        Well Zypries, Zypries, Zypries
        Yeah Zypries, Zypries, Zypries
        Well Zypries, Zypries,
        c’mon open your eyes!

        Aber auch die Konserven sollen ihr Fett wegkriegen: ‚Eher treib ich’s mit ner Kuh, als dass ich wähl die CDU!‘. Oder ‚Wählt die Schwarze Pest und gebt dem Land den Rest!‘ Oder – das Bein etwas nach­zie­hend – ‚Du und ich, mein alter Spaten, lass uns begraben den Christdemokraten.‘.

  8. Sehr geehrter Herr Soeder,
    Sie begehen hier eine beliebte Statistik-Fälschung.
    Behaupten Sie ernst­haft, 134.000 Unterzeichner sind wenig?
    Versuchen Sie doch einmal, auch „nur” 10.000 Unterschriften für ein Anliegen zu bekommen!

    Umgekehrt gefragt. wieviele Stimmen gab es denn in der Bevölkerung FÜR das Zensurgesetz? So herum wird hier die eigent­liche Relation deutlich!

    Und: auf welche „diversen Umfragen” beziehen Sie sich?
    Die neueste sozio­lo­gi­sche Studie kommt von lifegen.de und sieht die PIRATEN bereits jetzt bei über 5 Prozent!
    Was da ein paar weitere Wochen ausma­chen können, zeigte eindrucks­voll die Europawahl in Schweden!
    Auch EMNID kommt bei Telefonumfragen auf ein ähnli­ches Bild.

    Das Wahlbarometer von XING verzeich­nete beispiels­weise unlängst über 90% für „Sonstige”, da man die PIRATEN nicht berück­sich­tigt hatte…

    Entschuldigung, hier oben steht doch auch so eine „Sonntagsfrage”,
    da hat doch auch jemand die PIRATEN wegge­lassen.
    Auch hier müssen Sie sich fragen lassen, ob das Absicht ist.

    • Sie begehen hier eine beliebte Statistik-Fälschung.

      Das ist eine unsin­nige Behauptung. Alle Zahlen sind genannt, alle Quellen ebenso, wie kann es also eine Fälschung sein? Lächerlich.

      Und: auf welche “diversen Umfragen” beziehen Sie sich?

      Bitte die Links ankli­cken, den ich verlinkt habe.

      Entschuldigung, hier oben steht doch auch so eine “Sonntagsfrage”,
      da hat doch auch jemand die PIRATEN weggelassen.

      Richtig; ich habe nur im Bundestag vertre­tene Parteien aufgenommen.

      • Nein, das ist nicht lächer­lich.
        Lächerlich ist, daß ihr mit den Argumenten der PIRATEN für die SPD werbt. (Herr Wasserhövel läßt grüßen?)
        Während Eure Bundestagsfraktion genau entge­gen­ge­setzte Gesetze beschließt…

        > Bitte die Links ankli­cken, den ich verlinkt habe.

        Das sind doch aber keine aktu­ellen Zahlen!

        > Richtig; ich habe nur im Bundestag vertre­tene Parteien
        > aufgenommen.

        Das ist exakt die gleiche Argumentation wie bei XING.
        Dann sagen wir:
        „Falsch. Wir sind im Bundestag vertreten!„
        Dann änderst Du Deine Argumentation auf „in Fraktionsstärke vertreten”… Das hatten wir doch alles schon.

        Das Lächerliche ist, daß Du mit „Sonstigen” von 3–6% argu­men­tierst. Während selbst Eure eigene Umfrage auf „SPD-naher” Seite etwas ganz anderes zeigt.
        Vielleicht setzen hier einige von Euch selbst ihr Kreuz doch schon konse­quenter als Du?
        Zu hoffen wäre es. Zwar nicht für Eure Partei, aber für die Politik in diesem Land.

