1984 wollte ein 15-jähriger Schüler im „Arbeiter– und Bauernstaat“ DDR nicht an einem „Wehrausbildungslager“ teilnehmen. Seinem damaligen Lehrer passte dies nicht: nachdem die sanfte Tour nicht fruchtete, holte der Reserveleutnant den Holzhammer raus: „Sie sind ein staatsfeindliches Subjekt.“ Harte Worte. Die Mutter des Schülers hatte „große Angst, dass sie nicht mehr in den Westen durfte, wenn ich nicht zur Übung fahre“.
Der Lehrer erhielt für seine Verdienste um den Kommunismus die „Medaille für hervorragende Leistungen bei der kommunistischen Erziehung in der Pionierorganisation Ernst Thälmann“. Eine hohe Auszeichnung: im Bezirk Erfurt war er der einzige Lehrer, dem diese zuteil wurde.
Als die Mauer schon gefallen war, fragte dieser Erz-Kommunist in der FDGB-Gewerkschaftszeitung Unterricht und Erziehung: „Wie schaffen wir es, unsere Schüler die Werte des Sozialismus als moralisch erstrebenswert erkennen zu lassen, um sich dafür zu entscheiden und entsprechend zu handeln?“
Geht man zu weit, wenn man diesen Lehrer als glühenden Anhänger der DDR bezeichnet, als systemnahen Apparatischik? Wohl kaum. Nach der friedlichen Revolution ist er jedoch weich gefallen und nimmt heute eine hohe Position im Regierungsapparat Thüringens ein. Allerdings nicht in der Linkspartei, wie man vielleicht erwarten würde.
Sein Name: Dieter Althaus, CDU, thüringischer Ministerpräsident. Dessen heutige CDU nichts von Meinungsfreiheit zu halten scheint. Dessen Junge Union Kampagnen fährt, dass man in Versuchung gerät, ihr eine Namensänderung in NPD light (bzw. NPD leicht) vorzuschlagen.


Krass dass ehemalige DDR-Bürger solche Leute nicht endlich zum Teufel jagen.
[…] Quelle: http://rotstehtunsgut.de/2009/08/06/sie-sind-ein-staatsfeindliches-subjekt/ […]
Das Dieter Althaus weder als Mensch und schon gar nicht als Politiker in Verantwortung gehört zeigt er immer wieder, so auch mit seinem Wahlkampf auf dem Rücken einer Getöteten oder wie hier eines unschuldigen Schülers, selbst.
Leider gehen diese Fakten in den falschinformierenden Imagekampagnen der CDU oftmals unter und erreichen die BürgerInnen nicht. Ich jedenfalls drücken den GenossInnen und vor allem allen BürgerInnen Thüringens beide Daumen, dass sie am 30. August wieder eine integre und menschliche Regierung wählen.
Das stimmt, eine Mehrheit ohne CDU und Ex-SED dürfte allerdings kompliziert erzustellen sein.
Den Spitzenmann der Linkspartei musst Du nicht mögen, er hat aber zumindest keine DDR-Vergangenheit. Klarer Vorteil.
Dieter Althaus ist der Prototyp des Opportunisten. Er macht seine Karriere im SED-Apperat genauso wie in der BRD. Am wunderlichsten ist die Tatsache, dass seinem Widersacher Ramelow vorgeworfen wird, die DDR wieder aufbauen zu wollen, dabei kommt der Kerl aus Hessen und hat einen Gewerkschaftshintergrund — ganz im Gegensatz zur Blockflöte Althaus.