DIE ZEIT: Gerechtigkeit für die SPD!

Matthias Geis hat in der heuti­gen Ausgabe der ZEIT einen Artikel zur Ehrenrettung der SPD geschrie­ben. Angesichts der aktu­el­len Umfragen und dem nahen­den Wahldebakel am 27. September schreibt Geis:

[D]er SPD droht im Herbst eine histo­ri­sche Niederlage. [..] Selbst den Rang einer Volkspartei könnte sie verlie­ren. Das alles ist nicht plau­si­bel und nicht gerecht, eher schon aber­wit­zig. [..] Das Land, das sich anschickt, die Genossen in die Marginalisierung zu entlas­sen, ist nach elf Jahren sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Regierung ökolo­gi­scher, libe­ra­ler, moder­ner, ökono­misch stabi­ler und entspann­ter als vor ihrem Machtantritt im Jahre 1998. Die Republik hat der SPD einiges zu verdan­ken.

Vollständiger Artikel auf ZEIT.de: „Gerechtigkeit für die SPD!

Autor: Nadim Ayyad

Nadim Ayyad studiert in Köln, lebt und engagiert sich in Solingen. Er arbeitet sich gerne am politischen Gegner ab, nimmt aber auch innerparteilich kein Blatt vor den Mund.

23 Gedanken zu „DIE ZEIT: Gerechtigkeit für die SPD!“

  1. Meine Rede. Deutschland geht’s dank der SPD ausge­zeich­net, wir sind voran­ge­kom­men. Wenn die Menschen deshalb Schwarz-Gelb wählen wollen, ist das bitter, aber nicht zu ändern; der grund­le­gende Kurs ist richtig, von diesem sollten wir uns nicht abbrin­gen lassen.

    1. Zu behaup­ten, Deutschland gehe es ausge­zeich­net, ist schon ziem­lich igno­rant. Aber wenn ein Mitglied der SPD schreibt, Deutschland ginge es dank der SPD ausge­zeich­net, dann ist das zum Fremdschämen. Mir läuft jeden­falls gerade ein Schauer über den Rücken, weil ich mich so pein­lich berührt fühle von deiner Kurzsichtigkeit. Aber verfolgt euren Kurs nur weiter und setzt das Schiff aufs nächste Korallenriff.

        1. Vielleicht kannst du Emotionen wecken, aber Werbung für die SPD machen, kannst du nicht. Ich wähle übri­gens Rot – also nicht die SPD. Ihr habt die Farbe einfach nicht mehr verdient. Eure Farbe erin­nert nur noch an Flecke in der Bettwäsche. Google mal nach „Verräter Partei”!

  2. Die Sozialdemokratie ist aktuell und beliebt wie nie zuvor. Sie hat aktuell die besten Lösungen und Ideen.
    Aber Partei „SPD” und Ideologie „Sozialdemokratie” sind nicht das gleiche. Und an dieser Diskrepanz sind wir nicht unschul­dig.

    1. Ich finde das SPD-Regierungsprogramm ausge­zeich­net. Wir haben die besten Leute und das beste Programm, jetzt müssen wir raus­ge­hen und das den Menschen auch sagen. Dann wird gewählt und gezählt.

  3. Ein, zwei Krokodilstränen mus ich mir wohl raus­drü­cken, oder?
    Der Zeit-Artikel bringt es auf den Punkt:
    Deutschland ist … ups, ein Adjektiv fehlt:
    SOZIALER, ups, noch eins fehlt, DEMOKRATISCHER, gewor­den, danke an die „Zeit” für diese Klarstellung. Mit „libe­ra­ler” kann nur markt­li­be­ral gemeint sein, ange­sichts von Tingel-Tangel-Laien-Politik, zuneh­men­der (Kamera-)Überwachung und Vorratsdatenspeicherung.
    Die SPD meint, sie hätte ledig­lich ein Darstellungs-Problem (ach, der dumme Wähler, jaja). Ich sehe das anders- die Partei „SPD” meiner Großeltern und meiner Eltern gibt es nur noch dem Namen nach- und ihr könnt hundert Mal das Falsche sagen, dadurch wird es nicht wahr.
    So wie bestimmte PDS-, jetzt Linkspartei-PolitikerInnen es in Bezug auf die DDR stets falsch machen. Aber das ist ein anderes Thema…
    Zum Thema gehö­rend ist die mangelnde Fähigkeit der SPD, ihre Schwäche(n) einzu­se­hen und auch danach zu handeln- anstatt konse­quent eine Erst-Stimmen-Kampa zu machen (wieso nicht grün oder links wählen), setzt „man” auf beide Stimmen und auf ein blind­lich-blödes „Weiter-So”. So werden alle Möglichkeiten auf eine Mehrheit jenseits Merkel&Westerwelle verschenkt.
    Lokal kenne ich die Situation ganz gut, da wird arro­gant so getan, als hätte die SPD ihre Direkkandidatin ganz sicher drin, so als wäre „Willy-wählen” noch aktuell.
    Wir werden sehen. Macht ihr nur weiter euer Projekt 18(%). Ihr schafft das schon noch.