        • Jörg Tauss ist über die SPD-Landesliste einge­zogen und hätte sein Mandat zurück­geben sollen. Ich kann verstehen, dass er es nicht getan hat, rich­tiger wird es dadurch nicht. Deshalb ist die Piratenpartei zwar im Bundestag vertreten, aber nicht durch eine Wahl, sondern durch einen Parteiwechsel. Wenn XING darauf rein­fällt, ist das deren Problem. Ich hand­habe das anders.

          Die Umfrage auf dieser Seite ist nicht reprä­sen­tativ, im Gegensatz zu den Umfragen der großen Institute.

  9. Ich bin über 40 Jahre alt, habe einen akade­mi­schen Abschuß und keinen deut­schen Paß.
    Hier aufge­wachsen und die letzten zwei Jahrzehnte mit haupt­säch­lich deut­schen Freunden und

    Bekannten das Lied „Die da oben können ja machen was sie wollen” und „Du allein kannst ja

    auch nichts ändern” gesungen.
    Damit habe ich endlich Schluß gemacht und bin AKTIV geworden.
    Seit Sommer diesen Jahres bin ich Mitglied bei den Piraten.
    Warum?
    Sie sind die einzige Partei die das Netz zur poli­ti­schen Mitgestaltung konse­quent nutzen

    (PiratenWiki usw.). Und zwar für ALLE in diesem Lande.
    Diese und ähnliche neuen basis­de­mo­kra­ti­schen Möglichkeiten, unab­hängig von Raum und Zeit

    sind es, die die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts prägen werden.
    Immer mehr netz­af­fine Bürgern wird dies Möglichkeit der Piraten bewußt und treten bei bzw.

    über.
    Das Durchschnittalter gegen­über anderen Parteien zeigt auf, daß hier die Jugend, die mit dem

    Computer aufge­wachsen ist, zum Zuge kommt (aktuell 29 Jahre).
    Dieses wird den etablierten Parteien zum Verhängniss werden.
    Ich denke, dieser „demo­gra­fi­sche Knick” wird am 27.09 sichtbar werden und die Piratenpartei

    wird in den Bundestag einziehen.

    Jedem ist frei­ge­stellt, für was er sich entscheidet. Die Gegenwart oder die Zukunft.
    Ich jeden­falls habe mich entschieden.

    MitmachDemokratie. MitmachPartei. MitmachGesellschaft.

    • Gut gesagt.
      Aber das Problem ist, daß die SPD eben nicht einmal die „Gegenwart” ist, sondern sich immer noch auf die Argumente aus ihrer Gründerzeit beruft.

      Wie schrieb vorhin oben jemand:
      ”…die histo­ri­schen Verdienste in Bürgerrechtsfragen…„
      Verdamp lang her!

      Klarmachen zum Ändern!

  10. Gut gesagt.
    Aber das Problem der SPD ist, daß sie eben nicht einmal die „Gegenwart” ist, sondern sich nach wie vor auf Argumente aus ihrer Gründerzeit stützt.

    Wie schrieb jemand oben so passend?
    ”…die histo­ri­schen Verdienste in Bürgerrechtsfragen…„
    Verdamp lang her„,

    Klarmachen zum Ändern!

  11. Ich begrüße es sehr, dass es in der SPD Kräfte gibt, die auch Piratenideale vertreten. Wenn ich mir die jüngsten Äusse­rungen von Frau Schwesig anhöre, bezweifle ich, dass die SPD diesen Kräften eine Chance gibt. Nach viel mehr bezweifle ich, dass für die SPD der Schutz der Bürgerrechte nach der Wahl noch eine Bedeutung hat. Die alten Knochen in der SPD haben die Macht und werden sie auch nicht hergeben, selbst wenn die SPD unter 10% fällt.
    Die Prognosen für die Bundestagswahl gehen weit aussein­ander. Aber selbst wenn die Piratenpartei nicht über 5% kommt, wird sie gegen den weiteren Abbau der Grundrechte mobil machen. Dass jetzt neben einigen Splittergruppen inner­hallb der SPD auch die FDP und die Grünen die Bedeutung der Grundrechte hervor­heben ist ein Verdienst der Piratenpartei. Aber auch der FDP und den Grünen gilt „Macht ist wich­tiger als Inhalt”. Wenn es um Sitze und Pöstchen geht, zählen die Ziele nicht mehr. Deshalb bleibt nur die Piratenpartei als Alternative.
    Mit jedem Zensur und Über­wa­chungs­ge­setz das verab­schiedet wird, werden die Piraten stärker. Die fast einstim­mige Zustimmung zum Zensursula Gesetz hat euch weit mehr Mitglieder gekostet als nur den Herrn Tauss.

