Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?

Jeden Tag sehe ich die Plakate der FDP mit Silvana Koch-Mehrin. Jeden Tag überlege ich mir, was die FDP uns eigentlich sagen will. Eigentlich sollte ich mal einen Brief schreiben.

Sehr geehrte Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin,

jeden Tag sehe ich Ihr Gesicht auf großen Plakaten. Und ich muss festhalten, sie schauen dabei durchaus freundlich. Festzuhalten, dass sie dabei auch attraktiver sind als Lothar Bisky erübrigt sich — das wird wohl die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler so sehen.

Das ist aber wohl nicht der Punkt, denn Germany’s Next Top Model wird am 7. Juni nicht gesucht. Nein, am 7. Juni wählt Europa ein neues Parlament. Dass Sie dabei die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler für sich und Ihre Partei  gewinnen wollen, ist verständlich. Aber was für Inhalte vertreten Sie?

Eigentlich war ich der Ansicht, dass die Zeit vorbei ist, in der Frauen nur auf ihr Äußeres reduziert wurden. Dass die FDP mit Ihren Plakaten genau auf diesen Instinkt der Bevölkerung abzielt, ist wohl eher beschämend.

In den letzten Wochen hat sich die Medienlandschaft über das Negative Campaigning der SPD beschwert. Dabei beinhalten die Plakate noch mehr inhaltliche Positionen als ihr Slogan „Für Deutschland in Europa” mit ihrem Foto. Auch die CDU plakatiert Inhaltslosigkeit, keine Frage. Aber die CDU versucht wenigstens nicht mit subtiler Manipulation auf Stimmenfang zu gehen. Überhaupt. Was soll ihr Slogan? Liegt das vielleicht daran, dass die eigentlichen Inhalte Ihrer Partei derzeit unpopulär sind?

Als politisch interessierte Person habe ich natürlich auch Ihren Werbespot auf YouTube gesehen. Ich hätte es nicht tun sollen. Immerhin: Eins muss man Ihnen lassen. Ihre Kampagne hat einen roten Faden. Der Spot ist genauso ohne politische Aussage wie die Plakate im ganzen Land.

Ich halte fest, dass die Kampagne eher beschämend ist und hoffe nicht, dass Sie auf diese Art versuchen wollen die Politikverdrossenheit zu beenden. Plakate müssen Inhalte transportieren. Da muss man der Linkspartei bedauerlicherweise ein Kompliment machen: die sagen, was die wollen, obgleich man über diese Inhalte diskutieren muss. Aber darum muss es auch gehen. Die Inhalte müssen diskutiert und thematisiert werden — nicht das optische Erscheinungsbild der Kandidaten. Das geht aber nur, wenn sie sagen, wofür sie stehen.

Und seien wir doch mal ehrlich: wenn ich eine hübsche Frau sehen möchte, dann kauf’ ich nicht den Focus, sondern dann kauf’ ich mir den Playboy.

Mit freundlichen Grüßen

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23 Kommentare

  1. Erstellt am 21. Mai 2009 um 00:17 | Permanent-Link

    Ich finde die Plakate ja ähnlich inhaltsleer wie Du, allerdings sind wir in der Beziehung nicht unbedingt repräsentativ für die Gesellschaft.
    In 40% der Haushalte gibt es keine Tageszeitung mehr, bei den unter 49-jährigen stehen die Nachrichtensendungen des ÖR-Rundfunks auf Platz 5 und 6, hinter den Nachrichten von RTL, Pro7, Sat1 und VOX.
    Wenn die deutsche Nationalmannschaft im Fussball um den dritten Platz spielt, bewegen sich zweistellige Millionenzahlen in die Öffentlichkeit, selbst so etwas unsinniges wie die Live-Übertragung des Dresdner Opernballs auf dem Theaterplatz schauen sich noch 3500 Menschen in klirrender Kälte an; Wenn es um die Bürgerrechte geht, treffen sich gerade mal 200 Leute.

