Am Sonntag SPD wählen

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Mir gefällt an diesem Video, dass die Aufnahme offen und ehrlich wirkt und Franziska sympa­thisch und herz­lich rüber­kommt. So, wie sie wirk­lich ist. Ein überaus gelun­genes Video: weil darauf verzichtet wurde, es auf Hochglanz zu trimmen, weil die Kernbotschaften klar und deut­lich zum Ausdruck gebracht werden und weil es ange­nehm kurz ist.

Der Juso-Bundesverband hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Bundestagswahlkampf kann kommen.

Über Christian Soeder

Christian Soeder schreibt zu netzpolitischen Themen, über die SPD und die Gesellschaft generell. Feminist.

7 Kommentare zu “Am Sonntag SPD wählen

  1. Habe ich das mit dem euro­päi­schen Mindestlohn richtig verstanden?

    Was soll der denn bringen, er würde dann ja immerhin für Rumänien, Luxemburg und Irland glei­cher­maßen gelten. Kaufkraftparitäten und so wollt ihr berück­sich­tigen, oder kommt es darauf dann schon gar nicht mehr an?

    Wo soll er denn liegen, der Mindestlohn?

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  3. Das ist ein Missverständnis, in doppelter Hinsicht. Die Forderung nach einem euro­päi­schen Mindestlohn ist eine SPD-Posititon, gemeint ist jedoch kein einheit­li­cher Satz, sondern eine Variable:

    Die SPD-Europaabgeordneten setzen sich für ange­mes­sene Mindestlöhne in allen EU-Mitgliedstaaten ein. Deshalb fordern wir verbind­liche EU-Vorgaben, um sicher­zu­stellen, dass Mindestlöhne mindes­tens 60% der jewei­ligen natio­nalen Durchschnittslöhne betragen. Zusammen mit der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, der Sozialdemokratischen Partei Europas und den euro­päi­schen Gewerkschaften wollen wir die Sicherung der Rechte von Arbeitnehmer/innen in Europa zum zentralen Punkt der öffent­li­chen Auseinandersetzung machen.

    Ich finde das absolut sinn­voll und richtig.

    • Ok, das klingt immerhin schon ein biss­chen anders, aber ob es dadurch viel besser wird?

      Nehmen wir mal Deutschland. Der Durchschnittsverdienst eines voll­zeit­be­schäf­tigten Bundesbürgers beträgt in Deutschland (laut statis­ti­schem Bundesamt) 3.064 Euro brutto. Das heisst, wir würden auf einen Mindestlohn von 1840 EUR kommen.
      Wenn man mal einen reinen Dienstleistungsbetrieb nimmt, dann kommen auf den Arbeitgeber pro Jahr Kosten in Höhe von rund 27’000 EUR zu. Wenn die nach­ge­fragte Dienstleistung bei einem Endkunden anfällt, dann kommt noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19% dazu und wir sind bei 32’000 EUR, die der Arbeitnehmer in seiner Jahresarbeitszeit von rund 1’700 Stunden erwirt­schaften muss. Das macht dann einen Mindeststundenlohn (für den Kunden) von 20 EUR (nicht mitge­rechnet die Tatsache, dass in einer Firma nicht alle „produktiv” sind, wie z.B. Personalabteilung, Dinge wie Steuerberater, der die Lohnbuchhaltung macht, die Tatsache, dass unter Umständen Arbeitsmaterial ange­schafft werden muss, die Firma auch eine Nicht-100%-Auslastung abfe­dern muss, die Firma keine Schulden hat, für die Zinsen anfallen …)
      Realistisch sind wir dann bei einem altru­is­ti­schen Chef, der keinen Cent für sich will, bei einem Stundenlohn von mindes­tens 25–30 EUR. Das ist unge­fähr mein Nettostundenlohn, dafür kann ich meinen Rasen auch selbst mähen.
      Der Kinobesuch schlägt dann alleine für den Babysitter mit ca. 90–120 EUR zu Buche.

      Das einzige was durch die Einführung eines solchen Mindestlohnes passieren wird ist ein weiteres Aufblühen der Schattenwirtschaft. Ich denke nicht, dass das in anderen Ländern anders sein wird, die Ungarn bspw. haben schon während der kommu­nis­ti­schen Herrschaft gezeigt, dass sie erfin­de­risch sind.

  4. Der Tiefpunkt ist erreicht. Ich dachte, es ginge nicht mehr schlimmer, doch heute wurde ich eines besseren belehrt. Europaweit gewinnen Rechtspopulisten an Stimmen. Die Menschen trauen den Konservativen und der FDP (!) mehr Wirtschaftskompetenz zu als uns, obwohl das momen­tane Krisenmanagement durch und durch sozi­al­de­mo­kra­tisch ist.

    Ich verstehe diese Welt bzw. diesen Kontinent nicht mehr. Ich muss ein paar Tage darüber nachdenken.

    • Die Menschen trauen den Konservativen und der FDP (!) mehr Wirtschaftskompetenz zu als uns, obwohl das momen­tane Krisenmanagement durch und durch sozi­al­de­mo­kra­tisch ist.

      Jetzt mal völlig dahin­ge­stellt, ob das Krisenmanagement gut war. Hast Du den Eindruck es wird als gut wahr­ge­nommen? Viele Menschen arbeiten in eher kleinen Unternehmen. Zu denen kommt statt der Herrrn Steinbrück und zu Guttenberg der Insolvenzverwalter. Dreistellige Millardenbeträge an die Banken, 5 Milliarden für alte Autos und einmalig 100 EUR pro Kind für die Familien. Es ist völlig unwichtig, wie ange­messen die einzelnen Beträge sind, es kommt darauf an, wie es wahr­ge­nommen wird und da scheint mir ein sehr grosses Vermittlungsproblem zu bestehen, wenn man „alter­na­tivlos” schon für eine Erklärung hält.

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