      1. Gratulation, einen ernst gemein­ten Vorschlag bewußt mißzu­ver­ste­hen, das ist wahre Kunst.
        „Hass – Wahre Kunst:
        ich klopp ’nen nagel in die wand
        schmier ’nen fetten popel dran
        mache ein biss­chen schum­mer­licht
        ein kunst­werk — ich bin stolz auf mich
        ich hab gerade auf’n pott geses­sen
        die pfanne richtig voll­ge­schis­sen
        klar­lack drauf, du weisst bescheid
        versie­gelt für die ewig­keit
        versie­gelt für die ewig­keit

        jetzt muss ich nur noch einen blöd­mann finden
        der sagt maestro das ist geil was soll das kosten
        dann habe ich aus scheiße geld gemacht
        ja, das ist wahre kunst

        ich schmeisse den drum­com­pu­ter an
        den rhyth­mus auf den jeder kann
        sing noch uhu-yeah-yeah drauf
        ein neuer stern geht auf
        ein neuer stern geht auf

        jetzt muss ich nur noch einen blöd­mann finden
        der sagt maestro das ist geil was soll das kosten
        dann habe ich aus scheiße geld gemacht
        ja, das ist wahre kunst”

      1. Yup, Danke.
        Jetzt sind wieder alle zu doof.
        Ganz wie die SED-Bonzen zu DDR-Zeiten.
        Die Mitbürger sind einfach zu blöde, nech?

          1. Ablenke gilt nicht.
            Mit der SED-Anspielung ging es um diesen „modus operandi”, die Art, Andere für zu blöd zu halten, weil sich selbst für den „Nabel der Welt” hält.
            Wohin das bei der SED (DDR) geführt hat ist bekannt.
            Form, Methoden und Inhalt sind nicht immer gleich- oder belie­big in Bezug zu setzen.

          2. Ich halte mich nicht für den Nabel der Welt. Mein Kommentar war pole­misch, das stimmt, aber der Kommentar im Tagesspiegel ist eben extrem unsin­nig. Es hat doch nichts mit Heuchelei zu tun, neuen Herausforderungen mit neuen Antworten zu begeg­nen.

  4. hab den Artikel jetzt auch mal gelesen, ist ja wirk­lich sehr amüsant dieses Geheule. Die Zeit vertei­digt die SPD, die von den Leuten in der Redaktion dort so drin­gend gewünscht, man erin­nere sich an spek­ta­ku­läre Steinmeier Aufmacher und die ätzen­den Beck Kritiken.

  5. Schade das die Mehrheit der Bevölkerrung nicht mit der Zeit über­ein­stimmt, woran das wohl liegt?
    Und nein verstan­den haben wir euch schon, nur leider Unterscheidet sich das Wort von der Realität.
    Ihr macht euch doch lächer­lich mit der Behauptung das alles gut ist und wenn dem so ist, so ist nur die CDU dafür verant­wort­lich , ihr habt nur dage­ses­sen und genickt.
    Vorratsdatenspeicherrung, Zensur, Gesundheitsreform, etc …

    Wenn ihr euch das als Verdienst anrech­nen wollt, dann habt ihr noch weniger Stimmen verdient als die FDP.

  6. Die entschei­dende Frage ist wohl: Wie sah Deutschland vor 11 Jahren aus? Wie sieht es heute aus?

    Mit „libe­ra­ler“ ist tole­ran­ter gemeint, offener gegen­über anderen Lebensentwürfen. Da haben Deutschland und seine Gesellschaft unter SPD-Regierung defi­ni­tiv Fortschritte gemacht („Homo-Ehe“ und Kinderkrippen, um nur zwei Beispiele zu nennen).

