Meckern ja, aber austreten nicht.

Ich kann den Ärger und auch den Frust gerade bei uns jüngeren Genossen sehr gut nachvollziehen. Zu unbefriedigend ist der Kompromiss der heute Abend wohl im Bundestag beschlossen wird. Man kann auch gerne kräftig auf den Tisch hauen und brüllen. Auch kann ich den Entschluss des (realen) SPD-Onlinebeirates gut nachvollziehen. Dieser hat als Konsequenz angekündigt für diese Tätigkeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Richtig so!

Eins darf man aber nicht vergessen:

… mit 18 trittst du in die SPD ein und dann stirbt man, zwischendurch kann man mal meckern und mal um Mehrheiten kämpfen, aber austreten tut man nicht.

Die junge Generation in der SPD steht nun in der Verantwortung bei netzpolitischen Themen um Mehrheiten zu kämpfen und diese zu sichern. Da wird offensichtlich viel Aufklärungsarbeit nötig sein, aber man darf die Flinte und vor allem das sozialdemokratische Parteibuch nicht einfach so ins Korn werfen. Das passt nicht nur Sozialdemokratie!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in 1. Politik und Wirtschaft und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

17 Kommentare

  1. Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:42 | Permanent-Link

    Richtig! :)

    • Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:50 | Permanent-Link

      aufgeben ist nie gut. wobei ich gut verstehen kann…warum leute aus der spd austreten…

  2. Kai
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:50 | Permanent-Link

    Ganz genau.

    In einer Demokratie kann man nicht immer in der Mehrheit sein und muss leider auch solche bekloppten Niederlagen akzeptieren. Dann heißt es aber: Jetzt erst recht! Arsch hoch! Sich abzuwenden bringt nichts und verändert auch auf Dauer nichts.

  3. ben
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:52 | Permanent-Link

    … mit 18 trittst du in die SPD ein und dann stirbt man”

    ich glaube genau diese Einstellung trägt viel zu dem Problem bei, vor dem wir gerade stehen.

    Ein jeder kämpfe für sein Gewissen und die richtige Handlung, und nicht für drei Buchstaben.

  4. Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:56 | Permanent-Link

    Ich bin im April 2008 in die SPD eingetreten. Seit einigen Monaten engagiere ich mich außerdem im Ortsverein und bei den Jusos. Auch wenn ich die aktuelle Situation der SPD zum Thema Netzpolitik grausam finde, ist dies keine Sache, die mich zu Austritt bewegen würde. Da müssten ganz andere Dinge passieren.

    Ich bin in die SPD eingetreten um meine Vorstellungen, Ideen und Wünsche einzubringen — dass das dauert, habe ich schmerzlich festgestellt. Aber aufgeben werde ich nicht. Jedem den Rücken zu kehren, der mir gerade nicht in den Kram passt, finde ich unfair und feige. Und: Wenn man sich um die Inhalte nicht streitet, wird sich nie etwas ändern.

    Daniel

  5. Ketzer
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:56 | Permanent-Link

    Eine andere Partei zu wählen, in der man nicht chancenlos ist, nicht ignoriert wird, ist alles andere als aufgeben. Aber wer seine Ideale verrät, nur um seiner Partei treu zu bleiben .…

  6. Kalle
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:56 | Permanent-Link

    Weder ein Austritt aufgrund der aktuellen Vorgänge noch eine unbedingte Niebelungentreue zur SPD („Austreten tut man nicht!”) halte ich für angemessen.

    Ich bin Sozialdemokrat, durch und durch. Aber ich werde mit Sicherheit nicht um jeden Preis in dieser momentan orientierungslosen Partei bleiben. Einen Austritt, der sich nur auf dem Zustimmung der Fraktion zur Netzsperre begründet, halte ich jedoch für überstürzt.

    Niebelungentreue ist out, und das sollte von der neuen Generation auch nicht erwartet werden ;). Das war früher einmal.

  7. Erstellt am 18. Juni 2009 um 15:58 | Permanent-Link

    Ganz einfach: Love, leave it or change it — da bin ich eindeutig für letzteres!

