Kader Loth ist die neue Frauenbeauftragte der Berliner Sektion der Pauli-Partei. Ich finde das völlig in Ordnung, wenn sich Menschen engagieren, und würde das eigentlich auch nicht weiter kommentieren — wenn nicht Kerstin Andreae MdB im Blog der Grünen Baden-Württembergs einen Artikel veröffentlicht hätte, der mich wirklich ärgert.
Kerstin Andreae findet es „traurig, dass der Posten der Frauenbeauftragten für so einen billigen PR-Coup herhalten muss”. Nunja, darüber kann man geteilter Meinung sein. Für mich ist Kader Loth eine moderne Frau: sie macht das, was ihr Spaß bringt und lässt sich nicht unterkriegen — auch wenn es Kontra gibt. Dass Kader Loth sich bisher anscheinend (!) nicht wirklich für Politik interessiert hat, kann kein Argument sein: erstens steht es jedem Menschen offen, wann er sich mit Politik beschäftigt, und in welchem Ausmaß; zweitens ist es reine Spekulation, zu behaupten, dies sei ein „billiger PR-Coup”; drittens kann niemand in die Köpfe anderer Menschen blicken.
Was mich aber wirklich geärgert hat, ist dieser Satz:
Die ehemalige „Miss Penthouse“ ist in den vergangenen Jahren vor allem durch ihre Auftritte in Reality-Shows des Privatfernsehens und durch etliche BILD-Artikel einem gewissen Publikum bekannt geworden.
Hier schwingt eine derartige völlig unangebrachte Überheblichkeit mit, das ist geradezu peinlich. Die Verachtung, die die Autorin gegenüber dem „gewissen Publikum” zu zeigen scheint, ist hier schon fast mit den Händen zu greifen: „Reality-Shows”, und dann auch noch im „Privatfernsehen”: das ist eklig, das ist pfui, das ist Unterschicht! Und dann noch BILD! Das geht natürlich gar nicht.
Das Unbehagen, das Kerstin Andreae offensichtlich empfindet, bei dem Gedanken daran, dass eine „ehemalige” „Miss Penthouse” sich politisch engagieren könnte, das erinnert mich an Alice Schwarzer und ihre unsäglich populistische PorNO-Kampagne.
Mittlerweile weiß Kader Loth bestimmt auch, wofür SPD steht:

Also sorry, wer so einen „Schachzug” „bereibt” und Kader Loth zu einem wichtigen Amt in einer neuen Partei verhilft, der ist natürlich auf den PR Effekt aus. Effektive Parteiarbeit oder gar programmatische Neuerungen sind ja wohl kaum zu erwarten. Da fehlt es dann einfach an Erfahrung. Natürlich ist es schön, wenn sich C-Promis plötzlich für Politik interessieren. Aber es ist wenig glaubwürdig.Man könnte ja auf die Idee kommen, Loth betrachtet die Freie Union als weiteres Dschungelcamp, nur eben mit Politik.
Das Unbehagen vieler Menschen, dass Interessen von Frauen nun plötzlich von einer Person vertreten werden soll, die in den Medien von sich (bewusst oder nicht) ein ziemlich intelligenzfreies und oftmals aufs Ausziehen beschränktes Image aufgebaut hat, kann ich irgendwie verstehen. Am Ende denkt noch jemand, das Frauenbild der FU wird durch Loth bestens verkörpert?!
Eine schöner PR-Gag damit die FU im Wahlrummel nicht untergeht. Mehr nicht. Die FU bekommt Schlagzeilen, Loth eine spannendere Vita und wir wundern uns. Alle haben was davon. Fertig.
Darüber kann man diskutieren, aber das ist nicht der Kern dieses Artikels.
hahaha die Frau ist nur eines: Lächerlich. Und ja, wieso nicht Frauenbeauftragte in einer so genannten Partei die wie eine Kurzschlussreaktion wirkt und namentlich eine Mischung aus den beiden Vorgängerparteien ist. Kader Loth? Dieses chirurgisch aufgeblasenes Pump-Luder? Aber nein nein. Wer braucht schon Freud, Goethe und Leibnitz: Die Zeit gekört dem Lader-Kot!
Wieso nicht die BILD-Zeitung als Deutsch-Lektüre in der Schule. Oder BigBrother-Übertragungen in den Sozialkundeunterricht. Das wärs doch.
PS: also wirklich.
»Hier schwingt eine derartige völlig unangebrachte Überheblichkeit mit, das ist geradezu peinlich. Die Verachtung, die die Autorin gegenüber dem “gewissen Publikum” zu zeigen scheint, ist hier schon fast mit den Händen zu greifen: “Reality-Shows”, und dann auch noch im “Privatfernsehen”: das ist eklig, das ist pfui, das ist Unterschicht! Und dann noch BILD! Das geht natürlich gar nicht.«
Das gewisse Publikum ist das Wahlvieh, das sich die Volkspartei und die SPD über die Jahre herangezüchtet haben, indem sie das Volk gezielt verdummt haben – zum einen durch eine katastrophale Bildungspolitik, zum anderen durch Förderung des Verblödungsfernsehens. Nicht die Unterschicht ist pfui, sondern diejenigen, die dem Nachwuchs aus der Unterschicht keine Chance geben, der Verblödung zu entkommen. Da kann man sich natürlich nicht über die Bild-»Zeitung« oder irgendwelche strunzdummen Medienhuren aufregen. Besonders dann nicht, wenn man im Internet in Bezug auf den eigenen Wahlkampf auf verlorenem Posten steht.
Verwarnung. Mich kannst Du von mir aus beleidigen, wenn Dir das hilft, aber ich dulde hier keine faschistoide Sprache wie „Wahlvieh”. Nochmal so etwas, und Du bist hier raus.
Was soll ich denn von Leuten halten, die sich beim Lügen nicht mal Mühe geben? Das kann man sich doch nur leisten, wenn man seine Wähler für dumm hält. Ihr wollt doch, dass sie dumm bleiben. Der Begriff, den ich verwendet habe, entspringt eurem Gedankengut, nicht meinem. Ich fände es schön, wenn die Menschen erkennen würden, dass sie süchtig nach Input sind; wenn sie lernen würden, Genuß aus ihren Fähigkeiten zu schöpfen, anstatt sie verkommen zu lassen. Verblödungssendungen wie BigBrother oder Dschungelcamp sind auch nicht viel besser als Brot und Spiele mit Löwen und Gladiatoren. Diese Sendungen sind doch politisch gewollt. Sie sollen beim Zuschauer die Illusion wecken, er verfüge über genügend Intelligenz, um auf Lügen nicht hereinzufallen zu können. Wie erzeugt man solche Illusionen? Genau, alles ist relativ. Man führt einfach Menschen vor, die so dumm sind wie die Zielgruppe oder dümmer. (Und lässt sie das ganze auch noch selbst finanzieren. Im alten Rom gabe es immerhin keine GEZ.) Falls der reine Vergleich mit dem Dümmeren nicht ausreicht, das Selbstbild des Zuschauers auf eine günstigere Position zu verschieben, so führt der Vergleich mit dem ebenso Dummen zum Ziel, denn wer im Fernsehen ist oder Kohle hat, der kann ja schließlich nicht ganz dumm sein. Es ist politisch gewollt, dass das Volk unterhalten wird. Ihr, also deine Partei und die Volkspartei vertreibt den Menschen die Minuten, die sie damit verbringen könnten zu denken.