Metalhead-Piraten

7. August 2009
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Warum die Piratenpartei als potenzielle politische Variable durchaus ernst zu nehmen ist, zeigt folgendes Video:

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Natürlich sind Wacken-Besucher kein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung, vorsichtig ausgedrückt, aber sicherlich eine bedeutende Subkultur. Wenn diese nun dauerhaft an die Piratenpartei fallen sollte, ist das durchaus ein Machtfaktor.

PS: Der Song ist übrigens super. Kommt einem Reitermanic wie mir sehr entgegen.

PPS: Die Gefahr für die Piratenpartei besteht darin, zu hohe Erwartungen bei ihren Wählerinnen und Wählern zu wecken. Wenn die Piratenpartei an der 5-Prozent-Hürde scheitert, wovon momentan auszugehen ist, dann wird die Enttäuschung darüber sehr groß sein.

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8 Responses to Metalhead-Piraten

  1. Leopold on 9. August 2009 at 22:58

    Wenn die Piratenpartei an der 5-Prozent-Hürde scheitert, wovon momentan auszugehen ist, dann wird die Enttäuschung darüber sehr groß sein.“

    Wird sie nicht. Die Piraten wissen selbst, dass sie bei der kommenden Bundestagswahl an der 5%-Hürde scheitern werden. Aber ist das ein Grund, sie nicht zu wählen? Ich habe bisher immer die SPD gewählt, weil ich keine CDU-Regierung haben wollte. Die will ich zwar immer noch nicht, aber für mich sind die Zeiten des taktischen Wählens vorbei. Wenn die Piratenpartei das Ergebnis, dass sie bei der Europawahl eingefahren hat, bei der Bundestagswahl hält, wird das ein Erfolg für sie sein. Und mit wachsendem Erfolg wird sich die Piratenpartei vor die Frage gestellt sehen, was sie denn nun eigentlich sein will – links oder rechts. Die wenigen Themen, auf die sich ihr Programm derzeit beschränkt, ermöglichen es ihr noch, die Frage zu umgehen. Noch kann sie beides sein. Wenn ich’s allerdings recht bedenke – die SPD zeigt ja sehr schön, wie man beides sein und dennoch die 5%-Hürde überwinden kann. Selbst die 20% liegen im Bereich des Möglichen. Wie auch immer, ich wähl’ die Linkspartei.

    • Christian Soeder on 9. August 2009 at 23:05

      Wenn die Piraten das wissen, ist das wunderbar. Ich finde es gut, wenn sich Menschen engagieren — mir wäre es lieber, sie täten das in der SPD, aber nun gut. ;)

      Beim CSD in Mannheim waren die Piraten mit einem eigenen Stand vertreten — das habe ich nicht erwartet. Die meinen es tatsächlich ernst, auch wenn sie meine Nachfragen nicht wirklich erschöpfend beantworten konnten.

    • Jan on 10. August 2009 at 10:23

      Ich finde es ja beeindruckend, dass du dich in jedes einzelne Mitglied und jeden einzelnen Wähler derart gut hineinversetzen kannst… wir werden sehen aber ich schätze dass eher wie Christian ein.

      Zum Wahlkampf beim Wacken Open Air sei bemerkt, dass da im Zweifel jeder und alles bejubelt wird, zum Beispiel Menschen, die aufeinander urinieren, sich im Schlamm wälzen oder völlig bewegungsunfähig am Boden liegen — aus ein paar eingefangenen Lobpreisungen also jetzt Rückschlüsse auf die politische Einstellung von Heavy-Metal-Fans zu ziehen, wäre etwas zu einfach.

      Bei den Szenen wo man die Fahne in diesem Festzelt sieht, war ich übrigens Augenzeuge. Mich persönlich hat es aber ehrlich gesagt etwas gestört, nicht einmal dort vom Wahlkampf in Ruhe gelassen zu werden und ich könnte mir denken, dass das auch anderen so ging. Ich finde, so etwas muss nicht sein — ich habe da den Politiker auch weitgehend zuhause gelassen (je eine Debatte um Homosexuelle und ihre Rechte und den geschlossenen Flat-Rate-Puff ließen sich trotzdem nicht vermeiden aber die habe nicht ich begonnen).