  8. Angelika Dorsch
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 16:04 | Permanent-Link

    Im großen Ganzen richtig, außer der Punkt mit 18 rein nie wieder raus…ich bin das erste Mal mit Anfang 20 raus und erst mit fast 40 wieder rein. Die 20 Jahre dazwischen haben mich gelehrt: Willst du das in deinem Sinne entschieden wird, werde Entscheider…wegducken hilft nichts, handeln ändert etwas. Das dabei nicht alles immer glatt läuft, gehört dazu und jeder muss dann für sich entscheiden ob er dran wachsen oder flüchten will. Hab ich jetzt das Phrasenschwein ersteigert? ;o}

  9. Furchtbar
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 16:08 | Permanent-Link

    Das sehe ich anders. Man muss nicht wegen jedem Kram an Austritt denken, aber wenn es um Gewaltenteilung und Grundgesetz geht, ist es beinahe moralische Verpflichtung, auszutreten, wenn diesen Werten weniger Beachtung geschenkt wird, als den Schlagzeilen der Springer Presse.

  10. baldex_spd
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 18:30 | Permanent-Link

    Natürlich muss jeder Demokrat nun aus der SPD austreten. Mein Austrittsbrief ist bereits geschrieben und ich warte den Tag noch ab, ob ich diesen abschicke.

    Immerhin geht es um unsere Freiheit und unseren Rechtsstaat. Es wurden über ein halbes Jahr hinweg alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses Gesetz in der SPD zu stoppen. Es hat einfach schlichtweg niemanden interessiert.

    Dieses jämmerliche Festklammern an eine Organisation ist unendlich albern. Wenn ihr meint, ihr könntet etwas daran aus der SPD heraus ändern, dann irrt ihr euch. Nur Schmerz (also Wahlniederlagen und Austritte noch und nöcher) kann die SPD vielleicht kurieren. Mit Durchhalteparolen zum jetzigen Zeitpunkt schwächt ihr die Sache und riskiert unsere Demokratie.

  11. Erstellt am 18. Juni 2009 um 19:17 | Permanent-Link

    … mit 18 trittst du in die SPD ein und dann stirbt man, …” Wenn ich mit 18 in die SPD eingetreten wäre, wäre ich auch gestorben. ;-)

    Im Ernst: 1982 sind viele Mitglieder aus der FDP ausgetreten, weil sie sich in zentralen Punkten nicht mehr mit der Partei in Übereinstimmung befanden. Das ist verständlich gewesen. Ebenso haben sich mit Sicherheit mit den Bundeswehreinsätzen im Kosovo einige Grüne von ihrer Partei abgewendet.

    Genauso ist es verständlich, wenn sich jetzt diejenigen von der SPD abwenden, die weiterhin gegen eine obrigkeitsstaatliche Nachtwächterstaatsform streiten, für die rechtsstaatliche Prinzipien weiterhin Grundlage ihrer Gesellschaftssicht sind.

    Kurz: Man wird sich nie mit allen Positionen seiner Partei in voller Übereinstimmung befinden können. Wenn man es in wesentlichen Punkten nicht mehr tut und die Mitstreiter der eigenen Sicht auf dem entsprechenden Parteitag per Geschäftsordnung mundtot gemacht werden, dann wäre auch für mich der Zeitpunkt gekommen, dahin zu gehen, wo ich willkommen bin.

  12. Erstellt am 18. Juni 2009 um 22:57 | Permanent-Link

    Austreten bringt in diesem Fall überhaupt nichts, außer man wendet sich von der Politik generell ab. Denn genauso funktioniert Politik halt nun mal: Irgendein Thema wird besetzt, und mit einer Konnotation versehen, gegen die man unmöglich anstinken kann. In dem Moment, als von der Leyen/Schäuble auf „Kinderpornografie” verfielen, war die Sache gegessen — oder traut sich jemand im Ernst gegen ein Gesetz „gegen Kinderpornografie” aufzutreten, und damit — zumindest in der schlichten Politik-Rhetorik — gleichsam „für” Kinderpornografie zu sein? Na eben.

    Die CDU hat Euch über den Tisch gezogen; dieses Mal — better luck next time.