    Die Stimme eines Menschen, der politisch völlig uninteressiert ist und nur deshalb X wählt, weil er deren Plakat so klasse findet, zählt genauso wie die Stimme eines Menschen, der die Parteiprogramme aller Parteien durchgelesen hat, sich die Entscheidungen der letzten Jahre der jeweiligen Parteien angeschaut hat. Das ist halt Demokratie. Dass sich die Mehrheiten eher zu zweiterem hin verschieben finde ich auch bedauerlich, aber zurück zum modifizierten Ständewahlrecht kanns ja auch nicht sein.
    Ich glaube nicht, dass inhaltsleere Wahlplakate viel zu dieser Entwicklung beigetragen haben, oder dass Plakate in denen mit Inhalten statt mit Portraits geworben wird, diese Entwicklung aufhalten können.

  2. Erstellt am 21. Mai 2009 um 12:38 | Permanent-Link

    Hallo, nun etwas hat sich ja an dem Besipiel Brief klar gezeigt. Die offensichtliche Ausstrahlung von Frau Koch-Mehrin sagt nichts über deren Kompetenz aus. Wobei das eigentlich nciht ganz so stimmt. Immerhin hat man nachgewiesen das schöne Menschen auch schlau sind. Ich finde auch das der Spot ein Aussage hat. Alles ist gut gelaufen ich mach gerne weiter so. Dan wähle mich. Die emisten Deutschen wissen nichts über Europa und was dort passiert. Die meisten wissen nicht das 50% der Gesetze in Deutschland von der EU beeinflusst sind. Somit kann es passieren das morgen in der EU ein Gesetz unser Sozialstaat zerstört. Aber das wissen diese Menschen nicht. Somit wählen sie nach Sympatie neoliberalen M…

  3. Erstellt am 21. Mai 2009 um 13:06 | Permanent-Link

    Die meisten wissen nicht das 50% der Gesetze in Deutschland von der EU beeinflusst sind.

    und von den restlichen 50% wissen 80% nicht, dass die meisten Verordnungen und Richtlinien duch den Ministerrat und die Kommission beschlossen werden. Das Parlament hat nicht einmal ein Initiativrecht!

    Und wer sitzt im Ministerrat?
    Zum Beispiel Frau Zypries, die Bundesjustizministerin.
    Und wie stimmt Frau Zypries ab?
    So wie sie es für richtig hält, bzw. ihre Chefin.
    Darf der Bundestag mitreden?
    Aber sicher doch, entscheiden darf er trotzdem nicht.
    Was ist dann mit z.B. mit BT-Drs 16/545[1]?
    Da sieht man schön, dass der Bundestag die Regierung nur auffordert
    Und warum hast Du Dir ausgerechnet diese Drucksache ausgesucht?
    Weil die sehr schön zeigt, wie schizophren ein Politiker sein muss, in diesem Fall der Herr Tauss. Obwohl er die Vorratsdatenspeicherung für einen inakzeptablen Anschlag auf die Bürgerrechte hält, fordert er die Bundesregierung ausdrücklich auf, im Ministerrat dafür zu stimmen, dass es überhaupt zu einer solchen Richtlinie kommt. Bei deren Umsetzung in nationales Recht drückt er sich dann mit den Worten „Wir müssen eine Richtlinie umsetzen, ob sie uns gefällt oder nicht.” aus der Verantwortung.
    Und was hat das ganze jetzt mit Frau Koch-Mehrin zu tun?
    Eigentlich gar nichts. Aber vermutlich können diejenigen, die über die Frau meckern, ohne die Hilfe von abgeordnetenwatch[2] keine 3 Abstimmungen im Europaparlament aufzählen, in denen die FDP anders als die SPD abgestimmt hat (wobei mir aufgefallen ist, dass es sowas wie Fraktionsdisziplin im EP nicht zu geben scheint).

    [1] http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/005/1600545.pdf
    [2] http://www.abgeordnetenwatch.de/abstimmungen-246–0.html

  4. Erstellt am 21. Mai 2009 um 14:42 | Permanent-Link

    Was soll man von einer „blonden Karrieretusse” denn erwarten?