  12. Echt armselig … seit es die Piratenpartei gibt, schiessen die „Piraten” wie Pilze aus der Erde. #cdupi­raten, #spdpi­raten …
    ich warte noch auf die #jesu­s­pi­raten …
    „Piraten” in der SPD ? Da gehören sie hin ? Ich weiss, dass gerne mit dem Kurzzeitgedächtnis der Wähler gespielt wird. Gerne sende ich Ihnen das Abstimmungsverhalten der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Volksvertreter zur „Abschaffung”/„Änderung” des Fernmeldegeheimnisses zu — sozu­sagen als Auffrischung.(Alzheimer wird ja immer beliebter)

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  15. Die Phrase „denn da gehören sie auch hin” ausge­rechnet mit dem halb­her­zigen Appell von einfluss­losen SPD-lern der zweiten oder dritten Garde zu unter­legen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

    Das, was die SPD ihre Piraten nennt, sollte man klar als das bezeichnen, was sie sind: „Müntes Schiffjungens”.

  16. Neue Umfragen:
    Forsa sieht Sonstige bei 5 %, Emnid bei 4 %. InfoGmbH hat extra nach den Piraten gefragt und hat 2 % bekommen.

    • 2% halte ich schon für das obere Ende der Fahnenstange. In den Bundestag zu kommen ist harte Arbeit, man denke an die Grünen, die in den Umwelt– und Friedensgruppen schon eine starke außer­par­la­men­ta­ri­sche Basis hatten, aber bei ihrer ersten Bundestagswahl 1980 an der 5%-Hürde gran­dios geschei­tert sind. Und ich gehe davon aus, dass das jedem eini­ger­maßen klugen Piraten klar ist. Nach außen kann man ja durchaus was anderes sagen, Klappern gehört zum Handwerk und die SPD behauptet ja auch, dass sie stärkste Fraktion und Steinmeier Kanzler werden könnte.

      Warum die SPD Heimat für enttäuschte Piraten werden sollte, ist mir aber schlei­er­haft. Jenseits der Netzpolitik sind die Piraten ein bunter Haufen, aber ob sich da viele von Hartz IV, Afghanistan und Zypries über­zeugen lassen? Ich bin ja kein Pirat, aber schon für mich ist die SPD unwählbar geworden, aus vielen Gründen, von denen Netzpolitik nur ein kleiner und keines­wegs entschei­dender Teil ist.

  17. Der Spruch „Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten!” ist nicht nur histo­risch vorbe­lastet, sondern auch noch selten hohl. Es gibt ihn nur, weil es sich gerade reimt. Und Anlässe gebe es bei allen enta­b­lierten Parteien, einen Spruch mit ähnli­cher Bedeutung (ohne histo­ri­schen Kontext!) zusammenzudichten.

    Ich muß an der Piratenpartei kriti­sieren, das 1.) ihr Name unse­riös bzw. nicht massen­kom­pa­tibel ist und 2.) ein breiter gefä­chertes Themengebiet für eine dauer­hafte Etablierung her muß. Positiv ist in jedem Fall, das die derzei­tige Piratenmobilisierungswelle zeigt, das zum Glück noch nicht alle Wähler so verdrossen sind, das sie keine Möglichkeit mehr sehen, etwas zu bewegen!

    Ich habe bis jetzt erst eine Umfrage gesehen, in der die Piratenpartei separat aufge­listet war, und da stand sie bei 2%.

