Die Achse des Guten ist ein loser Zusammenschluss von Schriftstellern wie Henryk M. Broder und Vera Lengsfeld, die alle eines gemeinsam haben: sie haben Angst vor dem Islam. Die eine mehr, der andere weniger. Wenn sie mal keine Angst vor dem Islam haben, kabbeln sie sich untereinander — an einem Tag mehr, am anderen Tag weniger. Der Islam ist immer mal wieder dran.
Aktuell versucht sich Richard Wagner an der schwierigen Disziplin Satire und malt sein persönliches Horrorszenario an die Wand, in der der Kölner Dom mit den Stimmen von CDU und SPD abgerissen wird, um die Gefühle der muslimischen Mitbürger nicht zu verletzen.
Eigentlich wäre das sogar ziemlich witzig. Denn teilweise ist wirklich absurd, wie die Zivilgesellschaft den Schwanz einzieht, weil man ja die Gefühle von Muslimen verletzen könnte. Doch Wagners Text ist nicht witzig. Warum ist er das nicht? Er ist locker geschrieben, flüssig, lesbar, ein guter Text — aber warum ist er nicht witzig?
Die Antwort: Wagner nimmt den Text ernst. Richtig ernst. Überaus ernst. Zu ernst. Er meint ihn nicht satirisch, sondern prophetisch. Er hat Angst, dass in ein paar Jahren Muslime tatsächlich die Mehrheit stellen. Und bestimmen, was Sache ist. Und das merkt man dem Text auch an. Da kann er noch so sehr Satire unten an den Text schreiben — stünde der Text so in der Titanic, wäre es Satire, und ich müsste darüber herzlich lachen — da er jedoch so bei der Achse des Guten steht, muss ich darüber nicht lachen, sondern kann nur mit dem Kopf schütteln. Texte sind mehr als nur die Summe der einzelnen Wörter — auch auf das Umfeld und den Autor kommt es an.

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