      • Leopold on 10. August 2009 at 19:04

        Ich finde es ja beeindruckend, dass du dich in jedes einzelne Mitglied und jeden einzelnen Wähler derart gut hineinversetzen kannst…“

        Wieso glaubst du denn, dass die Piraten naiver sind als Christian?

        • Christian Soeder on 10. August 2009 at 19:14

          Wo schreibt Jan denn, dass ich oder die Piraten naiv sind?

        • Leopold on 10. August 2009 at 20:27

          @Christian

          Wo schreibt Jan denn, dass ich oder die Piraten naiv sind?“

          Über den zu erwartenden Stimmanteil der Piratenpartei bei der nächsten Bundestagswahl sind wir uns ja ausnahmsweise einigermaßen einig. Ich lege mich etwas genauer fest und tippe auf irgendwas zwischen 0,71,5%. Die Annahme,dass die Piratenpartei 5% erreichen wird, ist ganz und gar abwegig. Es wäre also naiv, in diesem Punkt wesentlich anderer Meinung zu sein als du und ich. Wie jede andere Partei auch (außer vielleicht der SPD), wollen die Piraten möglichst viele Wähler für sich gewinnen. Aber sie sind sich darüber bewußt, dass jede Stimme, die sie gewinnen, den etablierten Parteien einen Stich versetzt und ihre Themen der Öffentlichkeit bekannt macht. Den Piraten geht es nicht darum, dass sie allein sich ihrer Themen annehmen, sondern dass es irgendeine Partei tut. Und weil es keine andere Partei tut, gibt es die Piratenpartei. Sie existiert also (noch) nicht zum Selbstzweck. Ich bezweifele übrigens, dass es besser gewesen wäre, sich in der Volkspartei oder in der SPD oder in einer der anderen etablierten Parteien für Piratenthemen zu engagieren anstatt in der Piratenpartei. Die Anliegen der Piraten sind zu dringlich, um sie zu verzögern. Und sie sind zu dringlich, um sich von Parteifilz einwickeln zu lassen. Ich bin tief besorgt um den Zustand unserer Demokratie. Und den massiven Abbau der Bürgerrechte in diesem Land, betrachte ich als Angriff auf die Demokratie und nicht als Verteidigung der Demokratie. Ich betrachte die Angreifer nicht als politische Gegner in irgend einem Spiel, sondern als politische Feinde. Es geht schließlich um die Basis, auf der in diesem Land Politik gemacht wird. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Piratenpartei ihrem Programm einige weitere wichtige Positionen hinzufügt, die nichts mit Datenschutz oder Softwarepatenten zu tun haben.

        • Jan on 10. August 2009 at 23:13

          Zufällig kenne ich einige Mitbürger, die die Piraten gewählt haben und darüber nachdenken das wieder zu tun. Die meisten schätzen die Partei so ähnlich ein wie ich aber einige verbinden mit ihr auch Hoffnungen, die sie kaum erfüllen kann. Das hat bei denen weniger mit Naivität als mit einer gewissen Resignation gegenüber der herrschenden Politik zu tun. Und nach meinem Eindruck zieht die Piratenpartei viele an, die sich vorher eher oberflächlich mit Politik beschäftigt haben. Die momentane Begeisterung für die Piratenpartei nach der Wahl für 4 Jahre aufrecht zu erhalten könnte da schwierig werden, fürchte ich.

  2. […] Davon ist nicht auszugehen. Der Tag nach der Bundestagswahl könnte für viele Piraten der Tag der großen Ernüchterung sein – es bleibt zu hoffen, dass sie sich dann nicht enttäuscht aus der Politik […]

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