  18. Ich frage mich schon, wie man darauf kommt das die Piraten(wähler) in die SPD gehören sollten. Zum ersten, weil die Piratenpartei durch den gewollten Verzicht auf Themen ausser­halb des Kernbereichs Bürgerrechte/Informationsfreiheit und Urheberrechtsreform eben auch Personen anspricht, die sich selbst poli­tisch nicht dem linken Spektrum zuordnen (und das einige, nach den Gesprächen die ich hatte). Diese Stimmen würden dann wieder zur CxU und FDP wandern. Zum zweiten — und das sollte mal nicht vergessen werden — ist die Piratenpartei eben auch eine Reaktion auf die innen­po­li­ti­sche Gesetzgebung seit Schily. Also, bei Rot/Grün ebenso wie bei der grossen Koalition hat die SPD kräftig am Ausbau des Über­wa­chungs– und Präventionsstaates mitge­bas­telt. Daraus jetzt zu folgern, die Piraten wären in der SPD am Besten aufge­hoben, ich gebe es zu, das über­for­dert mein Logikverständnis etwas. Gut, die unsäg­liche Arroganz, mit der ein Herr Wiefelspütz die durchaus berech­tigten Fragen u. Kritik an solcher Gesetzgebung abfrüh­stückt, dürfte eben­falls noch mal ein paar hundert­tau­send Stimmen für die Piraten ergeben. Meine zum Beispiel,.

    Hätte die SPD nicht in den letzten Jahren die Stammwähler auf der linken Seite durch Hartz IV und ähnliche Scherze zur Linkspartei vertrieben und die freiheitlich/liberal denkenden, technik-affinen Intellektuellen zur Piratenpartei, müsste man sich vor der Bundestagswahl wohl keinen so grossen Kopf machen. Dann wäre mit geschätzten 35–37% ein Vorsprung vor der CDU drin und wohl auch eine Mehrheit für Rot/Grün. Aber so lange die SPD davon träumt, in der Mitte unzu­frie­dene FDP bzw. Unionswähler abholen zu können und ihre ange­stammte Stammwählerschaft wie Dreck behan­delt, so lange hat diese Partei es verdient, in den Grössenordnungen der FDP zu versauern. Auch wenn mir das als lebens­langem Sozialdemokraten irgendwie weh tut, aber ohne sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Politik braucht es keine SPD.

  19. Wer sich schon mal durch­ge­lesen hat wie die Umfragedaten bei Emnid und InfoGmbH erhoben werden der hätte nicht gedacht das die Piratenpartei auf 2% kommt.

    Straßenumfragen in allen großen Städten sehen die Piratenpartei bei ca 10%, es wurden dabei ca. 3000 Personen gefragt.

    Emnid und Info GmbH erheben ihre Daten per Festnetzanschluss, ich bin 23, lebe mit meiner Freundin zusammen und kenne nicht viele in meinem alter die eine Festnetzanschluss haben. Handynummern werden nicht mit in die Umfragen mit einbezogen.

    Um reprä­sen­ta­tive Umfragen zu liefern werden will­kür­lich Telefonnummern aus Telefonbüchern raus­ge­sucht.
    Diese raus­ge­suchten Nummern sind neun stellig z.B. 01234 5678
    um jetzt

    • Wundert mich gar nicht.

      Meine Fritz!box weist alle Anrufe von Callcentern, Meinungsforschungsunternehmen usw… ab.
      Es würde mich nicht wundern, wenn das gerade bei vielen typi­schen Piratenwählern auch so ist.
      Die haben nämlich was gegen Datenweitergabe und Werbeanrufe.
      Und wissen, wie man eine Telefonanlage konfi­gu­riert. :-D

        • Ich seh Dich auch schon längst als heim­li­chen Piraten.
          Traust Dich halt noch nicht…
          Manche brau­chen eben länger. Als ob wir nicht alle mal als SPD-Sympathisanten ange­fangen hätten… ;-)

          Das wird schon noch.
          Noch ein paar sone Schläge unter die Gürtellinie wie das „Zugangserschwerungsgesetz”, irgend­wann reicht es Dir auch…

  20. reprä­sen­ta­tive Ergebnisse zu liefern werden die letzten 3 Zimmern von 001 bis 999 ange­rufen bis (glaube ich 200) Personen die Umfrage gemacht haben dann geht es mit einer anderen Vorwahl weiter.