  5. Erstellt am 21. Mai 2009 um 22:45 | Permanent-Link

    Ich habe auch keine Ahnung, wofür Koch-Mehrin inhaltlich eigentlich steht, obwohl ich mir durchaus einige Mühe gegeben habe, das endlich mal rauszufinden. Wobei: Sie steht zweifellos für eine bedingungslose Unterstützung des Lissabonvertrages und für die Ablehnung einer Volksabstimmung darüber. Sind jetzt nicht unbedingt Glanzstücke liberaler Politik, aber nunja.

    Allerdings sehe ich es nicht als primäre Aufgabe von Wahlplakaten an, Inhalte zu vermitteln. Plakate müssen sein, weil sie jeder hinstellt. Bringen tun sie effektiv gar nichts aber wer keine hinstellt, verliert. So einfach ist das — und so egal ist darum, was genau da nun drauf zu sehen ist.

    • Erstellt am 21. Mai 2009 um 22:54 | Permanent-Link

      Bringen tun sie effektiv gar nichts aber wer keine hinstellt, verliert.

      Das ist irgendwie unlogisch. ;-)

      • Erstellt am 22. Mai 2009 um 15:22 | Permanent-Link

        Na gut, sie bringen insofern schon was. Man zeigt halt: Übrigens, auch wir stehen wieder zur Wahl. Und es mag Menschen geben, die aufgrund eines Plakats, an dass sie sich dunkel erinnern, dann auch dafür stimmen. Für Wahlentscheidend halte ich das alles aber nicht. Lässt mans sein, hat man eben trotzdem einen gewissen Nachteil bei jener Sorte Wähler, an denen Medien insgesamt eher vorbeigehen. Insgesamt würde ich aber dazu raten, die Wirkung von Plakaten nicht überzubewerten.

    • Nadim Ayyad
      Erstellt am 21. Mai 2009 um 22:59 | Permanent-Link

      Plakate müssen sein, weil sie jeder hinstellt. Bringen tun sie effektiv gar nichts aber wer keine hinstellt, verliert.

      Interessante These und hat m.E. auch einen wahren Kern. Viele Wahlkampfmittel verpuffen schlicht. Dass wer die Plakate nicht aufstellt, dennoch verliert ist wohl eher ein Effekt über die Medien als über den direkten Einfluss auf die Wähler, oder wie darf man das verstehen?

      • Erstellt am 21. Mai 2009 um 23:05 | Permanent-Link

        Es gibt es nicht umsonst von einer bekannten Persönlichkeit (leider vergessen, von welcher) das geflügelte Wort:

        Die Hälfte unseres Werbeetats ist völlig nutzlos. Leider wissen wir nicht, welche Hälfte.”

  6. Erstellt am 25. Mai 2009 um 10:52 | Permanent-Link

    Wir wissen doch Frau Koch-Mehrin setzt sich vehement für die Freiheitsrechte der Glühbirne in Europa ein, weil: Jeder soll das Recht haben die Umwelt zu verschmutzen, der es sich leisten kann. Scheiß auf die Rechte der Nachgeborenen. Ich lebe heute… Yea. Das ganze nennt sich „liberal” — in Wirklichkeit die Verteidigung des Rechts auf Asozialität.

    • Erstellt am 25. Mai 2009 um 15:46 | Permanent-Link

      Jeder soll das Recht haben die Umwelt zu verschmutzen, der es sich leisten kann

      Ich glaube nicht, dass das überhaupt der Punkt ist. Die EU verbietet die Einfuhr und den Handel mit normalen Glühbirnen.
      Wenn die Aussagen der Kommission stimmen, dass es keinerlei negativen Effekte bei ESL gibt, dann könnte man die unbelehrbaren einfach mit einer modifizierten Leuchtmittelsteuer (gab es bspw. in D bis 1993) „schröpfen” und das Geld für umweltrelevante Zwecke verwenden. Warum verbieten? Ich könnte Dein Argument verstehen, wenn die ESL schlechter wäre als die normale Glühbirne, aber das ist ja nach Aussagen der Kommission nicht der Fall, oder doch?

