Matthias Geis hat in der heutigen Ausgabe der ZEIT einen Artikel zur Ehrenrettung der SPD geschrieben. Angesichts der aktuellen Umfragen und dem nahenden Wahldebakel am 27. September schreibt Geis:
[D]er SPD droht im Herbst eine historische Niederlage. [..] Selbst den Rang einer Volkspartei könnte sie verlieren. Das alles ist nicht plausibel und nicht gerecht, eher schon aberwitzig. [..] Das Land, das sich anschickt, die Genossen in die Marginalisierung zu entlassen, ist nach elf Jahren sozialdemokratischer Regierung ökologischer, liberaler, moderner, ökonomisch stabiler und entspannter als vor ihrem Machtantritt im Jahre 1998. Die Republik hat der SPD einiges zu verdanken.
Vollständiger Artikel auf ZEIT.de: „Gerechtigkeit für die SPD!”
22 Kommentare
Meine Rede. Deutschland geht’s dank der SPD ausgezeichnet, wir sind vorangekommen. Wenn die Menschen deshalb Schwarz-Gelb wählen wollen, ist das bitter, aber nicht zu ändern; der grundlegende Kurs ist richtig, von diesem sollten wir uns nicht abbringen lassen.
Zu behaupten, Deutschland gehe es ausgezeichnet, ist schon ziemlich ignorant. Aber wenn ein Mitglied der SPD schreibt, Deutschland ginge es dank der SPD ausgezeichnet, dann ist das zum Fremdschämen. Mir läuft jedenfalls gerade ein Schauer über den Rücken, weil ich mich so peinlich berührt fühle von deiner Kurzsichtigkeit. Aber verfolgt euren Kurs nur weiter und setzt das Schiff aufs nächste Korallenriff.
Na immerhin kann ich Emotionen wecken. :)
Vielleicht kannst du Emotionen wecken, aber Werbung für die SPD machen, kannst du nicht. Ich wähle übrigens Rot – also nicht die SPD. Ihr habt die Farbe einfach nicht mehr verdient. Eure Farbe erinnert nur noch an Flecke in der Bettwäsche. Google mal nach „Verräter Partei”!
Die Sozialdemokratie ist aktuell und beliebt wie nie zuvor. Sie hat aktuell die besten Lösungen und Ideen.
Aber Partei „SPD” und Ideologie „Sozialdemokratie” sind nicht das gleiche. Und an dieser Diskrepanz sind wir nicht unschuldig.
Ich finde das SPD-Regierungsprogramm ausgezeichnet. Wir haben die besten Leute und das beste Programm, jetzt müssen wir rausgehen und das den Menschen auch sagen. Dann wird gewählt und gezählt.
Ein, zwei Krokodilstränen mus ich mir wohl rausdrücken, oder?
Der Zeit-Artikel bringt es auf den Punkt:
Deutschland ist … ups, ein Adjektiv fehlt:
SOZIALER, ups, noch eins fehlt, DEMOKRATISCHER, geworden, danke an die „Zeit” für diese Klarstellung. Mit „liberaler” kann nur marktliberal gemeint sein, angesichts von Tingel-Tangel-Laien-Politik, zunehmender (Kamera-)Überwachung und Vorratsdatenspeicherung.
Die SPD meint, sie hätte lediglich ein Darstellungs-Problem (ach, der dumme Wähler, jaja). Ich sehe das anders– die Partei „SPD” meiner Großeltern und meiner Eltern gibt es nur noch dem Namen nach– und ihr könnt hundert Mal das Falsche sagen, dadurch wird es nicht wahr.
So wie bestimmte PDS-, jetzt Linkspartei-PolitikerInnen es in Bezug auf die DDR stets falsch machen. Aber das ist ein anderes Thema…
Zum Thema gehörend ist die mangelnde Fähigkeit der SPD, ihre Schwäche(n) einzusehen und auch danach zu handeln– anstatt konsequent eine Erst-Stimmen-Kampa zu machen (wieso nicht grün oder links wählen), setzt „man” auf beide Stimmen und auf ein blindlich-blödes „Weiter-So”. So werden alle Möglichkeiten auf eine Mehrheit jenseits Merkel&Westerwelle verschenkt.
Lokal kenne ich die Situation ganz gut, da wird arrogant so getan, als hätte die SPD ihre Direkkandidatin ganz sicher drin, so als wäre „Willy-wählen” noch aktuell.