    Unsere Wirtschaft ist um einiges dyna­mi­scher und wett­be­werbs­fä­hi­ger gewor­den, ohne dass wir massiv Arbeitnehmerrechte abge­baut hätten, der Sozialstaat ist zwar nicht auf Ewigkeit gesi­chert, aber der Grundstein für einen Umbau ist gelegt.

    Die Arbeitslosigkeit hat in Vorkrisenzeiten trotz mäßigen Wachstums stark abge­nom­men.

    International hat Deutschland Verantwortung über­nom­men, ohne sich in Abenteuer zu stürzen.

    Erst die SPD-Regierung hat ange­fan­gen, nach­hal­tige Energiepolitik zu betrei­ben, gegen alle Widerstände von außen.

    Wurden Fehler gemacht? Ganz sicher! War die Richtung trotz­dem richtig? Ja!

    Wer behaup­tet, die Probleme des Landes lösen zu können, indem man über alle Menschen ein Füllhorn voller Geld ausschüt­tet, das wir nicht haben, belügt sich selbst und in erster Linie andere.

    1. »Wie sah Deutschland vor 11 Jahren aus? Wie sieht es heute aus?

      Mit „libe­ra­ler“ ist tole­ran­ter gemeint, offener gegen­über anderen Lebensentwürfen.«

      Deutschland soll tole­ran­ter gewor­den sein? Das halte ich ja mal für ein Gerücht! Deutschland entwi­ckelt sich seit 8 Jahren in Richtung Überwachungsstaat dank SPD. Nicht dass die Union besser wäre, aber von der erwar­tet ja keiner was anderes. Es gibt Alternativen zu den Bonzenvereinen; bei der Europawahl standen 31 Parteien zur Auswahl.

      1. Frag mal Lesben und Schwule in Deinem Bekanntenkreis, ob sich ihre Situation unter Rot-Grün verbes­sert hat.

        Oder warte: lass es lieber sein, am Ende würde Dir noch das Feindbild abhan­den kommen.

        1. »Oder warte: lass es lieber sein, am Ende würde Dir noch das Feindbild abhan­den kommen.«

          Ich igno­riere nur nicht mehr meine schlech­ten Erfahrungen mit der SPD, die da warnen: Trau der SPD keinen Nanometer über den Weg! Denk daran, dass der Hauptunterschied zwischen Schily und Schäuble darin besteht, dass erste­rer noch laufen kann und besser geklei­det ist. Denk daran, dass Demokratie keine gute Sache ist, wenn Putin die lupen­reine Demokratie repre­sen­tiert. Denk daran, dass unter einer Regierung aus Union und SPD, die noch gleich­wer­tige Partner sind, in Schienen ange­leg­tes Volksvermögen deut­lich unter Wert verscha­chert wird. Denk an die Schere zwischen Arm und Reich. Denk daran, dass du Angst hast zum Arzt zu gehen, weil du dort immer häufi­ger wie ein Ding behan­delt wirst.

          Glaub’ nicht, das sei alles, was auf meiner Liste steht. Ich habe gute Gründe für mein Feindbild. Dabei habe ich es noch nicht einmal selbst gemalt: Die Künstler heißen CDU und SPD.

          Ich weiß nicht, ob du dein Freundbild selbst gemalt hast, aber es ist eindeu­tig der naiven Malerei zuzu­ord­nen.

  7. Es geht hier wohl weniger um (typi­sierte) Feindbilder.
    Die SPD erntet jetzt das, was sie gesät hat-wer 20- 40 Jahre in die Sozialkassen einge­zahlt, sich eine Eigentumswohnung zuge­legt hat und dann arbeits­los wird, steht spätes­tens nach zwei Jahren sehr knapp da (muß ich das wirk­lich noch jeman­dem erklä­ren?!).
    Das ewige „kein Geld da für Soziales”-„Argument wird nicht dadurch richtig, dass es ständig- gebets­müh­len­ar­tig wie SED-Parteitagsbeschluss-Lagen zu „besten” Honecker-Zeiten- wieder­holt wird.
    Ich warte auf den Tag, an dem -endlich- das Nicht-Nach-Brabbeln neoli­be­ra­ler Glaubenssätze zum Gedankenverbrechen erklärt wird („1984” läßt grüßen!) und die Verräter am Glauben an leere Kassen und die Selbstheilungskäfte des Marktes gekreu­zigt oder wie im lite­ra­ri­schen Vorbild, von Ratten zerfres­sen werden. Einen Tag vorher bin ich weg. Aber auch davor lasse ich mich nicht (mehr) einlul­len.

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