      Was ich in der EU-Verordnung nicht gefunden habe, war eine Überwachung der Herstellung, bzw. ein zwingendes Zertifikat, welches die Einfuhr erlaubt, oder ist es dort egal, weil chinesische Flüsse vergiftet und chinesische Menschen geschädigt werden?

      • Erstellt am 25. Mai 2009 um 21:55 | Permanent-Link

        Zwei Dinge:

        1. Dass _ausgerechnet_ an der Glühbirne die FDP das Thema Freiheit exerziert. Die FDP hätte weiß Gott genug freiheitsrelevante Felder zu beackern, wie das Thema „Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung in der Privatwirtschaft”, aber man hackt ja nicht in die Hand die einen nährt…

        2. Verschmutzungsabgaben können Sinn machen (sofern der von ihnen hervorgerufene Nutzen größer, als der durch sie noch zugelassene Schanden ist), aber sie sind moralisch nichts weiter als moderner Ablasshandel. Der, der es sich leisten kann und/oder will wird es sich leisten und dann noch nichtmal ein schlechtes Gewissen haben, weil „er zahlt ja”. Warum sollte ein reich geborener Mensch mehr Rechte haben die Sau rauszulassen, als einer der sich mühsam hochackern muss? Jeder lebt nur einmal und möchte in seinem Leben für sich die gleichen Rechte beanspruchen wie alle anderen — und sei es das Recht die Sau rauszulassen (bspw. auf der Autobahn mit seinem heiligen Sportwägelchen nebst passender Beifahrerin…).

        • Erstellt am 26. Mai 2009 um 12:37 | Permanent-Link

          Ich wäre vorsichtig mit irgendwelchen daherkonstruierten Kontakten in „die Wirtschaft”. Was dass angeht, ist nun grade die SPD wahrlich ein Musterbeispiel. Stichwort Ruhrkohle AG, Stichwort Holzmann und alle derzeitigen sogenannten „Rettungsversuche”, für die die SPD Feuer und Flamme ist. Es nahen schließlich Wahlen — und womöglich brauchen danach einige SPDler einen Job. Sorry aber dumme Sprüche von nährenden Händen würde ich mir an deiner Stelle da lieber verkneifen. Von den ganzen direkten Firmenbeteiligungen der SPD oder dem aktuellen Job des letzten SPD-Bundeskanzlers will ich mal gar nicht erst anfangen. Wenn eine Partei ordentlich mit Unternehmen verzahnt ist, dann doch wohl die SPD.

          Die FDP beackert weiss Gott auch genug freiheitsrelevante Felder neben der Glühlampe. Wäre schön, wenn die SPD das auch etwas ernsthafter tun würde! Sämtliche Einschränkungen individueller Freiheit gehen schließlich seit 1998 ganz maßgeblich auf die Kappe der SPD, ein bisschen auf die der Grünen und von der CDU brauch ich wohl gar nicht erst anfangen — aber da ist sowieso nichts mehr zu retten.

          Nur lässt sich an diesem Verbot die ganze Idiotie erkennen, mit der Bürokraten Umweltschutz organisieren.

          Glühlampen sind nichts Böses, es geht doch selbst den Oberumweltengeln einfach nur darum, dass sie vergleichsweise viel mehr Energie verbrauchen, als sie in Licht umwandeln. Da muss die Frage erlaubt sein: Wieso reichen lenkend wirkende Steuern auf diese Energie, die doch das Problem im Kern sind, nicht aus?

          Total ignoriert wird von den verbotsgeilen Bürocrazies, dass es sehr wohl Gründe geben kann, Glühlampen ganz bewusst einzusetzen. Keine Energiesparlampe liefert zum Beispiel ein vergleichbares Licht. Kann sie ja auch gar nicht — der Trick der Energiesparlampe ist ja, sich auf einige Frequenzen zu konzentrieren und die anderen wegzulassen. Beim Versuch, sich mit Energiesparlampen dem natürlichen Licht anzunähern, würde man irgendwann wieder bei dem Prinzip der Glühlampe landen — oder zumindest bei ihrem Energieverbrauch.