Wir werden sehen. Macht ihr nur weiter euer Projekt 18(%). Ihr schafft das schon noch.
Allein mit Erst-Stimmen wird’s die SPD nicht schaffen. Sehr seltsamer Vorschlag.
Gratulation, einen ernst gemeinten Vorschlag bewußt mißzuverstehen, das ist wahre Kunst.
„Hass – Wahre Kunst:
ich klopp ’nen nagel in die wand
schmier ’nen fetten popel dran
mache ein bisschen schummerlicht
ein kunstwerk — ich bin stolz auf mich
ich hab gerade auf’n pott gesessen
die pfanne richtig vollgeschissen
klarlack drauf, du weisst bescheid
versiegelt für die ewigkeit
versiegelt für die ewigkeit
jetzt muss ich nur noch einen blödmann finden
der sagt maestro das ist geil was soll das kosten
dann habe ich aus scheiße geld gemacht
ja, das ist wahre kunst
ich schmeisse den drumcomputer an
den rhythmus auf den jeder kann
sing noch uhu-yeah-yeah drauf
ein neuer stern geht auf
ein neuer stern geht auf
jetzt muss ich nur noch einen blödmann finden
der sagt maestro das ist geil was soll das kosten
dann habe ich aus scheiße geld gemacht
ja, das ist wahre kunst”
Makabrer April-Scherz im Juli??? Wieviel Geld hat die SPD dafür an die ZEIT gezahlt? Haben alle SPD-Funktionäre Zeit-Abonnements geordert?
Selbst der Tagesspiegel hat genug Realitätsbewusstsein, um sie SPD nicht mehr schön zu lügen:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Reichensteuer-SPD-Spitzesteuersatz;art141,2773471
Neue Zeiten verlangen neue Antworten. Das ist schwierig zu verstehen, stimmt.
Yup, Danke.
Jetzt sind wieder alle zu doof.
Ganz wie die SED-Bonzen zu DDR-Zeiten.
Die Mitbürger sind einfach zu blöde, nech?
Du musst Dich schon entscheiden, was Du willst: sind wir nicht links genug oder zu links? Tz.
Ablenke gilt nicht.
Mit der SED-Anspielung ging es um diesen „modus operandi”, die Art, Andere für zu blöd zu halten, weil sich selbst für den „Nabel der Welt” hält.
Wohin das bei der SED (DDR) geführt hat ist bekannt.
Form, Methoden und Inhalt sind nicht immer gleich– oder beliebig in Bezug zu setzen.
Ich halte mich nicht für den Nabel der Welt. Mein Kommentar war polemisch, das stimmt, aber der Kommentar im Tagesspiegel ist eben extrem unsinnig. Es hat doch nichts mit Heuchelei zu tun, neuen Herausforderungen mit neuen Antworten zu begegnen.
hab den Artikel jetzt auch mal gelesen, ist ja wirklich sehr amüsant dieses Geheule. Die Zeit verteidigt die SPD, die von den Leuten in der Redaktion dort so dringend gewünscht, man erinnere sich an spektakuläre Steinmeier Aufmacher und die ätzenden Beck Kritiken.
Schade das die Mehrheit der Bevölkerrung nicht mit der Zeit übereinstimmt, woran das wohl liegt?
Und nein verstanden haben wir euch schon, nur leider Unterscheidet sich das Wort von der Realität.
Ihr macht euch doch lächerlich mit der Behauptung das alles gut ist und wenn dem so ist, so ist nur die CDU dafür verantwortlich , ihr habt nur dagesessen und genickt.
Vorratsdatenspeicherrung, Zensur, Gesundheitsreform, etc …
Wenn ihr euch das als Verdienst anrechnen wollt, dann habt ihr noch weniger Stimmen verdient als die FDP.
Die entscheidende Frage ist wohl: Wie sah Deutschland vor 11 Jahren aus? Wie sieht es heute aus?
Mit „liberaler“ ist toleranter gemeint, offener gegenüber anderen Lebensentwürfen. Da haben Deutschland und seine Gesellschaft unter SPD-Regierung definitiv Fortschritte gemacht („Homo-Ehe“ und Kinderkrippen, um nur zwei Beispiele zu nennen).
