Am Sonntag SPD wählen

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Mir gefällt an diesem Video, dass die Aufnahme offen und ehrlich wirkt und Franziska sympathisch und herzlich rüberkommt. So, wie sie wirklich ist. Ein überaus gelungenes Video: weil darauf verzichtet wurde, es auf Hochglanz zu trimmen, weil die Kernbotschaften klar und deutlich zum Ausdruck gebracht werden und weil es angenehm kurz ist.

Der Juso-Bundesverband hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Bundestagswahlkampf kann kommen.

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5 Kommentare

  1. Erstellt am 5. Juni 2009 um 09:29 | Permanent-Link

    Habe ich das mit dem europäischen Mindestlohn richtig verstanden?

    Was soll der denn bringen, er würde dann ja immerhin für Rumänien, Luxemburg und Irland gleichermaßen gelten. Kaufkraftparitäten und so wollt ihr berücksichtigen, oder kommt es darauf dann schon gar nicht mehr an?

    Wo soll er denn liegen, der Mindestlohn?

  2. Erstellt am 5. Juni 2009 um 11:25 | Permanent-Link

    Das ist ein Missverständnis, in doppelter Hinsicht. Die Forderung nach einem europäischen Mindestlohn ist eine SPD-Posititon, gemeint ist jedoch kein einheitlicher Satz, sondern eine Variable:

    Die SPD-Europaabgeordneten setzen sich für angemessene Mindestlöhne in allen EU-Mitgliedstaaten ein. Deshalb fordern wir verbindliche EU-Vorgaben, um sicherzustellen, dass Mindestlöhne mindestens 60% der jeweiligen nationalen Durchschnittslöhne betragen. Zusammen mit der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, der Sozialdemokratischen Partei Europas und den europäischen Gewerkschaften wollen wir die Sicherung der Rechte von Arbeitnehmer/innen in Europa zum zentralen Punkt der öffentlichen Auseinandersetzung machen.

    Ich finde das absolut sinnvoll und richtig.

    • Erstellt am 5. Juni 2009 um 13:11 | Permanent-Link

      Ok, das klingt immerhin schon ein bisschen anders, aber ob es dadurch viel besser wird?

      Nehmen wir mal Deutschland. Der Durchschnittsverdienst eines vollzeitbeschäftigten Bundesbürgers beträgt in Deutschland (laut statistischem Bundesamt) 3.064 Euro brutto. Das heisst, wir würden auf einen Mindestlohn von 1840 EUR kommen.
      Wenn man mal einen reinen Dienstleistungsbetrieb nimmt, dann kommen auf den Arbeitgeber pro Jahr Kosten in Höhe von rund 27’000 EUR zu. Wenn die nachgefragte Dienstleistung bei einem Endkunden anfällt, dann kommt noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19% dazu und wir sind bei 32’000 EUR, die der Arbeitnehmer in seiner Jahresarbeitszeit von rund 1’700 Stunden erwirtschaften muss. Das macht dann einen Mindeststundenlohn (für den Kunden) von 20 EUR (nicht mitgerechnet die Tatsache, dass in einer Firma nicht alle „produktiv” sind, wie z.B. Personalabteilung, Dinge wie Steuerberater, der die Lohnbuchhaltung macht, die Tatsache, dass unter Umständen Arbeitsmaterial angeschafft werden muss, die Firma auch eine Nicht-100%-Auslastung abfedern muss, die Firma keine Schulden hat, für die Zinsen anfallen …)
      Realistisch sind wir dann bei einem altruistischen Chef, der keinen Cent für sich will, bei einem Stundenlohn von mindestens 25–30 EUR. Das ist ungefähr mein Nettostundenlohn, dafür kann ich meinen Rasen auch selbst mähen.
      Der Kinobesuch schlägt dann alleine für den Babysitter mit ca. 90–120 EUR zu Buche.

      Das einzige was durch die Einführung eines solchen Mindestlohnes passieren wird ist ein weiteres Aufblühen der Schattenwirtschaft. Ich denke nicht, dass das in anderen Ländern anders sein wird, die Ungarn bspw. haben schon während der kommunistischen Herrschaft gezeigt, dass sie erfinderisch sind.

  3. Kalle
    Erstellt am 7. Juni 2009 um 22:22 | Permanent-Link

    Der Tiefpunkt ist erreicht. Ich dachte, es ginge nicht mehr schlimmer, doch heute wurde ich eines besseren belehrt. Europaweit gewinnen Rechtspopulisten an Stimmen. Die Menschen trauen den Konservativen und der FDP (!) mehr Wirtschaftskompetenz zu als uns, obwohl das momentane Krisenmanagement durch und durch sozialdemokratisch ist.

    Ich verstehe diese Welt bzw. diesen Kontinent nicht mehr. Ich muss ein paar Tage darüber nachdenken.

    • Erstellt am 8. Juni 2009 um 11:44 | Permanent-Link

      Die Menschen trauen den Konservativen und der FDP (!) mehr Wirtschaftskompetenz zu als uns, obwohl das momentane Krisenmanagement durch und durch sozialdemokratisch ist.

      Jetzt mal völlig dahingestellt, ob das Krisenmanagement gut war. Hast Du den Eindruck es wird als gut wahrgenommen? Viele Menschen arbeiten in eher kleinen Unternehmen. Zu denen kommt statt der Herrrn Steinbrück und zu Guttenberg der Insolvenzverwalter. Dreistellige Millardenbeträge an die Banken, 5 Milliarden für alte Autos und einmalig 100 EUR pro Kind für die Familien. Es ist völlig unwichtig, wie angemessen die einzelnen Beträge sind, es kommt darauf an, wie es wahrgenommen wird und da scheint mir ein sehr grosses Vermittlungsproblem zu bestehen, wenn man „alternativlos” schon für eine Erklärung hält.

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