          Der zweite Teil deines Kommentars zeugt von einem ziemlich armseligem Neid. Man kann zwischen den Zeilen lesen, dass du auch gerne „die Sau rauslassen” und einen „heiliges Sportwägelchen nebst passender Beifahrerin” (was immer letzere überhaupt noch mit dem Thema zu tun haben mag — Frauen als Luxusgut, ist dass das sozialdemokratische Frauenbild?) haben willst. Es genügt nicht, dafür zu blechen, es gehört verboten, wenn es sich nicht jeder leisten kann, nicht wahr?

          Dabei gebe ich dir Recht: Solange Autofahren nur besteuert wird, um gescheiterte Sozialkassen zu finanzieren, solange sind diese Steuern in der Tat moderner Ablasshandel. Dem Problem kann man begegnen, indem man Steuern endlich mal zweckgebunden erhebt. Dann wird halt CO2 besteuert und dafür — krombachermäßig (oder wenns geht ein bisschen effektiver…) — Regenwald gerettet oder so. Ginge es um die Sache — also den Umweltschutz — wären Tempolimits oder saublöde Forderungen nach Autos, die einen bestimmten Verbrauch haben dürfen, längst vom Tisch. Ich kann nur nicht erkennen, dass die SPD so etwas jemals gefordert hätte — im Gegenteil: Nennt sie doch zusammen mit den Grünen eine Steuererhöhung auf Sprit „Ökosteuer” — den Ablasshandel hast du mit deinen Lieblingspolitikern also quasi selbst erfunden, jetzt beschwerst du dich über ihn.

          Die Umwelt rettet man nicht mit Verboten und manche Verbote stehen auch in keinem vernünftigem Verhältnis zu anderen Dingen, die erlaubt bleiben.

          Womit wir wieder beim Thema Energiesparlampen wären. Schonmal drüber nachgedacht, was die Umwelt von der übermäßig aufwändigen Herstellung hält? CO2-Alarm pur. Und schonmal darüber Gedanken gemacht, wieviel Gift in Energiesparlampen enthalten ist, dass in Glühlampen eben nicht vor kommt? Wenn nicht, wirds höchste Zeit! Wenn du dann immer noch den Verbotsjubelperser spielen willst bitte — ich finde dieses Verbot einfach nur lächerlich. Und viele Verbraucher, die sich jetzt dank deines tollen Verbotes mit Mehrjahresvorräten eindecken müssen, sichtlich ebenfalls.

          • Erstellt am 26. Mai 2009 um 16:02 | Permanent-Link

            Ad-hominem-Attacken wie „ziemlich armseligem Neid” und „Verbotsjubelperser” will ich hier nicht mehr lesen. Wie Du das auf Deinem Blog handhabst ist Deine Sache, hier läuft das anders.

          • Erstellt am 26. Mai 2009 um 18:56 | Permanent-Link

            Okay, ich kann zwar kein Latein, habe glaube ich aber trotzdem verstanden, worum es geht. Das sollte eigentlich gar nicht persönlich rüberkommen, nur halte ich Leute, die anderen ihren Sportwagen nicht gönnen, nunmal für neidisch und finde gänzlich unkritische Bejubelungen von Verboten brandgefährlich. Mag sein, dass ich angesichts der Brisanz solcher Fragen etwas drastisch geworden bin aber mir gehen diese Missstände eben doch sehr an die Nieren.

          • Erstellt am 26. Mai 2009 um 22:27 | Permanent-Link

            Zunächst mal bin ich wie du lediglich Gast & Leser dieses Blogs, welches ich seit neuestem lese und interessant finde. Das heißt noch lange nicht, dass ich ein SPD-Mitglied oder –Anhänger bin und äußere mich daher auch nicht zu „die SPD hat aber…”-Argumenten auf meine Blogkommentare.

