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Grass in Heidelberg: „Wir brauchen ein neues 68

7. Mai 2009
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Vorigen Montag war Günter Grass in der Heidelberger Universität um aus seinem neuen Buch „Von Deutschland nach Deutschland”, sein Tagebuch aus dem Jahr 1990, vorzulesen. Ich fand ihn wie immer brilliant — es macht einfach Spaß, so einen alten Haudegen beim Streitgespräch zu sehen; ein Streitgespräch, das lebendiger war, als es sich die Veranstalter wahrscheinlich vorstellten. Die Aula war komplett ausverkauft — als Grass dann meinte, man „bräuchte ein neues 68″, war ihm gewaltiger Applaus sicher.

(Das Buch habe ich direkt gekauft und es auch signieren lassen; Grass ist eben nicht nur ein begnadeter Schriftsteller und bildender Künstler, sondern auch mit allen Marketingwassern gewaschen.)

Ein Wermutstropfen bleibt: bei der Autogrammstunde ließ sich Grass von zwei Studentinnen überreden, den „Heidelberger Appell” zu unterzeichnen, in der irrigen Annahme, dieser richte sich nur gegen Google.


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