    Das ist nicht reprä­sen­tativ dass ist für mich Oma und Opa Belästigung.

  21. Keiner außer meiner Oma hat noch eine vier­stel­lige Rufnummer.

    Alle ISDN, VOIP, HANDY, O2Home Nummern sind länger als 4 Ziffern, diese werden bei den Umfragen so nicht mehr mit einbezogen.

    • mit ISDN, dem Alter des Teilnehm. usw. hat das nichts zu tun, je kürzer die Rufnummer, desto kleiner die Stadt / das Dorf…
      Wenn nun jede/r, der/die eine Fritz– oder andere –Anlage konfi­gu­rieren kann, die Pir. wählen würde ;-)
      Mal im Ernst, die PP sind eine Partei im Werden, die sich nach der BTW 09 in drei Flügel aufspalten wird: einer geht zu den Grünen, einer zur SPD („die Realos”) und einer, der so hoffe ich, netteste und kompe­ten­teste Teil zur Linkspartei– die so nebenbei m. W. Pir.-Forderungen im Bereich Bürgerrechte und Datenschutz eh sowohl in den Wahl-Programmen hat als auch in den Parlamenten so abstimmt, dass es eher paßt als mit der SPD, die … (jetzt nicht alles wdh.) und nebenbei ist die Aversion mancher Pir. m. E. nach darauf fußend, dass die Masse nie arbeitslos war, nie soziale Härten erlebt hat und von daher Solidarität (inner­halb der arbeitenden/ erwerbs­losen Masse der Bevölkerung) ausser­halb der virtu­ellen Welt eher unbe­kannt ist und die Medien-Hetze, Linke=Stasi usw. bei einigen Pir. eben auch funk­tio­niert– auch wenn „man” sich noch so unab­hängig, abge­klärt und aufge­klärt gibt.

  22. Ich sehe die Umfragen auch sehr kritisch, aus den von Dir genannten Gründen heraus. Dennoch: es müssen mehr als 2 Millionen Menschen dazu gebracht werden, die Piratenpartei zu wählen, um die 5-Prozent-Hürde zu über­winden. Ich halte das für unwahr­schein­lich, aber wir werden es ja sehen.

    Vielleicht gibt’s dann ja rot-grün-orange? Warum nicht! :)

    • In Schweden waren es „nur” 640.000, aber 7% sind 7%.
      Du brauchst doch nicht ewig auf der „Riesenzahl” 2 Millionen rumzu­reiten. Immerhin gibt es 62 Millionen Wahlberechtigte in D.
      Und 10% von denen sind eben trotzdem 10%, auch wenn Du Dir 6 Mio Wähler als Gesamtzahl nicht vorstellen kannst..

      Na warten wir’s einfach mal ab, wir haben ja noch ein paar Tage.
      http://wiki.piratenpartei.de/images/d/df/Mitgliederentwicklung.png

      Rot/Grün/Orange ist doch kein schlechter Gedanke.

      Allerdings wird Rot immer kleiner und Orange wird immer größer.
      Eigentlich sollten wir doch gemeinsam am Schwarzen Anteil knab­bern. Wenn ihr nicht leider seit Schily so tolle Gesetze beschlossen hättet… Ähm, beschließen würdet.

      Naja lassen wir das, viel­leicht wirst Du ja auch irgend­wann noch orange. Deine Ansichten sind zumin­dest schon gar nicht so schlecht.

  23. Im Ernst, es werden nur 4-stellige Rufnummern mit einbe­zogen? Das kann ich mir nicht vorstellen, wir haben eine 5-stellige Rufnummer, und das noch aus Vor-ISDN-Zeiten.

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  25. > […] sondern weiter­ma­chen: dann aller­dings in der SPD, denn da gehören sie auch hin.

    Diese Behauptung möchte ich mir dann doch verbitten.

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