            Die Ökobilanz von Enrgiesparlampen wurde von andere Stelle qualifiziert analysiert und mit der Glühbirne verglichen und hierbei wurde festgestellt, dass trotz der unbestreitbar vorhandenen Nachteile durch die Elektronik ihre Ökobilanz trotzdem deutlich besser als die der Glühbirne ist. Freilich hängt die Ökobilanz jedes Produkts erheblich von den genauen Produktionsumständen und der Entsorgung ab.

            Zum Thema „Spektrum einer Glühbirne”: Sorry, aber dein Argument macht keinen Sinn. Eine Glühbirne strahlt hauptsächlich im Bereich des Infrarot (siehe Schwarzkörperspektrum und Wiensches Verschiebungsgesetz). Es macht einfach keinen Sinn eine Leuchtstofflampe derart zu konstruieren, dass sie im Infrarot strahlt. Wir können es schlicht nicht sehen und es wäre somit rausgeworfene Energie. Moderne Leuchtstofflampen erzeugen im sichtbaren ein Spektrum, welches den sichtbaren Teil eines Strahlers mit 6000K möglichst gut emuliert.

            Tempolimits haben einen signifikanten Einfluss auf den Benzinverbrauch in Deutschland und somit auf den CO2-Ausstoß.

            Nochwas zum Neid: Ich habe nirgends von Neid gesprochen und neide niemand seinen Sportwagen. Spott ist nicht dasselbe wie Neid, sonst wären unsere Satiriker ja die neidischsten Menschen.

  7. Erstellt am 26. Mai 2009 um 09:55 | Permanent-Link

    Dass _ausgerechnet_ an der Glühbirne die FDP das Thema Freiheit exerziert.

    Nicht nur. Wieviele der erfolgreichen 40 Verfassungsbeschwerden der letzen 8 Jahre gegen die überbordenden Sicherheitsfantasien von Herrn Schily/Schäuble wurden denn von SPD-Politikern eingereicht?
    Bei FDP-Politikern komme ich auf wenigstens 7. SPD-Politiker stimmen ja gerne mal im Parlament zu und hoffen, dass jemand Verfassungsbeschwerde einlegt (z.B Herr Tauss).

    Warum sollte ein reich geborener Mensch mehr Rechte haben die Sau rauszulassen, als einer der sich mühsam hochackern muss?

    Die einfache Antwort: Er hat nicht mehr Rechte, er hat nur mehr Geld, die Sau rauszulassen. Das kann man aber nur ändern, wenn man die Vermögen und die Einkommen komplett gleich verteilt. Das klappt auch nicht.

    Die Leute haben verschiedene Bedürfnisse und Wünsche. Fast alle davon sind (in irgendeinem Teil der Welt) umweltschädlich. Sei es, dass man einmal in seinem Leben mit seiner Frau nach Neuseeland will, ein etwas grösseres Auto fährt, jeden elektronischen Schnickschnack haben will …

    Ich habe generell ein Problem mit Verboten, die für mein Empfinden nur schlecht oder gar nicht begründet sind. Beim Glühlampen-Import-Verbot sieht es für mich so aus, als hielte die Kommission die Bevölkerung für dumm (weil diese die tollen und nebenwirkungsfreien ESL nicht kauft, sondern weiterhin 150 Jahre alte Technik verwenden will) und möchte sie zu ihrem Glück zwingen.

    Ich lass jetzt mal die ganzen anderen Sachen weg, zum Beispiel, dass man sich der 58 Milliarden Personenkilometer in der Luftfahrt annehmen könnte, die im Jahr 2007 über Deutschland erbracht wurde (wahrscheinlich kommt dann das Argument, ich würde den Armen ihren Malle-Urlaub nicht gönnen, während die Reichen in ihren 18-Liter-SUV mit 250 km/h über die Autobahn brettern dürfen).