Unsere Wirtschaft ist um einiges dynamischer und wettbewerbsfähiger geworden, ohne dass wir massiv Arbeitnehmerrechte abgebaut hätten, der Sozialstaat ist zwar nicht auf Ewigkeit gesichert, aber der Grundstein für einen Umbau ist gelegt.
Die Arbeitslosigkeit hat in Vorkrisenzeiten trotz mäßigen Wachstums stark abgenommen.
International hat Deutschland Verantwortung übernommen, ohne sich in Abenteuer zu stürzen.
Erst die SPD-Regierung hat angefangen, nachhaltige Energiepolitik zu betreiben, gegen alle Widerstände von außen.
Wurden Fehler gemacht? Ganz sicher! War die Richtung trotzdem richtig? Ja!
Wer behauptet, die Probleme des Landes lösen zu können, indem man über alle Menschen ein Füllhorn voller Geld ausschüttet, das wir nicht haben, belügt sich selbst und in erster Linie andere.
»Wie sah Deutschland vor 11 Jahren aus? Wie sieht es heute aus?
Mit „liberaler“ ist toleranter gemeint, offener gegenüber anderen Lebensentwürfen.«
Deutschland soll toleranter geworden sein? Das halte ich ja mal für ein Gerücht! Deutschland entwickelt sich seit 8 Jahren in Richtung Überwachungsstaat dank SPD. Nicht dass die Union besser wäre, aber von der erwartet ja keiner was anderes. Es gibt Alternativen zu den Bonzenvereinen; bei der Europawahl standen 31 Parteien zur Auswahl.
Frag mal Lesben und Schwule in Deinem Bekanntenkreis, ob sich ihre Situation unter Rot-Grün verbessert hat.
Oder warte: lass es lieber sein, am Ende würde Dir noch das Feindbild abhanden kommen.
»Oder warte: lass es lieber sein, am Ende würde Dir noch das Feindbild abhanden kommen.«
Ich ignoriere nur nicht mehr meine schlechten Erfahrungen mit der SPD, die da warnen: Trau der SPD keinen Nanometer über den Weg! Denk daran, dass der Hauptunterschied zwischen Schily und Schäuble darin besteht, dass ersterer noch laufen kann und besser gekleidet ist. Denk daran, dass Demokratie keine gute Sache ist, wenn Putin die lupenreine Demokratie representiert. Denk daran, dass unter einer Regierung aus Union und SPD, die noch gleichwertige Partner sind, in Schienen angelegtes Volksvermögen deutlich unter Wert verschachert wird. Denk an die Schere zwischen Arm und Reich. Denk daran, dass du Angst hast zum Arzt zu gehen, weil du dort immer häufiger wie ein Ding behandelt wirst.
Glaub’ nicht, das sei alles, was auf meiner Liste steht. Ich habe gute Gründe für mein Feindbild. Dabei habe ich es noch nicht einmal selbst gemalt: Die Künstler heißen CDU und SPD.
Ich weiß nicht, ob du dein Freundbild selbst gemalt hast, aber es ist eindeutig der naiven Malerei zuzuordnen.
Es geht hier wohl weniger um (typisierte) Feindbilder.
Die SPD erntet jetzt das, was sie gesät hat-wer 20– 40 Jahre in die Sozialkassen eingezahlt, sich eine Eigentumswohnung zugelegt hat und dann arbeitslos wird, steht spätestens nach zwei Jahren sehr knapp da (muß ich das wirklich noch jemandem erklären?!).
Das ewige „kein Geld da für Soziales”-„Argument wird nicht dadurch richtig, dass es ständig– gebetsmühlenartig wie SED-Parteitagsbeschluss-Lagen zu „besten” Honecker-Zeiten– wiederholt wird.
Ich warte auf den Tag, an dem –endlich– das Nicht-Nach-Brabbeln neoliberaler Glaubenssätze zum Gedankenverbrechen erklärt wird („1984” läßt grüßen!) und die Verräter am Glauben an leere Kassen und die Selbstheilungskäfte des Marktes gekreuzigt oder wie im literarischen Vorbild, von Ratten zerfressen werden. Einen Tag vorher bin ich weg. Aber auch davor lasse ich mich nicht (mehr) einlullen.
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[rotstehtunsgut] DIE ZEIT: Gerechtigkeit für die SPD!: Matthias Geis hat in der heutigen Ausgabe.. http://bit.ly/ljKiF
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