    Wenn die SPD smart ist (woran ich leider zunehmend zweifle), dann lernt sie aus der Geschichte, sucht sich nach selbem Muster „ihre” Themen, und dreht den Spieß um. Derartige Themen sollten sich leicht finden lassen; zwar nicht im jüngsten Wahlprogramm, aber mit ein bisschen guten Willen…

  13. hannomann
    Erstellt am 18. Juni 2009 um 23:30 | Permanent-Link

    Ich war bisher nie politisch, bin auch in keiner Partei. Ich habe bisher immer SPD gewählt. Seit der Europawahl jedoch nicht mehr. Ich hätte mir gewünscht, dass Dinge wie das CCS-Gesetz und die Internetzensur nicht einfach so — von der SPD unterstützt — gegen den massiven Widerstand der Bürger durchgewunken werden soll. Und dann auch noch in so einer Eile.

    Ein Schelm der böses dabei denkt, schon klar.

    Bisher habe ich immer taktisch gewählt. SPD ist immer noch besser als CDU, dachte ich mir. Von heute ab wähl ich die Partei, die meine Interessen vertritt, egal ob sie Chancen hat in die Regierung zu kommen.

  14. Erstellt am 19. Juni 2009 um 00:07 | Permanent-Link

    Hiermit erkläre ich mich Solidarisch mit den Iranern die für Wahl — Lüge kämpfen.
    Haltet Durch wir denken an Euch.

  15. markusnagler
    Erstellt am 19. Juni 2009 um 14:13 | Permanent-Link

    Ich würde es nicht als „Flinte ins Korn werfen” bezeichnen, wenn man eine Partei verlässt, deren Fraktion praktisch geschlossen für etwas stimmt, was den eigenen Überzeugungen zutiefst zuwider ist. Ich halte das für ein gesundes Maß an Realismus.
    Es gibt so viele Möglichkeiten sich politisch zu engagieren, in anderen Parteien, in Bürgerinitiativen oder im privaten Umfeld. Der Versuch eine Partei, die sich seit der Vorratsdatenspeicherung keinen Millimeter bewegt hat, von innen — gegen den Willen fast aller Abgeordneter — zu verändern ist dagegen Zeit– und Kraftverschwendung. Die SPD von innen zu verändern wird 20 Jahre dauern und massiven Streit und massiven Mitteleinsatz erfordern, vor allem wenn es konkret darum geht, unbelehrbare Abgeordnete durch Spenden und Wahlkampf für aufzubauende Herausforderer zu ersetzen. „Die SPD” wird schneller umschwenken, wenn ihr die Leute davon und zu den Grünen, Gelben und den Piraten laufen und wenn sich das im Wahlergebnis bemerkbar macht.

7 Trackbacks

  1. Von fritz_the_blitz am 18. Juni 2009 um 16:02

    Typisch #SPD. Protestieren wenn’s zu spät ist: http://twurl.nl/ghfaqh oder: Meckern, aber nicht austreten: http://tinyurl.com/nxtgkz

  2. Von Jan Filter am 18. Juni 2009 um 18:06

    „Austreten tut man nicht” — die Kommentare aus der SPD-Ecke klingen ja echt immer verzweifelter http://twurl.nl/j5a6zm

  3. Von Oliver Fink am 18. Juni 2009 um 19:04

    Warum soll man bleiben, wenn die eigene Partei das Falsche vertritt? RT @filterblog: „Austreten tut man nicht” … http://tr.im/oWPm

  4. Von Nico Schaper am 18. Juni 2009 um 19:06

    RT @oliverfink Warum soll man bleiben,wenn die eigene Partei das Falsche vertritt? RT@filterblog„Austreten tut man nicht” http://tr.im/oWPm

  5. Von Christian Soeder am 18. Juni 2009 um 19:55

    [rotstehtunsgut] Meckern ja, aber austreten nicht.: Ich kann den Ärger und auch den Frust gerade b.. http://bit.ly/10rRAo

  6. Von Christian Soeder am 18. Juni 2009 um 20:29
  7. Von Christian Soeder am 19. Juni 2009 um 14:19

    @tauss „Meckern ja, aber austreten nicht.” http://bit.ly/5TE4r

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>