    • Erstellt am 26. Mai 2009 um 10:09 | Permanent-Link

      Ich will das Thema nicht ausufern lassen. Ich persönlich bin kein Fan von Schily und hab auch nicht sooo viel mit der SPD zu tun. Ich persönlich bevorzuge die Grünen. Insofern muss ich mich nicht für die SPD rechtfertigen. ;-)

      Ich habe nicht gesagt, dass Verschmutzungsabgaben generell schlecht sind. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass auch sie (genauso wie Verbote) inhärente Nebenwirkungen haben und nicht das Allheilmittel sind, als die sie gerne vorgestellt werden — auf den richtigen Mix der Maßnahmen kommt es an und bei der Glühbirne ist ein Handelsverbot meines Erachtens die sinnvollste Maßnahme.

      Bezüglich „bevor man das macht sollte man lieber etwas anderes tun” ein schönes Argument von Greenpeace: „Da haben sie total recht. Kommen sie doch gleich morgen bei uns vorbei und wir arbeiten zusammen daran dieses Problem zu lösen.”

  8. Daniel Schröder
    Erstellt am 26. Mai 2009 um 19:53 | Permanent-Link

    Leider war bisher viel Unsinn hier zu lesen. Erstens Frau Koch-Mehrin ist nicht generell gegen das Verbot der Glühbirne, sondern schlicht gegen die Art, wei dieses durchgesetzt wurde. Nämlich in einem Kämmerchen ohne die Stimme von Bürgern. Also steht Sie klar für Bürgerentscheid, welche Sie auch gerne bei der Glühbirne genutzt hätte.
    Zweitens setzt Sie sich für den Lissabon-Vertrag ein, denn er regelt endlich die Kompetenzen in der EU. Denn ohne Organisation der Hauptaufgabenfelder, geht weder zuhause noch in der EU etwas.

    Kurz zusammengefasst steht Sie klar für Bürgerrechte, Bürgerentscheid und klare Organisation der Kompetenzen durch den Vertrag von Lissabon.

    • Erstellt am 26. Mai 2009 um 22:39 | Permanent-Link

      Meines Wissens steht sie allerdings zum Beispiel nicht für einen Bürgerentscheid zum Lissabon-Vertrag, was ich ein wenig widersprüchlich finde.

9 Trackbacks

  1. Von Nadim am 20. Mai 2009 um 23:27

    Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin — http://tr.im/lVzq — Ein Brief.

  2. Von Christian Soeder am 21. Mai 2009 um 00:59

    [rotstehtunsgut] Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?: Jeden Tag sehe ich die Plakate .. http://bit.ly/NzBaT

  3. Von Jusos Stuttgart am 21. Mai 2009 um 01:03

    [rotstehtunsgut] Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?: Jeden Tag sehe ich die Plakate. http://bit.ly/NzBaT (via @christiansoeder)

  4. Von Alexander Sempf am 21. Mai 2009 um 01:05

    RT @christiansoeder [rotstehtunsgut] Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?: Jeden Tag sehe ich die Plakate .. http://bit.ly/NzBaT

  5. Von Julian Reydt am 21. Mai 2009 um 01:52

    RT @christiansoeder [rotstehtunsgut] Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?: Jeden Tag sehe ich die Plakate .. http://bit.ly/NzBaT

  6. Von Julian Reydt am 21. Mai 2009 um 01:52

    RT @christiansoeder [rotstehtunsgut] Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?: Jeden Tag sehe ich die Plakate .. http://bit.ly/NzBaT

  7. Von Jusos Eichstätt am 21. Mai 2009 um 07:19

    RT @christiansoeder [rotstehtunsgut] Wofür stehen Sie eigentlich, Frau Koch-Mehrin?: Jeden Tag sehe ich die Plakate .. http://bit.ly/NzBaT

  8. […] = Fehlen Dauernd im Parlament” Dr. Silvana Koch-Mehrin, Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl und nach Eigenbeschreibung “blonde […]

  9. […] Im Interview mit der WELT darf Dr. Silvana Koch-Mehrin unbehelligt vor sich hin schwadronieren und Belanglosigkeiten verkünden. Ein Satz ist allerdings […]

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